Sophie-Scholl-Kirche: Ausstellung zur Widerstandsgruppe "Weiße Rose" eröffnet

Die richtige Veranstaltung am richtigen Ort: In der Sophie-Scholl-Kirche auf dem Haller Teurershof ist "Die Weiße Rose" zu besichtigen, eine Ausstellung zum Widerstand. Am Mittwoch war Eröffnung.

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    Folker Förtsch hält den Vortrag zur Ausstellungseröffnung. Foto: 
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    Widersetzten sich dem NS-Regime: Hans Scholl und Sophie Scholl. Foto: 
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Es gibt eine ganze Reihe von lokalen Anknüpfungspunkten. Als es um die Benennung des 2003 geweihten Gotteshauses ging, entschied sich in der Kirchengemeinde eine Mehrheit für Sophie Scholl. Der Vorsitzende des Kirchengemeinderates Ernst Michael Wanner sagt, dass dies nicht selbstverständlich gewesen sei.

Pfarrer Andreas Oelze wies in seiner Begrüßung zur Ausstellung darauf hin, dass es sich um die einzige Kirche dieses Namens handle. Und an diesem Ort informiert man über die Namensgeberin, ihre Familie - deren Lebensmotto "Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten" lautete - und die Freunde aus der Widerstandsgruppe.

Sophie Scholl ist in Forchtenberg geboren, ihr älterer Bruder Hans in Ingersheim, einem Teilort von Crailsheim. Auch Eugen Grimminger, ein Geldgeber der Gruppierung, war gebürtiger Crailsheimer. Es gibt in Crailsheim den Arbeitskreis Weiße Rose, der mit dem Stadtarchiv Crailsheim diese von der Landeszentrale für politische Bildung geförderte Wanderausstellung erarbeitet hat.

Geschwister Scholl sind in Hohenlohe geboren

Stoff-Fahnen führen in Bild und Text das aus, was am wichtigsten erschien: Die Positionen der Widerständler in Konfrontation mit denen ihrer Gegner, der nationalsozialistischen Führung. Für Folker Förtsch, der den Fachvortrag hielt, sind die Ideen und Formulierungen ein Thema, seit er sich mit 18 Jahren zum ersten Mal damit befasste. "Ich bin immer noch fasziniert." Förtsch schöpfte aus seinem fundierten Wissen, trug frei vor und begleitete dies mit Fotos und Materialien, aus denen er zitierte. Die Besucher folgten aufmerksam den anderthalbstündigen Ausführungen und stellten anschließend Fragen. Schwerpunkt war der Werdegang der jungen Leute, die meist als glühende Verfechter des NS-Systems mit Karriereaussichten begonnen hatten.

Nach dem Damaskuserlebnis auf einem Reichsparteitag in Nürnberg, das Förtsch anschaulich schilderte, wandte sich zunächst Hans Scholl ab. Es entstand eine Art innerer Emigration mit einer intensiven Aufarbeitung kultureller und philosophischer Grundlagen. Für den Stadtarchivar ist besonders wichtig, dass dies schließlich in die Opposition führen konnte, die immer kompromissloser wurde. Das bedeutet auch: Dieser Weg war möglich. Was die bekannte Katastrophe auslöste und aus welchen Motiven, wurde detailliert erörtert. Sophie Scholl zeigte sich besonders in dieser Schlussphase als gefestigt und furchtlos: "Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte. Ich bereue deshalb meine Handlungsweise nicht, und ich will die Folgen, die mir aus meiner Handlungsweise erwachsen, auf mich nehmen."

Info Bis zum 8. März ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

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