Stilles Wirken anerkennen: Würdigung zum Tag des Ehrenamts

Am Tag des Ehrenamts wird in diesem Jahr die Arbeit der Freiwilligen im Bereich der Justiz gewürdigt.

|

„Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen“, mit diesem Zitat des römischen Philosophen Cicero hat Landrat Gerhard Bauer am Tag des Ehrenamts am vergangenen Dienstag rund 100 Gäste im Foyer des Landratsamts begrüßt. Jahr für Jahr geht der Dank an die Ehrenamtler stellvertretend an eine andere Gruppe von Menschen, die sich freiwillig und unentgeltlich in der Dienst der Gesellschaft stellen. In diesem Jahr stehen die Ehrenamtler aus dem Bereich der Justiz im Fokus.

Es sei nicht selbstverständlich, Aufgaben zu übernehmen, die der Allgemeinheit zugute kommen, sagte der Landrat an die Adresse der anwesenden Betreuer, Schöffen oder Bewährungshelfer. Bürgerschaftliches Engagement könne nicht verordnet werden und es finde oft im Stillen statt. „Umso wichtiger ist es, dieses stille Wirken öffentlich anzuerkennen und wertzuschätzen“, so Bauer. Man dürfe in sozialen Belangen den Staat zwar nicht aus der Verantwortung nehmen, eine Zivilgesellschaft brauche aber auch Menschen, die sich einbringen und nicht über Missstände klagen, sondern dagegen angehen. Besonders würdigte Bauer die Wichtigkeit des Betreuungsvereins im Landkreis Schwäbisch Hall, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte. Der Verein ist im Bereich der gerichtlich angeordneten Betreuung von chronisch kranken und behinderten Menschen tätig. 119 Ehrenamtler betreuen im Landkreis aktuell 157 Fälle. „Es ist ein Glücksfall für uns, dass wir in diesem Bereich auf den Einsatz so vieler kompetenter Menschen  setzen können“, unterstrich Bauer. Er sei stolz und dankbar, dass sich so viele Menschen die Zeit nehmen, durch ein Ehrenamt zum Funktionieren der Gesellschaft beizutragen.

Eine Justiz ohne Ehrenamtliche sei zwar vorstellbar, aber um einige Facetten ärmer. Das sagte Sven Brückner, Richter am Amtsgericht Schwäbisch Hall, im Anschluss an die Rede des Landrats. Er ging explizit auf die Schöffen ein. Diese brächten nicht nur ihren Sachverstand aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen in die Verfahren mit ein, sie dienten auch als „Mittler zwischen Justiz und Bevölkerung“. Diese Mittleraufgabe sei für den Staat essentiell. „Ich kann Sie nur auffordern, bei aller berechtigter Kritik an der Justiz Werbung für die Vorzüge des Rechtsstaats zu machen“, so der Jurist. Im Namen der Haller Justiz sprach er den anwesenden Ehrenamtler seinen Dank für ihr außerordentliches Engagement aus.

Nach dem offiziellen Teil stehen die geladenen Gäste noch bei einem Imbiss zusammen. Man kommt ins Gespräch. „Von uns sind sicher 40 bis 50 Leute da“, erzählt Michael Köhler, Geschäftsführer des Betreuungsvereins im Landkreis. Der Verein habe eine stabile Struktur, Nachwuchssorgen habe man nicht. „Eine ehrenamtliche Aufgabe ist fordernd, aber man bekommt auch viel zurück“, das würde er immer wieder von seinen Ehrenamtlern hören.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kartellamt hat Holzverkauf im Visier

Spätestens im Juli 2019 sind neue Vermarktungswege für den Staatswald nötig. weiter lesen