Sanierung der Enslinger Kocherbrücke läuft

Bei einer Besprechung an der Enslinger Kocherbrücke geht es um den Stand der Sanierungsarbeiten. Die Maßnahme bleibt im Budget von rund 950.000 Euro.

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  • Mit einem Meterstab misst Polier Paul Maurer die Tiefe der Nischen aus, in denen Fledermäuse unter den Brückenbögen schlafen können. 1/2
    Mit einem Meterstab misst Polier Paul Maurer die Tiefe der Nischen aus, in denen Fledermäuse unter den Brückenbögen schlafen können. Foto: 
  • Solange die Fahrbahn noch nicht aufgebracht ist, sind die Bögen auch auf der Brücke deutlich zu sehen. 2/2
    Solange die Fahrbahn noch nicht aufgebracht ist, sind die Bögen auch auf der Brücke deutlich zu sehen. Foto: 
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Wolfgang Krop ist guten Mutes. Bei der Baustellenbesprechung an der Enslinger Kocherbrücke zeigt sich der Fachingenieur sehr zufrieden: „Wir sind doch schon ganz schön weit“, meint er. Was auch erfreulich ist: Man sei derzeit im Rahmen der geschätzten Sanierungskosten von rund 950.000 Euro. Das ist gar nicht so üblich bei einem denkmalgeschützten Bauwerk. Schließlich wurde das gute Stück bereits 1780 errichtet – da kann es schnell einmal zu unangenehmen Überraschungen bei den Arbeiten kommen. Dass davon nun noch welche in dieser Phase ans Licht kommen, damit rechnet der Fachmann nicht mehr.

Steinquader in Handarbeit

Jetzt würden zunächst noch die Bögen zementiert sowie die Flächen zwischen den Bögen oben auf der Brücke mit leichtem Material aufgefüllt, damit später die Fahrbahn eben verlaufen kann. „Das geht fix“, lautet seine Erfahrung damit. Rechts und links werden Steine bis zur späteren Fahrbahnhöhe aufgemauert. Die Arbeiter der Firma Amos aus dem Landkreis Heilbronn, die mit der Sanierung des historischen Bauwerks beauftragt wurde, bringen nebenan per Hand die Steine auf die benötigte Größe. „Wenn das fertig ist, können die Fahrbahn und die Abdichtung drauf“, erläutert Krop den weiteren Zeitplan.

Wann das so weit sein wird, darauf wollen sich sowohl der Ingenieur als auch Polier Paul Maurer derzeit lieber nicht festlegen. „Das Wetter ist da immer ein Faktor“, geben beide zu bedenken – vor allem weil man schließlich direkt über einem Fluss arbeite.

Eine Baustelle am Fluss sei nicht einfach, sagt Krop und verweist auf die Furt. Über diese fahren  derzeit Landwirte auf ihre Grundstücke und Radler auf dem Kocher-Jagst-Radweg – zumindest bei normalem Pegelstand. „Die Furt ist ohnehin ein Engpass.“ Der Naturschutz soll diesem Provisorium bald ein Ende machen: Bis Ende September soll sie – auch wegen der Fischpopulation – aus dem Gewässer verschwinden.  „Natürlich dürfen wir aber an und unter der Brücke weiter arbeiten“, fügt der Ingenieur hinzu. Derzeit seien rund 70 Prozent der Sanierungsarbeiten erledigt, schätzen die Fachleute.

Furt hält Fluten stand

Einen kleinen Seitenhieb in Richtung Kreisstadt kann sich das Enslinger Team allerdings bei seiner provisorischen Kocherüberquerung nicht verkneifen. „Unsere Furt hat die ganze Zeit gehalten und wurde nicht zwei Mal weggespült wie in Schwäbisch Hall“, berichtet der Ingenieur mit einem Schmunzeln. „Wenn mal ein bisschen Material locker geworden ist, hat der Bauhof schnell für eine Ausbesserung gesorgt“, lobt Maurer die gute Zusammenarbeit mit der Kommune Untermünkheim.

Geländer wird höher

Es wird in Enslingen übrigens nicht nur saniert, es wird auch verbessert: Früher waren zu beiden Auffahrten der Brücke für Radfahrer  eher unverständliche Schilder angebracht. Darauf wurde von ihnen verlangt, vom Fahrrad abzusteigen, wenn sie über die Brücke den Kocher überqueren wollten. „Das lag am zu niedrigen Geländer“, erklärt Untermünkheims Bürgermeister Christoph Maschke. Die Gefahr, dass ein Mensch vom Rad direkt in den Kocher stürzen könnte, schien für die Verkehrsbehörde zu groß und sie ordnete an, die Schilder anzubringen.

Das neue Geländer wird statt bisher 80 nun 130 Zentimeter hoch werden – und das Thema Absteigen hat sich damit nach Freigabe der sanierten Kocherbrücke in Enslingen künftig erledigt.

Über Zuschüsse werden die Arbeiten an der Kocherbrücke teilweise finanziert. Aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum kommen 396.000 Euro, 215.000 Euro aus dem Ausgleichsstock des Landes. Den Rest der rund 950.000 Euro bezahlt die Gemeinde Untermünkheim. fär

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