Stiftung will Kornhausareal für 2,8 Millionen Euro sanieren

Hospitalhaushalt: Die Finanzplanung der städtischen Stiftung wird einstimmig verabschiedet. SPD kritisiert hohe Schulden.

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Einst galt es galt modern: das Kornhausareal.  Foto: 

In vielen Städten hat das Mittelalter lediglich in Form von Mauerresten überdauert. In Hall füllt es die Kasse. Weil sich ab dem Jahr 1228 Bürger von den Strafen in der Hölle freikaufen wollten, stifteten sie ihr Vermögen. Die Reformation setzte dem Glauben an die Hölle und damit dem Ablasshandel ein Ende. 

Ein nahezu himmlischer Geldsegen regnet dennoch jährlich über Hall herab, um den andere Gemeinden die Stadt beneiden. Neu ist: Das gesamte Kornhausareal, also das Wohn- und Einkaufsquartier mit den Arkaden am Spitalbach soll mit dem Geld daraus erneuert werden.  Teilweise stehen die Häuser unter Denkmalschutz. Es soll der Ort saniert werden, an dem die Stiftung ihren Ursprung genommen hat. Früher gehörte der Bereich zu den Nebengebäuden des Hospitals. Bis 2020 soll das Kornhaus für 2,8 Millionen Euro komplett saniert werden. Für 2017 sind Vorplanungen nötig.  

Vermögen steigt weiter an

Die Gulden aus dem Mittelalter wurden in Wäldern und Gebäuden angelegt, vermehrten sich von 80 Millionen Euro im Jahr 2015 auf aktuell 85 Millionen Euro. Geld für verkaufte Stämme aus dem Forst, Mieteinnahmen der eigenen Häuser und Kredite führen dazu, dass in diesem Jahr 5,5 Millionen Euro ausgebeben werden sollen.

Einstimmig verabschieden die Stadträte vergangene Woche Haushaltssatzung und -plan. Dieser Punkt wäre in der Mammutsitzung, die von 18 bis 23.15 Uhr dauerte, ein wenig untergegangen.  Fraktionssprecher verzichteten auf ihre sonst üblichen State­ments, damit es nicht noch später wurde. Nicht so SPD-Fraktionschef Helmut Kaiser, der in einem kurzen Beitrag seine Bedenken äußerte: „Wir sind nicht zufrieden. Wir wollten die Schulden auf 3 Millionen Euro zurückführen. Am Ende der Finanzplanung im Jahr 2020 werden sie aber auf 21,2 Millionen Euro steigen.“ Die Politik der Verschuldung sei auf lange Sicht nicht fortführbar. Kaiser: „Irgendwann müssen wir es ja doch zurückzahlen.“

Allein im Jahr 2017 sollen 2,7 Millionen Euro an weiteren Krediten aufgenommen werden und den Schuldenstand Ende 2017 auf 16,4 Millionen Euro erhöhen.

Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim verteidigt diesen Kurs, der ganz bewusst so gewählt wurde. In der derzeitigen Niedrigzinsphase gehe es den Stiftungen, die Millionensummen verwalten, nicht anders als Bürgern mit Sparbuch. Wer Geld auf der Bank liegenlässt, wird nicht belohnt – in bestimmten Fällen sogar mit Negativzinsen bestraft. „Zwölf Prozent sind fremdfinanziert“, führt Pelgrim aus. Firmen würden beispielsweise viel niedrigere Eigenkapitalquoten aufweisen, wenn sie in Gebäude investieren. „Beachtliche Investitionen in den sozialen Wohnungsbau werden getätigt“, sagt Pelgrim. Die wiederum lobt auch Kaiser: „Mit den 700 Wohneinheiten im Bereich der Stiftung haben wir ein Regulativ gegen wuchernde Mieten.“

Zu den Investitionen gehören aktuell der Umbau der Jugendherberge, die Sanierung der Häuser der Wohnanlage am Marienburger Weg und die Einrichtung eines kleinen Ärztezentrums in den historischen Räumen des alten Landgerichts in der Salinenstraße 2.

Zuschüsse für Bildung, Kultur, Sport, Soziales und Senioren gewährt die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist, erläuterte Kämmerer Oscar Gruber. So fließen mehr als 200 000 Euro an die Hochschule, rund 180 000 Euro in die Miet­ermäßigung für Seniorenheime sowie mehr als 183 000 Euro in soziale Hilfen und die mobile Jugendarbeit. Für das laufende Jahr wird mit Erträgen von rund 5,8 Millionen Euro gerechnet, denen Aufwendungen von 5,5 Millionen Euro gegenüberstehen. Bis ins Jahr 2020 sollen 4,6 Millionen Euro investiert werden, besonders in die Sanierung der Mietwohnungen. Für den Umbau des Alten Landgerichts ist ein Darlehen von 1,6 Millionen Euro vorgesehen.

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