Spannende Schweinereien

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Metzger Ernst Kircher aus Wüstenrot (gelbe Gummistiefel) zerteilt mit seinen Helfern eine Sau. Rund 200 Menschen sind teilweise weit gefahren, um die traditionelle Hausschlachtung zu sehen und um danach deftig zu speisen.  Foto: 

Mit seinen gelben Gummistiefeln steht Ernst Kircher in einer Lache aus Blut. Unaufhörlich tropft es zu Boden. Der Metzger aus Wüstenrot lacht, als er mit dem Beil ausholt und es in die tote Masse schlägt. Etwa 200 Menschen drängen sich am Samstagvormittag um ihn herum, filmen und fotografieren das Spektakel, Kinder stehen in der ersten Reihe, Kleinkinder sitzen auf den Schultern ihrer Väter. Es ist Schlachtfest im Hohenloher Freilandmuseum. Damit endet die Saison in Wackershofen.

Und es gilt: Das Schwein ist tot, es lebe das Schwein! Während nämlich 15 Säue dran glauben mussten, um den Appetit der Besucher zu stillen, quieken einige hundert Meter weiter die Ferkel. Der Kreislauf der Natur eben - das ist es, was Dieter Haller aus der Nähe von Bruchsal seiner Enkelin Charlotte Gethmann veranschaulichen will. Deshalb verfolgt der 64-Jährige die Hausschlachtung zusammen mit der Achtjährigen und erklärt ihr, was passiert. "Es ist wichtig, dass Kinder sehen, wo die Wurst her kommt", sagt er. "Spannend", kommentiert seine Enkelin das, was sie da sieht.

Übrigens: Bürokratie macht auch vor Schweinen nicht halt: Lange Zeit durften die unter den Augen der Menschen geschlachteten Schweine im Anschluss sofort verspeist werden, erklärt Heinz Kugele vom Arbeitskreis für Tracht und Brauchtum. Seit fünf Jahren besagt jedoch eine EU-Richtlinie, dass das Fleisch zunächst in die Kühlkette wandern muss. Was die Besucher am Wochenende vertilgt haben, musste also schon davor geschlachtet werden. Echte Schweine-Bürokratie aus Brüssel!

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