Stadtwerke kaufen Somentec AG

Die Haller Stadtwerke wachsen weiter: Zum 1. Oktober übernimmt der kommunale Dienstleister die Somentec AG aus Langen. Der Software-Hersteller beschäftigt 60 Mitarbeiter. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

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Die Stadtwerke-Familie wird größer: Die Mitarbeiter des kommunalen Energieversorgers, hier bei der Einweihung des neuen Gebäudes an der Gartenschauhalle, freuen sich auf 60 neue Kollegen - sie arbeiten in Langen und Dresden. Archivfoto: Ufuk Arslan

"Zum 1. Oktober 2013 wird die Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH eine Mehrheitsbeteiligung an der Somentec Software AG in Langen übernehmen", heißt es in einer Pressemitteilung, die der kommunale Energieversorger gestern Nachmittag verschickt hat. Bei der Firma, die rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, handelt es sich um einen Softwarehersteller aus dem Frankfurter Raum, der auf die Entwicklung von Energieabrechnungslösungen spezialisiert ist. Die Stadtwerke wollen durch die Beteiligung den Umfang ihres Dienstleistungsproduktes Sherpa erweitern. Roland Pfitzer, neben Johannes van Bergen und Gebhard Gentner Geschäftsführer der Stadtwerke, führt Somentec künftig gemeinsam mit Christian Hartlieb und Olaf Polak, beide bislang Vorstände der AG. Uwe Ladehoff, dritter Somentec-Vorstand, scheidet aus Altersgründen aus dem Unternehmen aus.

Sherpa, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke, bietet seit 1999 Dienstleistungungen für Unternehmen der Energiewirtschaft an. Die gleichnamige Software wurde von den Stadtwerken entwickelt und fortlaufend gepflegt. Mit Hilfe von Sherpa werden für über 60 Dienstleistungsunternehmen im Strom- und Erdgasbereich rund 500000 Endkunden betreut und abgerechnet. Die Stadtwerke erwirtschaften an ihrem Standort in Hall mit rund 480 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 236 Millionen Euro.

Die 1994 gegründete Somentec Software AG hat sich als Software- und Beratungshaus auf die Unterstützung von Energie-, Wasser- und Wärmeversorgern sowie Contracting-Unternehmen und Betreibern geschlossener Verteilernetze fokussiert. Mit ihrer Software XAP lassen sich Geschäftsprozesse automatisiert steuern. Die AG, deren Aktien nicht an der Börse gehandelt werden und sich bisher im Besitz der Firmengründer Hartlieb, Polak und Ladehoff befinden, erwirtschaftete am Hauptsitz Langen und der Niederlassung in Dresden zuletzt einen Umsatz von 5 Millionen Euro. "Durch die Beteiligung der Stadtwerke können die Stärken beider Unternehmen gebündelt werden", sagt Ronald Pfitzer. Übernommen werden zunächst 76 Prozent der Anteile. Der Standort Langen und die dortigen Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. "Wir werden in die Lage versetzt, unseren Kunden breitere Dienstleistungsangebote mit noch höherer Servicequalität zu bieten. Darüber hinaus erreichen wir eine Erweiterung unseres Dienstleistungsangebotes auf die Geschäftsbereiche der Wärme- und Wasserversorgung", so Pfitzer.

Somentec erschließe sich durch die Kooperation einen erweiterten Kundenkreis und steigere durch die personelle Unterstützung der Stadtwerke im Bereich des Endkunden-services auch die Dienstleistungstiefe. "Beide Unternehmen passen ideal zusammen, es ist eine Win-Win-Situation", kommentiert Somentec-Vorstand Olaf Polak die Transaktion. "Mit einem bekanntermaßen agilen und innovativen Marktpartner wie den Stadtwerken können wir uns im Wettbewerb ganz anders positionieren". Hätte Somentec an einen Mitbewerber verkauft, wäre die Gefahr groß gewesen, dass das Knowhow abgeschöpft und die Firma dann vom Markt genommen wird.

Zukünftig wird die Somentec Software AG durch die bisherigen Vorstände Christian Hartlieb und Olaf Polak sowie Ronald Pfitzer geleitet.

www.stadtwerke-hall.de

www.somentec.de

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