Die Sonne geht wieder auf

Das Braunsbacher Gasthaus „Zur Sonne“ öffnet nach der Sanierung am 1. April erneut. Die vielen Helfer sollen mit einer Eröffnungsfeier gewürdigt werden.

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Mariela Sarantoudi zeigt, wie hoch das Wasser in der „Sonne“ stand.  Foto: 

Wo der Schlamm alles bedeckte, sind heute cremefarbene Fliesen verlegt. Wo nur noch blanke Mauersteine übrig waren, hängen jetzt Fotos. Und wo sich vor wenigen Tagen noch Werkzeug türmte, schmücken Kerzen und Blumen den Raum. „Ich bin froh, dass alles Wichtige fertig ist“, meint Besitzerin Mariela Sarantoudi verschmitzt, „sonst wäre die Feier wohl ein Aprilscherz geworden“.

Am Samstag soll die große Wiedereröffnung des Gasthauses stattfinden: Die „Sonne“ ist wieder da. Einer der Bauhelfer, die noch ein wohlverdientes Bier in der Stube trinken, witzelt, die Sonne sei doch nie geschlossen gewesen. Und ein bisschen hat er recht damit – während der Strapazen des Wiederaufbaus ist nie Stillstand in das Wirtshaus eingekehrt. Jeden Tag kamen teils unbekannte Helfer zusammen, um mit anzupacken, etwas vorbeizubringen und gemeinsam einen Kaffee oder ein Bier zu trinken.

Trotz der Unterstützung waren die letzten Monate für die Wirtsfamilie alles andere als leicht. „Wie im Traum sind Tage an mir vorbei geflogen, manches weiß ich gar nicht mehr“, erzählt  Mariela Sarantoudi. Fast ein Jahr hat es gedauert, bis das Gebäude und die Einrichtung wiederhergestellt waren. Dass das Haus unter Denkmalschutz steht, verkomplizierte die Arbeiten zusätzlich. Verändert haben Gastwirt Panagiotis und seine Frau allerdings wenig – Tresen und Tische stehen am gleichen Fleck wie früher, nur die Dekoration ist anders. Ein Bild ist neu: „Lächle und die Welt lächelt mit dir“, steht darauf.

Kann Mariela Sarantoudi wieder lächeln, jetzt, nachdem der Wiederaufbau abgeschlossen ist? „Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll“, sie schüttelt unmerklich den Kopf. Viele persönliche Dinge sind durch die Flut verloren gegangen. Der Familie wurde der Lebensmittelpunkt entrissen, dazu kam der finanzielle Supergau. „Es war der Weltuntergang für mich – jetzt kommt erst einmal die Zeit der Verarbeitung“, so die 44-Jährige. Aber auch eine positive Sache sieht sie bei alledem: „Wir haben so viele tolle Leute kennengelernt durch die Katastrophe. Was bleibt, sind diese Beziehungen.“ Die Braunsbacherin ist tief berührt von der Solidarität der Menschen. Teile des Inventars bekamen sie geschenkt, einmal hat sogar eine einarmige Frau beim Ausräumen geholfen.

Vorfreude auf griechische Musik

Unter dem Stern dieser Beziehungen soll auch die Wiedereröffnung am kommenden Samstag stehen. Sarantoudi hofft, dass möglichst viele Helfer kommen. Die Gemeinde organisiert einen Sektempfang, es wird Essen geben und eine Liveband.

Besonders freut sich Mariela Sarantoudi auf die Musik: Der Künzelsauer Sänger Nikos Broussis ist seit langem ein Freund der Familie. Mit Saxophonist Fabio Scinta spielt er am Samstag Rock, Pop und griechische Musik. Los geht es um 12 Uhr. Mariela Sarantoudi ist überzeugt: „Die werden richtig Stimmung machen, das wird ein super Fest.“ Und so wie sie jetzt strahlt, wird klar: Das ist bestimmt kein Aprilscherz.

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