Soll Gemeinderat neu über Sanierung der Burgenlandhalle abstimmen?

TSV-Vorsitzender Heiko Dietrich hofft, dass die Braunsbacher Gemeinderäte nach den gestiegenen Kosten die Entscheidung zugunsten der Sanierung des alten Gebäudes zu überdenken.

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Die Schaukästen an der demolierten Braunsbacher Burgenlandhalle sind fast leer – ansonsten ist von außen kaum zu erkennen, dass das Unwetter am 29. Mai letzten Jahres dort Schäden von über 2 Millionen Euro angerichtet hat – vor allem im Gebäude.  Foto: 

Unerwartet haben Heiko Dietrich die Nachrichten von der jüngsten Braunsbacher Gemeinderatssitzung getroffen: Dass nun doch ein Eigenanteil von bis zu 400 000 Euro wegen der Verbesserungen der Sanierung der Burgenlandhalle entstehen könne, hat den Vorsitzenden des TSV Braunsbach sehr überrascht. „Mehrfach hatte man Architekt Wolfgang Kuhn im Gemeinderat gefragt, als es um die Sanierung ging, ob es bei den 10 000 Euro Eigenteil bleibt“, erinnert er sich.  Kuhn habe dies bestätigt. „Nur unter diesen Voraussetzungen hatte man damals der Sanierung zugestimmt“, ist sich der Vorsitzende sicher. Und diese hätten sich nun verändert.

„Der Gemeinderat muss deshalb neu entscheiden“, fordert Dietrich. Dass der Eigenanteil so plötzlich auf das 25- bis 40-fache gestiegen sei, ändere doch die Entscheidungsgrundlage für das Gremium.

Ihm sei auch klar, dass ein Neubau viel mehr verschlingen würde. „Aber die Entscheidung zur Sanierung wurde zu früh getroffen“, ist seine Meinung. Denn der TSV hatte sich um einen Mäzen gekümmert, dessen Antwort bei der Sitzung noch ausstand. „Nachdem der Gemeinderat dem Neubau eine Absage erteilt hatte, kam von dort natürlich auch eine Absage“, so Dietrich. Vielleicht werde ein Sponsor gefunden, wenn der Gemeinderat dafür noch offen sei.

Denn die alte Halle mit ihren kleinen Maßen ohne Parkplätze und wenig Raum für Sportgeräte mitten im Ort zu sanieren, das hält er für falsch. „Das war schon vor 36 Jahren, als sie gebaut wurde, eine Riesendiskussion, und man sieht, dass es ein Fehler war“, meint der TSV-Vorsitzende. Jetzt mache man diesen erneut. Für ihn bleibe auch die Frage, ob es am Ende beim Eigenanteil von 400 000 Euro bleibt oder es noch teurer wird.

„Das darf es nicht, aber man weiß es nie“, meint Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch dazu. Eins stellt er aber deutlich klar: Dass der Eigenanteil von 10 000 Euro nun auf bis zu 400 000 Euro gewachsen ist, sei den Verbesserungen geschuldet, welche die Kommune vornehmen wolle und die nicht Teil von gesetzlichen Vorschriften seien.

Etliche Verbesserungen geplant

Dieses Geld fließe in Maßnahmen für eine bessere Akustik und Wärmedämmung sowie unter anderem einen Aufzug. „Natürlich kann man sich überlegen, ob man das weglässt“, sagt er. Aber diese Verbesserungen seien sinnvoll.

„Ich habe sehr viel Sympathie für einen Hallenneubau, und mir wäre der auch lieber“, betont der Schultes. Aber die zwei Millionen Euro dafür könne Braunsbach einfach nicht stemmen – ein Betrag, der eben noch weit entfernt vom jetzigen Eigenanteil sei. „Der Kostenabstand zwischen Sanierung und Neubau ist so eklatant. Und der Eigenanteil wird zudem auch noch zur Hälfte vom Sanierungsprogramm beglichen“, fügt er hinzu.

Der Idee, dass ein Mäzen die Kosten für einen Hallenneubau am Sportpark übernimmt, stehe er aber auch jetzt noch offen gegenüber: „Es ist noch nicht viel passiert. Wenn jetzt einer zwei Millionen Euro auf den Tisch legt, ist noch alles möglich.“

Beim Beschluss für die Sanierung lag dem Gemeinderat die Information vor, dass die Kommune nur einen Eigenanteil von 10 000 Euro erwartet, weil die Versicherung alle Kosten und auch gesetzlich vorgeschriebenen Verbesserungen übernimmt. „Wir haben die Entscheidung extra wegen des TSV um zwei Monate verschoben“, so Bürgermeister Frank Harsch. In der Septembersitzung erklärte Architekt Wolfgang Kuhn, dass nun Kosten bis rund 400 000 Euro entstehen. Allerdings wurden diese Pläne vom Gremium bestätigt. fär

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