Kommentar von Jochen Korte

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Die Stimmung bei den Sozialdemokraten im Landkreis Hall war vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein noch recht entspannt und locker. Das war beim Kreisparteitag in Wackershofen zu verspüren. Wie es nach dem Verlust des SPD-Ministerpräsidentenamtes im hohen Norden wohl aussehen mag? Kummer sind die Genossen in Hohenlohe nach dem verheerenden Wahlergebnis vom März 2016 reichlich gewohnt. Der schien in weite Ferne zu rücken, als Hoffnungsträger Martin Schulz mit einem 100-Prozent-Ergebnis zum Bundesvorsitzenden gewählt wurde. Plötzlich schien die SPD in der Lage zu sein, Kanzlerin Angela Merkel ernsthaft Paroli bieten zu können. Dann kam die Niederlage im Saarland, dann die in Schleswig-Holstein. Wie mag es am Sonntag in Nordrhein-Westfalen ausgehen? Es wird eine Zitterpartie, wenn man den Umfragen glauben darf. Für die hiesigen SPD-Anhänger bleibt eigentlich nur die Hoffnung darauf, dass es irgendwann einmal besser wird. Ob das aber noch vor der Bundestagswahl am 24. September der Fall sein wird, sei dahingestellt. Dabei ist der SPD-Kreisverband vor Ort aktiv, wie Vorsitzender Nikolaos Sakellariou verdeutlichte. Er greift wichtige Themen aus der Arbeitswelt auf oder ist in der Flüchtlingsfrage engagiert. Offensichtlich kann die SPD machen, was sie will, es hellen sich zwar Stimmungen auf, aber Stimmen werden daraus noch nicht. Dennoch: Zur Depression besteht kein Anlass, Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Das hat die alte Tante SPD in ihrer langen Zeit auch in Hohenlohe erlebt. Hartnäckigkeit und Beharrungsvermögen können nachhaltiger sein als ein Schulz-Zug, der mit Volldampf startet und dann auf offener Strecke stehen bleibt.

Die Obersontheimer Bürger müssen weiterhin mit gelegentlichen Geruchsbelästigungen durch das Kompostwerk im Steinbruch Heer­berg leben. Die Vergärungsanlage, mit der dem Gestank der Garaus gemacht werden wollte, liegt erst einmal auf Eis. Es gibt zu wenig Bioabfälle, hieß es im Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik. Die Alternative wäre es, Biomüll aus anderen Kreisen heranzukarren. Doch wer will schon Mülltourismus und den damit verbundenen Schwerlastverkehr? Und wer weiß, was tatsächlich angeliefert wird? So ein Schuss kann auch nach hinten losgehen. So schlimm wie bei der großen Obersontheimer Fliegenplage im Sommer 2014, als die Bürger sonntags auf der Terrasse das Tortenstück unter den Plagegeistern kaum finden konnten, ist es längst nicht mehr. Unangenehme Gerüche gibt es leider immer, auch in Städten. Dort müffelt es mitunter aus der Kanalisation.

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