Skigeschäft auf Talfahrt

Bei Intersport macht der Verkauf von Brettern und Skischuhen rund ein Fünftel des Wintersportgeschäfts aus. Die Erfahrung zeigt, dass viele Kunden erst zugreifen, wenn Schnee liegt.

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Zwei Skifahrer haben Spaß auf der Piste. Doch die Verkaufszahlen von Ski sinken von Jahr zu Jahr.  Foto: 

Schnee animiert Wintersportler, sich neue Skiausrüstungen zu kaufen. Schmuddelwetter hält sie davon ab. Einen Zusammenhang von Winterwetter und Skikauf stellt die Einkaufsgemeinschaft in Heilbronn klar fest. Petra Volz ist Einkäuferin bei Intersport Deutschland. Sie erklärt: „Leider kam der Winter in den vergangenen Jahren, wenn überhaupt, erst sehr spät. Unsere Händler haben zu diesem Zeitpunkt oftmals bereits die Abverkaufsphase eingeläutet und bieten ihre Ware zu reduzierten Preisen an. Für die diesjährige Wintersaison sind wir positiv gestimmt. Es herrschen bereits jetzt hervorragende Pistenbedingungen in den Gletschergebieten. Das merken wir auch an der Kundennachfrage.“

Das war in den zurückliegenden Wintern anders. Ski und Ski­stiefel wurden weniger nachgefragt als in den jeweiligen Vorjahren. Dies ist eine globale Entwicklung. Wurden zu Beginn der 1990er-Jahre weltweit jährlich rund 8 Millionen Paar Ski abgesetzt, so sind es inzwischen noch 3 Millionen Paar. Alljährlich liefert sich der Handel Rabattschlachten. Oft werden selbst die aktuellen Ski- und Schuhmodelle mitten im Winter drastisch vergünstigt. Vorjahresmodelle gibt es oft zu Schnäppchenpreisen.

Nachlieferung aus Heilbronn

Aus dem rückläufigen Ski- und Skischuhgeschäft ziehen Händler Konsequenzen. Einige verkleinern ihre Verkaufsflächen oder bieten die Hardware überhaupt nicht mehr an. Diesen Trend bestätigt die Intersport-Einkäuferin Petra Volz: „In den vergangenen Jahren haben sich einige Sporthändler von der Kategorie Wintersport verabschiedet oder ihre Skiwand im Geschäft verkleinert.“ Dieser Entwicklung will Intersport Rechnung tragen. So wurde das Konzept „Ski on Demand“ entwickelt. Dieses sieht vor, dass der Händler die neuesten und innovativsten Skimodelle der Top-Marken zwar zeigt, aber er hat die oft kostspieligen Latten nicht in großen Mengen im Lager. „Sobald ein Modell in einer Länge verkauft wurde, wird es aus dem Zentrallager in Heilbronn nachgeliefert. Mit diesem Konzept konzentriert der Händler seinen Warenbestand und minimiert das Risiko“, macht die Intersport-Einkäuferin deutlich.

Leihen lohnt nicht immer

Der Einkaufsverband unternimmt einiges, um das Interesse am Skifahren neu zu erwecken oder aufrechtzuerhalten. Der – derzeit allerdings verletzte – Weltcup-Skistar Felix Neureuther klärt für Intersport zu Sicherheitsfragen auf, Neureuther verbringt auch bei sogenannten Schulcamps mit Klassen einige Tage im Schnee. Die Hoffnung ist, die jungen Menschen vom Skisport zu begeistern. Außerdem arbeitet die Industrie daran, das Freizeitvergnügen komfortabler zu machen – beispielsweise durch leichtere und bequemere Schuhe.

Ob diese Maßnahmen ausreichen werden, die Talfahrt des Skigeschäfts zu beenden, ist nicht vorhersehbar. Die Fachfrau von Intersport geht aber davon aus, dass es immer eine aktive Zielgruppe geben wird, die diesen Sport ausübt.

Viele Skifahrer leihen sich Ski. Einerseits ersparen sie sich dadurch den Transport, andererseits haben sie stets aktuelles Material an den Füßen. Fachleute machen deutlich, dass sich das Leihen nur für diejenigen Skifahrer lohnt, die weniger als zehn Tage im Winter Ski fahren.

Eine Ausnahme von der Talfahrt macht das Geschäft mit Langlaufski und –schuhen. Die Popularität dieser Sparte wächst.

Innerhalb der internationalen Einkaufsgesellschaft Intersport ist die deutsche Gesellschaft die größte. Dieser Verband hat seinen Sitz in Heilbronn. In Deutschland gehören rund 1500 Fachgeschäfte Intersport an, so auch Petermann und Woha in Schwäbisch Hall, Schoell in Crailsheim oder Roth in Gaildorf. just

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