Neuer Kälterekord im April: 14 Bodenfrosttage

Der letzte Monat machte seinem Ruf alle Ehre ­– er begann sehr frühlingshaft, präsentierte sich dann jedoch sehr launisch.

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Viele Radfahrer holten an den sonnigen Apriltagen ihre Drahtesel aus dem Keller. Dieses Trio fährt auf einem Feldweg oberhalb der Bühler, die nach wenigen Metern in diesem Flussabschnitt in den Kocher bei Geislingen mündet.  Foto: 

Die erste Aprilhälfte verlief relativ unspektakulär mit einigen frühlingshaften Tagen, doch in der zweiten Aprilhälfte gab es das typische Aprilwetter mit einem Kälterekord in der letzten Dekade“, sagt Wetterexperte Martin Melber von der Wetterstation Westheim.

Es wurde eine Monatsmitteltemperatur von 7,6 Grad errechnet, gegenüber dem langjährigen Soll von 7,8 Grad um 0,2 Grad zu kalt. Bis zur Monatsmitte hatte es noch einen größeren Wärmeüberschuss gegeben.

Damit ist es der kälteste April seit 16 Jahren. Unterboten wurde er zuletzt 2001 mit 7,2 Grad. Den insgesamt kältesten April in der 32-jährigen Beobachtungsreihe hat Martin Melber 1989 mit 6,4 Grad notiert, den wärmsten 2007 mit 11,9 Grad.

8,8 Grad minus

Die Monatshöchsttemperatur wurde an der Westheimer Wetterstatiom am 10. April mit 24,2 Grad abgelesen. Die Monatstiefsttemperatur am 20. mit -5,3 Grad. Am Erdboden wurden am selben Tag sogar eisige  -8,8 Grad gemessen.

So spät war es noch nie so kalt seit 1985. Da die Natur durch den sehr warmen März sehr weit vorangeschritten war, gab es große Schäden im Obst- und Weinanbau aber auch bei den Erdbeeren.

Die bislang tiefste Temperatur hatte Martin Melber am 8. April 2003 mit -8,6 Grad gemessen, danach folgte bekanntlich der Jahrhundertsommer, die Extreme liegen immer dichter beieinander.

Es gab fünf Frosttage, Luftfrost in zwei Metern Messhöhe und 14 Bodenfrosttage mit Messhöhe fünf Zentimeter über dem Boden.

An 13 Tagen fiel messbarer Niederschlag – insgesamt 49,5 Liter pro Quadratmeter. Das sind 67 Prozent im Vergleich zum langjährigen Soll von 74 Litern. Die größte Tagesmenge ging am 4. April mit 9,7 Litern pro Quadratmeter nieder.

Den niederschlagreichsten April hat die Wetterstation West­heim 1994 mit 175,5 Litern pro Quadratmeter notiert, den trockensten im Jahr 2007 mit nur 2,3 Litern pro Quadratmeter.

An zwei Tagen fiel Schneeregen und Graupel, an einem Tag Schnee pur.

Schneeregen am Ostermontag

Obwohl Ostern heuer sehr spät lag, war es doch sehr kühl und ungemütlich. Die Höchsttemperaturen blieben an beiden Ostertagen unter 10 Grad stecken, und am Ostermontag, 17. April, gab es zahlreiche Graupel- und Schneeregenschauer. Am Dienstag, 18. April, bildete sich selbst im Kochertal vorübergehend eine dünne Schneedecke durch kräftige Schneeschauer.

Unter sonstigen Beobachtungen notierte Martin Melber vier heitere, wolkenfreie Tage und elf trübe, wolkenverhangene Tage. An zwei Tagen gab es Nebel. Die Sonne schien ziemlich genau ihr Soll.

Im Frühjahr erwärmt sich die Luft über Südeuropa und Afrika aufgrund der unterschiedlichen Intensität der Sonnenstrahlung schneller als über Nordeuropa und dem Meer. Dadurch entsteht ein großes Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd. Da der Unterschied anfangs sehr groß ist und die Lufttemperatur bestrebt ist, sich auszugleichen, kommt es an der Grenze, die sich im April gerade über Mitteleuropa befindet, zu einem ständigen Wetterwechsel. Die warme Luft aus dem Süden vermischt sich mit der kalten Luft aus dem Norden. Die kalte Luft enthält viel Feuchtigkeit, während die warme Luft aus dem Süden relativ trocken ist. Auf dem Festland wird die kalte Luft nun erwärmt und steigt dadurch auf. Dabei entstehen Wolken. In höheren Luftschichten befindet sich jedoch die warme Luft aus dem Süden, die daraufhin absinkt. Sie erwärmt sich weiter und löst vorhandene Wolken wieder auf. Dadurch entsteht das typische Aprilwetter mit kurzen Schauern, kräftigem Wind und teilweise wolkenfreien Tagen. Quelle: Wikipedia

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