Sterben wird in Untermünkheim massiv teurer

Der Gemeinderat legt neue Bestattungs- und Friedhofsgebühren fest. In weiten Teilen soll nun ein Deckungsgrad von 100 Prozent der kalkulierten Kosten erreicht werden.

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Schön ist der Untermünkheimer Friedhof gestaltet. Ein Grab und die Bestattung dort werden allerdings ab dem morgigen Samstag mit Inkrafttreten der neuen Satzung, die der Gemeinderat beschlossen hat, wie überall in der Kommune deutlich teurer.  Foto: 

Im Jahr 2009 hat Untermünkheim letztmals seine Friedhofs- und Bestattungsgebühren geändert. 2015 erreichte die Kommune in diesem Bereich einen Deckungsgrad von 62 Prozent – Beerdigungen wurden quasi subventioniert. Nun wurden die Kosten im Auftrag der Kommune vom Büro Schmidt und Häuser kalkuliert. „Das ist notwendig, weil maximal ein Deckungsgrad von 100 Prozent erreicht werden darf“, erklärte Ralf Fischer, der die Ergebnisse in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vorstellte. Wie hoch der Deckungsgrad künftig sein solle, darüber könne das Gremium frei entscheiden.

Deutliche Gebührenerhöhung

„Es ist allen klar, dass die erbrachte Leistung ihren Preis hat“, meinte Gemeinderat Hermann Stapf. Weder von ihm noch von anderen Amtskollegen wurde deshalb angezweifelt, dass Bauhofleistungen und Ähnliches künftig von den Gebühren vollständig gedeckt sein sollten. „Bei einem Doppelwahlgrab bin ich angesichts der Gebühren von 6500 Euro aber schon erschrocken, wo es doch bisher 1700 Euro waren“, sagte er und meinte: „Wir haben Baupreise um die 200 Euro, das kann man dem Bürger schlecht erklären.“ Auch andere Räte stellten fest, dass die Erhöhungen sehr deutlich seien.

Es liege am Gemeinderat, er sei der Souverän, meinte Kämmerer Daniel Sommer. Er gab zu bedenken, dass es Fördermittel aus dem Ausgleichsstock meist nur gebe, wenn in einer Gemeinde ein Deckungsgrad der Kosten von mindestens 70 Prozent erreicht werde. „Die Kosten sind da. Man darf die Augen nicht vor der Wahrheit verschließen“, sagte Gemeinderat Claudius Reimer.

Bei der Abstimmung taten sich die Gemeinderäte nicht leicht. Für fast alle Posten beschlossen sie, die Kosten entsprechend der Kalkulation voll zu decken. Nur beim Einzelwahlgrab wurde bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung eine Deckung von 80 Grad und damit einer Erhöhung von 850 auf 2490 Euro statt auf 3115 Euro beschlossen. Beim Doppelwahlgrab strebt der Gemeinderat eine 70-prozentige Deckung mit 4570 Euro statt bisher 1700 Euro an.

Ein Reihengrab für einen Erwachsenen hat in der Gemeinde Untermünkheim bisher 450 Euro für eine Ruhezeit von 20 Jahren gekostet, ab Samstag werden dafür 1560 Euro fällig. Damit ist das Sterben im Kochertal im Haller Land noch nicht am teuersten: Mainhardt verlangt seit diesem Jahr dafür 3600 Euro, ab 2019 sogar 4460 Euro – inklusive sind allerdings 30 Jahre Ruhezeit. Vergleichsweise günstig ist es dagegen in Bühlerzell, wo 500 Euro für 25 Jahre Ruhezeit fällig werden. „Manche Kommunen haben aber auch noch nicht neu kalkuliert“, erklärte Untermünkheims Kämmerer Daniel Sommer in der Gemeinderatssitzung.

Ähnlich günstig ist ein Reihengrab fü einen Erwachsenen in Wolpertshausen (700 Euro), Satteldorf (710 Euro) oder Gaildorf (780 Euro). Günstiger ist es mit 833 Euro auch im benachbarten Braunsbach, 1380 Euro auch in der Nachbarkommune Schwäbisch Hall. Ähnlich liegen Oberrot (1660 Euro) und Michelfeld (1700 Euro). Leicht teurer ist es in Rosengarten (2170 Euro) und Michelbach / Bilz (2000 Euro).

Für ein Urnenreihengrab wurden in Untermünkheim bisher 300 Euro verlangt, ab Samstag 1105 Euro. Mit 250 Euro ist es im Kreis in Blaufelden am günstigsten, mit 1680 Euro in Mainhardt am teuersten, ab 2019 kostet es dort 2080 Euro. Die Nachbarkommune Braunsbach berechnet 563 Euro, Schwäbisch Hall 820 Euro. Ähnlich viel verlangt Rosengarten mit 1090 Euro. fär

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