Spenden aus ganz Deutschland

Rund eine Million Euro liegen auf den Spendenkonten der Gemeinde Braunsbach. Die Verteilung an Hilfsbedürftige regelt eine spezielle Richtlinie.

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Spenden aus ganz Deutschland sind nach der Flutkatastrophe auf den Spendenkonten der Gemeinde Braunsbach eingegangen. „Es handelt sich um rund 2000 Einzelspenden“, erläutert Kämmerer Christoph Roll im Gemeinderat. „Die  Summen liegen zwischen fünf und 500 000 Euro“, ergänzt Bürgermeister Frank Harsch. Auch Städte, die selbst mit Hochwasser zu kämpfen hätten, seien unter den Spendern. Er nennt Köln und Dresden. „Die Spendenbereitschaft ist überwältigend“, so Harsch, man danke jedem Einzelnen.

In „mehrfachen Krisensitzungen“ des Gemeinderats nach dem Unwetter habe man eine „Richtlinie zur Verteilung von Spenden an Privathaushalte und Gewerbetreibende/Freiberufliche“ erarbeitet, berichtet der Bürgermeister. Diese umfasse zwei Teile. Im ersten Teil gehe um die „Soforthilfe“. Geschädigte, die einen materiellen Schaden von mindestens 2000 Euro zu verzeichnen haben, bekämen auf schriftlichen Antrag einen Pauschalbetrag von 300 Euro ausbezahlt.

Jede weitere Person in dem betroffenen Haushalt erhalte 100 Euro. Diese Regelung habe Geltung bis zum 30. Juni gehabt. Harsch beantragt, dass die Frist bis zum 31. Juli verlängert wird. Der Gemeinderat segnet dies einstimmig ab.

Der zweite Teil der Richtlinie trägt den Titel „Zuwendungen zur Schadensbeseitigung“. Inhaltlich geht es dabei um Schäden an Hausrat und Gebäuden. Sie regelt die Verteilung von Geldern an Menschen und Betriebe, bei denen die Schäden höher sind und wo es Schwierigkeiten mit der Versicherung gibt. Die Schäden müssten nachgewiesen werden, so Harsch, die Zuwendungen seien zweckbestimmt und dürften nur zur Wiederbeschaffung oder zur Reparatur eingesetzt werden. Auch hier müsse ein schriftlicher Antrag gestellt werden – bis zum 31. August läuft die Frist. „Wenn Anträge ohne Ende kommen, kann es sein, dass der Einzelne weniger bekommt“, so Harsch. Die maximale Zuwendungshöhe pro Haushalt oder Gewerbe liege nämlich bei 20 000 Euro. Eine besondere Regelung gebe es bei Härtefällen.

Zur Bearbeitung der Anträge hat die Gemeinde eine Kommission eingesetzt. „Mitglieder sind Gemeinderäte, Bürger, aber auch Kirchenvertreter“, so Harsch. Vorsitzender der Kommission soll Ulrich Stückle, Landrat a.D., werden. Auch dafür bittet der Bürgermeister um das Votum seiner Gemeinderäte. Stückle wird einstimmig zum Kommissionschef bestimmt.

Die Richtlinie

Antragstellung Die „Richtlinie der Gemeinde Braunsbach über die Verteilung von Spenden an Privathaushalte und Gewerbetreibende/Freiberufler“ soll laut Bürgermeister Frank Harsch im nächsten Amtsblatt veröffentlicht werden. Außerdem soll sie auf der Internetseite der Gemeinde unter www.braunsbach.de eingestellt werden. Anträge sind per Post, Fax (0 79 06 / 9 40 94 94) oder persönlich bei der Gemeindeverwaltung zu stellen. noa

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