Sanierung Hagenbachstadion: <br>Arbeiter auf Zielgerade

Die Sanierung des Hagenbachstadions liegt laut Stadtverwaltung im Zeitplan. Ende September soll das 1,47 Millionen Euro teure Projekt fertig sein.

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Statt Sprinter liefern sich die Maschinen an diesem Morgen ein Rennen. Weltrekorde werden sie nicht brechen. Sie kommen nur im Schneckentempo voran. Zumindest sind die Arbeiter aber auf der Zielgeraden. Die vorgegebene Zeit werden sie schaffen, ist Friedrich Knorr überzeugt. Der Diplom-Ingenieur von der Firma Plankonzept aus Brackenheim braucht für diese Aussage keine Stoppuhr. Auf Sekunden kommt es nicht an, sondern auf Millimeter. Knorr hält dafür ein handliches Lasermessgerät in den Fingern. „Ende September sind wir fertig.“

Das Hagenbachstadion, 1978 eingeweiht, wird seit Juni saniert und neu geordnet. Wenige Tage vor Beginn des neuen Schuljahrs sind die wesentlichen Änderungen sichtbar, auch wenn noch gebaut wird.

Insektenfreundliche Strahler kommen zum Einsatz

Bereits in den Boden gegossen sind etwa im westlichen Teil – auf der gegenüberliegenden Seite der Steintribüne – zwei Betonringe fürs Kugelstoßen. Statt für zwei Stabhochsprung-Anlagen ist dort daher nur noch Platz für eine. Auch die zwei Weitsprungflächen  sind gewichen. Sie sind nun am nördlichen Ende  des Stadions angeordnet. „Zehn Meter kann man hier springen. Das reicht“, ist Knorr überzeugt. „Der Weltrekord aus dem Jahr 1991 stammt vom US-Amerikaner Mike Powell.“ Der habe auch nicht mehr als 8,95 Meter geschafft.

Um Weltrekorde soll es im Stadion ohnehin nicht gehen. Genutzt wird die Anlage vorwiegend für den Vereins- und Schulsport. Weit mehr als 1000 Kinder und Jugendliche besuchen das angrenzende Schulzentrum West. Doch diese müssen noch ein paar Wochen warten, ehe sie das Stadion benutzen dürfen.

Martin Lenzen vom Erasmus-Widmann-Gymnasium ist deswegen nicht enttäuscht. „Wir sind froh, dass das Hagenbachstadion überhaupt saniert wird.“ Mängel gab es dort bereits seit mehr als 25 Jahren, etwa durch die verschlissene Bahn.

„In der Übergangszeit können die Schüler Übungen in der Halle absolvieren“, meint der stellvertretende Schulleiter – so wie bei schlechter Witterung ohnehin üblich. „Außerdem haben wir ja noch den neuen Kunstrasenplatz.“

Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, kommen weitere Highlights hinzu, etwa das neue Beach-Sportfeld am südlichen Ende der Halle 3 – dort, wo früher die Kugelstoßanlage war. Auch im Stadion gibt es technische Neuerungen: Entlang der Bahn sind alle 15 Meter insektenfreundliche LED-Strahler installiert, um Läufern auch das Training in den Abendstunden zu ermöglichen. Die Bahn selbst wird von sechs auf vier Spuren verkleinert. Dadurch entsteht Platz für einen asphaltierten Streifen um die Bahn herum, worauf Versorgungsfahrzeuge fahren können. „Die Laufbahn selbst ist dafür nicht geeignet“, meint Knorr mit Blick auf die bisherige Nutzung. Da diente die Kunststoffbahn unter anderem bei Spielen der Unicorns-Footballer auch als Präsentationsfläche für Fahrzeuge.

Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, soll nur ein Fahrzeug auf der Sportfläche unterwegs sein: ein Mähroboter. Der soll mehrmals wöchentlich in den Nachtstunden die Rasenfläche stutzen. „Das Schnittgut bleibt liegen, um der Fläche organisches Material zurückzugeben“, meint Knorr. Für die Bewässerung kommen drei Vollkreisregner im Spielmittelfeld sowie zwölf Halbkreisregner an den Rändern zum Einsatz. „Die sind so getaktet, dass sich Beregnungsanlage und Mähroboter nicht in die Quere kommen.“

Nach anfänglichen Verzögerungen durch eine Baugrundverbesserung liefe die Baustelle wieder nach Plan, teilt Robert Gruner von der Stadtverwaltung mit. Kommende Woche soll der Kunststoffbelag auf die Laufbahn aufgetragen und anschließend markiert werden. Die Kosten, so Knorr, lägen im Plan. 1,47 Millionen Euro hatte der Gemeinderat bewilligt.
 

Die neue Bahn wird nächste Woche gegossen

Technik Im Sprachgebrauch ist sie als Tartanbahn bekannt, im Fachjargon heißt sie Kunststofflaufbahn. Nächste Woche wird sie im Hagenbachstadion gegossen. Zuvor wird eine sechs Zentimeter dicke Asphaltschicht aufgetragen. Auf die kommt noch ein zehn Millimeter dickes Basislager aus Recyclinggummi, darauf erst die abschließende, fünf Millimeter starke Gießbeschichtung der Kunststofflaufbahn. „Wichtig ist aber, dass Asphaltschicht wasserdurchlässig ist“, meint Friedrich Knorr vom beauftragten Unternehmen Plankonzept. „Damit kann Wasser versickern und staut sich nicht unter der Bahn.“ Das könne zur Folge haben, dass bei Sonneneinstrahlung Wasserdampf und so Blasen entstehen, die den Kunststoff zum Reißen bringen. Die Bahn solle schließlich mehr als 25 Jahre halten.

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