Schmerz schlägt auf’s Gemüt

Zwischen chronischen Schmerzen und seelischem Erleben gibt es einen Zusammenhang. Über dieses Thema sprach Chefarzt Dr. Helmut Harr an der VHS.

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Dr. Helmut Harr, Chefarzt der Psychosomatik, in einem Patientengespräch.  Foto: 

„Körperschmerz und Seelenschmerz“ – so lautete der Titel des Vortrags von Helmut Harr vor etwa 40 Besuchern in der Volkshochschule. Es ging laut einer Diak-Mitteilung um chronische Schmerzen, „die im Gegensatz zum akuten Schmerz in engem Zusammenhang stehen zum seelischen Erleben und dem sozialen  Umfeld“. Die  Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele  seien „entscheidend für Verlauf und Prognose einer chronischen Schmerzkrankheit“.

Weiter heißt es: „Chronische Schmerzen bedeuten, dass sie länger als sechs Monate anhalten.“ Oft hätten die betroffenen Patienten ein „ausgeprägtes und intensives Schmerzerleben. Dieser lang anhaltende Schmerz zermürbt und führt zur Resignation“. Kurz: „Er schlägt aufs Gemüt.“ Klassische Schmerzmittel reichten nicht mehr aus oder verlören mit der Zeit ihre Wirkung.

Unterschiedliche Schmerzphänomene machten den Zusammenhang von Körper und Seele deutlich. Dazu gehöre etwa der Phantomschmerz. Bei Verlust eines Körperteiles verspüren manche Menschen trotzdem Schmerzen, beispielsweise in einem Arm, den sie verloren haben.

„Oft entstehen Kreisläufe, die in eine Abwärtsspirale führen“, heißt es. Der Schmerz werde verstärkt durch Schonhaltungen, Stress, Ermüdung, Depressionen und Ängste. „Körperschmerz und Seelenschmerz sind eng miteinander verwoben“, sagte Harr.

Was hilft bei chronischen Schmerzen? Wichtig ist laut dem Mediziner die Unterstützung von Partnern und Freunden. „Wie der Schmerz erlebt wird, hängt viel vom sozialen Umfeld ab.“ Würden die Betroffenen als „Simulanten“ abgetan, gehe die Abwärtsspirale weiter nach unten. Wesentlich sei ein ganzheitlicher Therapieansatz. Dazu gehörten Krankengymnastik, allgemeine Aktivierung, Psychotherapie und Schmerzbewältigungstraining.

Mit dem Schmerztagebuch eines Patienten werde festgestellt, ob es Zusammenhänge zwischen der Schmerzstärke, der äußeren Situation und dem inneren Erleben gebe, so Harr. Es gelte herauszufinden, was den Schmerz lindert. Leitsätze und innere Bilder können dabei helfen. Harr: „Es ist erstaunlich, welche Fortschritte Betroffene machen, wenn Sie feststellen, dass sie selbst etwas tun können.“

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