Steaks, Sushi, europäische Küche: Was sich in Halls Gastronomie tut

Bewegung in der Haller Gastronomie-Szene: Lokale in der Innenstadt eröffnen neu oder haben seit kurzem einen neuen Pächter. Zugleich endet mit diesem Jahr eine Ära - nach mehr als 130 Jahren.

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Diskutieren über die nächsten Gerichte und Zutaten: Anna Stumpp und Simon Würtz in ihrem neu eröffneten Restaurant Ohso in der Zollhüttengasse.  Foto: 

Broccoli-Blumenkohl-Sesam-Suppe, Fleischbällchen in Rindersugo mit Kartoffeln und Ravioli, gefüllt mit italienischem Fontinakäse - diese Speisen standen vorgestern auf der Speisekarte des Ohso. Das Restaurant eröffnete vor vier Wochen in der Zollhüttengasse, "in einer Ecke, in der sehr viel los ist. Vom Bahnhof kommen viele Leute in die Stadt, hier gibt es auch viele Sonntagsspaziergänger", sagt Anna Stumpp. Die 31-Jährige und der zwei Jahre jüngere Simon Würtz betreiben das Ohso, das nur abends geöffnet ist. Den Gästen soll eine "moderne, experimentierfreudige europäische Küche" geboten werden, sagt Würtz. Dieses Konzept solle mit regionalen Produkten umgesetzt werden. Die Speisekarte, durch Tagesgerichte ergänzt, wechselt alle paar Wochen, es wird eine Terrasse gebaut, und die Inneneinrichtung - Stühle, Tische, Bank - haben Stumpp und Freunde in wochenlanger Feinarbeit bearbeitet.

Würtz kochte fünf Jahre im Hohenheimer Sternelokal Speisemeisterei, jetzt wagt er in Hall den Neuanfang in jenen Räumen, in denen früher ein Asiate, ein Grieche, eine US-Disco und eine Brauerei waren.

„Kein Weitergehen auf vorgetretenen elterlichen Pfaden“

Würtz' Eltern betrieben von 1990 bis 2011 das Restaurant Sonne in der Gelbinger Gasse. Das Angebot im Ohso aber werde "kein Weitergehen auf vorgetretenen elterlichen Pfaden" sein, betont der 29-Jährige: "Wir wollen unser eigenes Ding machen."

Eine Neueröffnung gibt es bald auch in der Blockgasse. Das japanische Restaurant Masu-Sake werde "in spätestens drei Wochen" öffnen, sagt Dung Nguyen. Er gehört zur Familie von Van Cong Le, die das chinesische Lokal in der Schwatzbühlgasse führt. Das Haus in der Blockgasse hat sie vor etwa dreieinhalb Jahren gekauft und dann komplett kernsaniert, wie Nguyen sagt. Der Umbau habe auch deshalb so lange gedauert, "weil wir viel selbst gemacht haben". Jetzt ist das Restaurant fertig: Dort werde es vor allem Sushi und gegrillte Speisen aus der japanischen Küche geben, kündigt Nguyen an. Zur Eröffnung werde kräftig gefeiert.

Das hat Osman Gül schon hinter sich. Der 46-Jährige ist seit November der Pächter des Restaurants Blauer Bock in der Langen Straße in der Katharinenvorstadt. Gül bietet schwerpunktmäßig, neben regionalen Gerichten, Steaks an - von der Lammhüfte über das Filet bis zum Rib-Eye. Der gebürtige Rothenburger lebt seit zehn Jahren in Hall, sechs Jahre lang führte er das Finale-Lokal in der Anlage des Haller Tennisclubs am Schenkenseebad. "Dort kamen Steakgerichte immer gut an", erinnert sich Gül. Viele Gäste hätten ihm gesagt: "In Hall fehlt ein Steakhaus." Das gibt es nun in der Langen Straße, inklusive Wintergarten, Räumen zum Feiern und Fremdenzimmern. Alle Gerichte und Zutaten seien selbst gemacht - das betonen sowohl Gül als auch Würtz und Stumpp, als sie über ihre Speisen reden.

Renoviert und neu eröffnet worden ist auch die Alte Wache am Gefängnis (nicht zu verwechseln mit der Alten Wache am Säumarkt - siehe unten): Das Restaurant Salinas 8 vermietet das Häuschen am Kocher nun beispielsweise für Feste.

Es gibt auch Haller Lokale, die sich aus der Szene verabschieden. Die Weinstübe Würth im Weiler ist seit mehr als 130 Jahren in Familienbesitz. Zum Jahresende ist Schluss fürs Würthsbeck: Wenn Ingrid Hettenbach das letzte Mal den Schlüssel im Schloss drehen wird, endet eine gastronomische Ära in Hall.

Das Café le Mélange in der neuen Straße ist bereits zu: Im Dezember schloss Inhaberin Laila Lamrani Bueno das Lokal, in dem südländische Speisen und Getränke angeboten worden waren.

Alte Wache am Säumarkt: Zukunft mit Gastronomie möglich

Betriebe In Hall gibt es 216 Gaststättenbetriebe - also Betriebe, die eine Schankgenehmigung haben. Dazu gehören beispielsweise auch Tanzschulen, Bäckereien, Metzgereien, Kebap-Läden, Vereinsheime, Neubau-Saal, der Campingplatz Steinbach. Alte Wache Derzeit ist sie Lagerraum für eine Kunstgalerie, später sei dort eine gastronomische Nutzung gut vorstellbar - das sagt Klaus Wackenheim von der Haller Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft über die Alte Wache am Säumarkt. Die GWG, Eigentümerin der Wache, will mit einer Vermietung warten, bis die Marktstraße und die Fläche vor der Wache fertig umgebaut ist. Das ist erst 2016 der Fall - wegen der B 19-Sperrung soll es keine zusätzlichen verkehrsbelastenden Bauarbeiten in der Innenstadt geben.

WD

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