Stadtpfarrer Rainer Zube verlässt Gaildorf

Rainer Zube freut sich auf den Ruhestand, den er mit seiner Frau Andrea in Essingen bei Aalen verbringen will. Er wird mit einem Gottesdienst verabschiedet. Ein Nachfolger fehlt noch.

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In seinem Abschiedsgottesdienst am Sonntagnachmittag in der Gaildorfer Stadtkirche wirkte Pfarrer Rainer Zube (Mitte) als Bläser im Posaunenchor sogar bei der musikalischen Gestaltung mit.  Foto: 

Der Amtssitz in der Theresientaler Straße ist leer geräumt, die Koffer sind gepackt. Zubes verlassen Gaildorf in Richtung Essingen, wo sie sich für die Zeit des Ruhestands einrichten. Die Kinder sind aus dem Haus und gehen ihre eigenen Wege. Somit verliert die evangelische Kirchengemeinde einen hoch geschätzten Theologen und Seelsorger und das sportliche Gaildorf eine kompetente und beliebte Übungsleiterin. „Es war einfach schön – eine erfüllende, eine Sinn stiftende Zeit“, blickte Pfarrer Rainer Zube in seinem Abschiedsgottesdienst auf die vergangenen Jahrzehnte zurück. Familie, Freunde, Wegbegleiter füllten die Gaildorfer Stadtkirche am Sonntagnachmittag bis auf den letzten Platz. Dort wurde Rainer Zube am 2. Juli 1989 feierlich in sein Amt eingesetzt und jetzt mit einem festlichen Akt verabschiedet.

Die Gemeinde habe ihn und seine Familie herzlich aufgenommen und durch eine wundervolle Zeit begleitet, fasste der scheidende Pfarrer seine Dankbarkeit in Worte. Aber nun beginne etwas Neues. Die Zeit des Ruhestands lege er in Gottes Hände, wohl wissend, dass sie auch in Essingen durch die große Gemeinschaft der Getauften begleitet werden. In Anlehnung an das Lukas-Evangelium, Kapitel 11, setzte er sich in seiner Predigt mit der Macht der Dämonen und den vielfältigen Heilsversprechen auseinander. Wann das Reich Gottes komme, wo es denn sei, das hätten schon die Pharisäer wissen wollen. „Es ist da, wo wir in der Kraft des Heiligen Geistes Lebensfreude verspüren“, war Pfarrer Zubes Erklärung. Das sei ein großer Einschnitt für alle Seiten, stellte Dekan Uwe Altenmüller fest. Nach über 28 Jahren in der Kirchengemeinde und 31 Jahren im Kirchenbezirk seien viele Beziehungen und Freundschaften gewachsen und Gaildorf  für die Familie zur Heimat geworden. 248 Kinder, Jugendliche und Erwachsene habe Pfarrer Zube getauft, 81 Paare kirchlich getraut, unzählige Predigten vorbereitet und Gottesdienste gehalten, Familien durch Freud und Leid begleitet, den Dekan vertreten, in Leitungsgremien, Ausschüssen und Arbeitsgemeinschaften mitgearbeitet. Die ökumenische Zusammenarbeit, die sich in gemeinsamen Gottesdiensten oder Projekten wie dem „ökumenischen Kreuzweg“ oder der „Nacht der Ökumene“ ausdrückten, lagen Pfarrer Zube besonders am Herzen. Ihm war wichtig, dass schon seine Schüler mit anderen Konfessionen Bekanntschaft schließen.

Auch die von ihm angeregten Ausstellungen im Turm der Stadtkirche werden in Erinnerung bleiben. Und nicht zuletzt verliert der Posaunenchor einen versierten Bläser. Sogar seinen eigenen Abschied hatte Pfarrer Zube musikalisch mitgestaltet. Bereits zwei Mal war die Pfarrstelle ausgeschrieben. Sie wird wohl eine Zeit lang vakant bleiben.

Mit einem Blumenstrauß und Worten des Dankes verabschiedete sich Dekan Altenmüller auch von Andrea Zube. Sie habe den Pfarrdienst ihres Mannes mit getragen und sich in diverse Projekte eingebracht. Er verwies auf die wunderschönen Paramente in der Stadtkirche, die mit Erlösen aus Flohmärkten mitfinanziert werden konnten. Andrea Zubes Abschiedsgeschenk war das getanzte „Vaterunser“ mit einer ihrer Fitnessgruppen.

Beim anschließenden Ständerling im benachbarten Gemeindehaus mussten Rainer und Andrea Zube viele Hände schütteln. Kirchengemeinderäte, Kirchenchor, Posaunenchor, Bürgermeister Frank Zimmermann mit Familie, Pfarrkollegen, Amtsträger und Vertreter der umliegenden Gemeinden, sie alle trugen mit ihren Stimmen oder Instrumenten, mit wohlmeinenden Worten, guten Wünschen und Geschenken dazu bei, der scheidenden Pfarrersfamilie einen herzlichen und vielleicht auch ein wenig schmerzlichen Abschied zu bereiten.

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