Walter Stutz gestorben

Walter Stutz aus Tüngental war in vielen Ehrenämtern aktiv. Im Alter von 91 Jahren ist er am 5. Mai gestorben.

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Musik war eine große Leidenschaft von Walter Stutz. Im März hat er noch das 60-Jahr-Bestehen des Posaunenchors Tüngental mitgefeiert – jenes Chors, den er 1957 ins Leben gerufen hatte. Als er wenige Tage vor dem Jubiläum von den Anfängen des Posaunenchors erzählte, wie er die ersten Übungsstunden bei sich in der Schreinerwerkstatt abhielt, oder wie ganze Generationen als Jungbläser bei ihm in die Lehre gingen, da glänzten seine Augen. Er strahlte Freude und Zufriedenheit aus.

Doch in den vergangenen Wochen ging es Walter Stutz zusehends schlechter, erzählt seine Tochter Inge Müller. Er wurde krank, hatte Rückenprobleme, starke Schmerzen. Vor 22 Jahren hatte er eine Darmkrebsoperation überstanden, sich wieder erholt. Immer wieder hatten sie gemeinsam gescherzt, „die 100 machen wir noch voll“, erzählt Inge Müller. Doch Walter Stutz’ Lebenswille schwand nun spürbar. Am vergangenen Freitag, 5. Mai, ist er im Alter von 91 Jahren gestorben.

Das Leben des umtriebigen Walter Stutz, der mit vier jüngeren Schwestern und einem Bruder in Tüngental aufgewachsen ist, war von vielen Ehrenämtern geprägt. Er war Feuerwehrkommandant und Ehrenkommandant. Von 1975 bis 1980 war er Mitglied im Gemeinderat der Stadt Hall. Als Bestatter hat sich der Schreinermeister mehr als 20 Jahre lang auch um die traurigen Aufgaben in der Gemeinde Tüngental gekümmert. Der Vater von drei Kindern war viel unterwegs. Die Familie musste manches Mal zurückstecken. Und dann war da seine Musik-Leidenschaft. Kurz nach dem Krieg hat Walter Stutz 1946 angefangen, die Kirchengemeinde musikalisch zu begleiteten – zunächst auf dem Harmonium, und als die Kirche wiederaufgebaut war, an der Orgel. 60 Jahre lang versah Stutz den Organistendienst. Er fühlte sich der Kirchengemeinde verbunden, immerhin hat er einst unter anderem die Kanzel aus Holz gefertigt. Jahrelang hat Stutz die Chöre in Cröffelbach, Eltershofen, zeitweise auch in Wolpertshausen geleitet. Und natürlich seinen Tüngentaler Posaunenchor: Fast 50 Jahre lang, bis 2005, stand Walter Stutz dem Chor vor. Beim Jubiläum im März hat er sich an viele schöne Momente erinnert. Zum Beispiel auch an einen Auftritt 1982 während der Landesgartenschau in Hall: Stutz spielte mit seinen Tüngentalern an einem Sonntagmorgen in der Musikmuschel auf dem Unterwöhrd. „Das hat man uns erst gar nicht recht zugetraut. Aber ich dachte, das riskieren wir mal“, erzählte er mit einem knitzen Lächeln. Wenn sich Walter Stutz etwas vornahm, dann setzte er seinen Willen durch.

Das lassen auch die Erzählungen von Tochter Inge Müller oder von Walter Gronbach aus dem Posaunenchor durchblicken: Walter Stutz konnte ein Hohenloher Dickkopf sein, aber er war zuverlässig und gewissenhaft. „Raue Schale, weicher Kern“, zitiert die Tochter den ehemaligen Tüngentaler Pfarrer Hans Janus. So umtriebig Walter Stutz sein Leben lang war, so wurde er in den letzten Jahren zusehends gelassener. Er wird den Tüngentalern fehlen.

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