Straße bis 3. September dicht

Der Belag der B 19 bei Kupferzell wird erneuert. Drängender ist, ob und wie die Strecke bis in den Landkreis Schwäbisch Hall ausgebaut werden kann.

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Rund 20 Bauarbeiter sind jeden Tag im Einsatz, um den Belag der B19 zwischen dem Abzweig bei Hesselbronn und Westernach zu erneuern.  Foto: 

Auf der Baustelle läuft alles nach Plan: Belag abfräsen, Haftkleber auftragen, Bindeschicht einbauen, Deckschicht darüberlegen. Und fertig ist die neue Fahrbahn zwischen Westernach und dem Abzweig nach Hesselbronn. Seit 7. August ist die B 19 in diesem Bereich gesperrt, seit vergangener Woche sollen die 1,6 Kilometer saniert sein. Dann folgen bis 3. September weitere 600 Meter bis zum Abzweig nach Hohebuch. Dabei bleibt die Straße voll gesperrt. Klappt alles, ist sie ab dem Montag, 4. September wieder befahrbar.

Solche Belagsarbeiten sind Standard. Die Prioritäten sind klar definiert, die Bauabläufe exakt getaktet. Und: Genügend Geld ist da. Kostenpunkt diesmal: 1,5 Millionen Euro. Die B 19 im Hohenlohekreis misst nur 33 Kilometer.

Doch von 2005 bis 2016 wurden immerhin 19,6 Millionen Euro verbaut – wozu auch neue Ampeln zählen. Es geht dabei um die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss, wobei Letzterer trotz aller Verbesserungen zunehmend stockt: vorwiegend zwischen Gaisbach, dem A 6-Anschluss Kupferzell und der Haller Westumgehung.

Ausbau wurde verschoben

Mit solch gewöhnlichen Maßnahmen sei es nicht getan, werden hiesige Kommunalpolitiker nicht müde zu betonen. 12.000 bis 16 .000 Fahrzeuge pro Tag: Das sei schon ein Pfund. Vor vier Jahren forderten die Kreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall vehement den vierspurigen Ausbau dieses Abschnitts.Das Land war am Zug – und sagte Nein.

Andere Straßen seien wichtiger. Der Antrag blieb liegen. Deshalb fehlt die B 19 zwischen Gaisbach und der Haller Westumgehung im Verkehrswegeplan des Bundes, der bis 2030 gilt.

Perspektivisch halten beide Kreise an der Vierspurigkeit fest. Will heißen: bis der Bundesverkehrswegeplan das nächste Mal fortgeschrieben wird. Also in 13 bis 14 Jahren. Und bis dahin? Müsse unbedingt eine Übergangslösung her. Wie die aussehen könnte? Das weiß noch keiner. Klar ist: Das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) steht Verbesserungen wohlwollend gegenüber, wenn der Bedarf nachgewiesen werden kann. Das Land plant, der Bund zahlt: Dieses Motto würde auch in diesem Fall gelten, wobei dann andere Bundesmittel zum Einsatz kämen. Landrat Dr. Matthias Neth strebt einen „dreispurigen Ausbau“ an, zumindest an den „Engpassstellen“, ohne die vier Spuren langfristig außer Acht zu lassen. Ein vollständiger dreispuriger Ausbau scheint eher unrealistisch, weil dieser massive Veränderungen bei den Anschlüssen nach sich ziehen würde, die Planungskapazitäten des RP derzeit aber erschöpft und die freien Strecken wohl nicht so belastet sind. Oder springt der Hohenlohekreis bei der Planung mit ein? Das Straßenbauamt des Kreises hat im Auftrag des RP schon mal den Verkehr gezählt: von März bis Juli. Derzeit läuft eine Verkehrsuntersuchung, deren Ergebnisse bis Ende November vorliegen. Erst dann steht fest: Besteht Bedarf? Wenn ja: Reichen kleinere Verbesserungen? Oder muss größer gedacht werden?

Im Fokus stehen vor allem die Kreuzungen und Abzweige: etwa bei Kupferzell oder in Richtung Hohebuch. Hier ist bis zur A 6 am meisten los. Was könnte diese Knotenpunkte entlasten, was genügt dazwischen? Die Ampelschaltungen weiter optimieren? Die Kreuzungen verbreitern? Drei Spuren anpeilen? Unter- und Überführungen bauen? Abzweige bündeln und neue Anschlüsse schaffen? An den Knotenpunkten doch vier Spuren anvisieren und danach den Verkehr einer Ziehharmonika gleich verengen? Oder die B 19 länger vierspurig aufweiten, weil neuralgische Stellen so eng beieinander liegen – obwohl dies bislang unüblich ist?

Kreisverkehr wird abgelehnt

Fest steht: Im Zuge des A-6-Ausbaus wird die B 19 beim Anschluss Kupferzell vierspurig. Und: Kreisverkehre sind ungeeignet.

Das sieht auch Norbert Barthle so, der jüngst mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten auf einer verkehrspolitischen Tour durch Hohenlohe war. „Das Land hat das Projekt nicht gemeldet“, bedauert der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. „Aus unserer Sicht wäre ein vierspuriger Ausbau anzustreben.“ Die Verkehrszahlen sprächen dafür. Wenn die B 19 erst anders ertüchtigt werde, „sind alle begleitenden Baumaßnahmen so zu gestalten, dass der vierspurige Ausbau perspektivisch möglich ist“.

Die B 19 ist zwischen Westernach und dem Abzweig nach Hesselbronn seit dem 7. August gesperrt. Der Belag wird erneuert. Warum? Im Vergleich zu vielen Landes- oder Kreisstraßen ist die Bundesstraße doch ganz gut in Schuss. Der normale Verkehrsteilnehmer mag so denken, sagt Volker Silberzahn, „aber wie viele Risse, Verdrückungen und Spurrillen tatsächlich vorhanden sind, sieht er nicht“. Es gebe eine „klare Prioritätenliste, diese arbeiten wir ab“, erklärt der Projektleiter vom Regierungspräsidium. „Wichtig ist, möglichst viel in eine Maßnahme zu packen“, vor allem wenn sie mit einer Vollsperrung verbunden sei. Deshalb wird der A-6-Anschluss Kupferzell gleich mit gerichtet. Neu sind hier neben dem Asphalt eine zweite Ampelanlage sowie zwei Abbiegespuren auf die Autobahn  6, um Staus zu vermeiden.

Eine Lücken-Ampel, die nur bei Bedarf angeht, wird am Abzweig zum Gewerbepark Hohenlohe gebaut. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Silberzahn. Am 27. August ist dieser erste Bauabschnitt abgeschlossen worden. Bis 3. September folgt der zweite bis zum Abzweig nach Hohebuch. rei

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