Rund um die Uhr einsatzbereit

|
Die Haller Delegation mit Bundeswehrangehörigen auf dem Flugfeld in Niederstetten. Sechs Anästhesisten und zwei Mitarbeiter der Leitstelle Schwäbisch Hall haben sich auf dem Gelände des Transporthubschrauberregiments 30 über SAR-Hubschrauber informiert.   Foto: 

Hin und wieder landet ein Bundeswehr-Rettungshubschrauber in Tarnbemalung und mit orangefarbenen Seitentüren auf dem Landeplatz des Diakonie-Klinikums Schwäbisch Hall. Die drei großen blauen Buchstaben SAR auf den Seitentüren stehen für „Search and Rescue“ – weil der Helikopter auch für Such- und Rettungseinsätze im Hochgebirge ausgestattet ist. Die Maschine vom Typ Bell UH-1D war bis 2016 beim Lufttransportgeschwader am Fliegerhorst Penzing bei Landsberg am Lech stationiert. Ende 2016 wurden zwei Hubschrauber von dort zum Transporthubschrauberregiment 30 nach Niederstetten verlegt.

Helikopter kennenlernen

Um das SAR-Team auch einmal außerhalb eines Einsatzes kennenzulernen, initiierte Diak-­Oberarzt Dr. Nils Wagner, der als Flottillenarzt regelmäßig mit der Deutschen Marine zusammenarbeitet, kürzlich den Besuch einer Delegation von sechs Haller Anästhesisten in Niederstetten. Von einem Verbindungsoffizier erhielten die Intensivmediziner eine interessante Einführung über den SAR-Dienst der Bundeswehr. Im zweiten Teil des Besuchs bestand die Möglichkeit, die Besatzungen sowie Helikopter und medizinisches Gerät näher kennenzulernen.

Im Auftrag des Bundesministers für Verkehr richtete die Bundeswehr bereits in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen nationalen Such- und Rettungsdienst für Luftfahrzeuge ein. Hauptaufgabe der SAR-Hubschrauber der Bundeswehr ist, „in Not befindliche Luftfahrzeuge zu suchen, deren Insassen zu retten und – im Rahmen der Möglichkeiten – Post und Fracht zu bergen“. So steht es in den internationalen Vereinbarungen.

Luftnotfälle von Flugzeugen und anderen Luftfahrzeugen wie Segelfliegern oder Ballonfahrern sind in Deutschland tatsächlich relativ selten. Deshalb stehen die SAR-Hubschrauber auch zur Verfügung, wenn schnelle Hilfe geboten ist. Sie werden unterstützend bei Verkehrsunfällen und anderen medizinischen Notfällen alarmiert und bilden einen wichtigen Bestandteil der zivilen Rettungsorganisation für die Bevölkerung. Immer dann, wenn kein anderes ziviles Rettungsmittel zur Verfügung steht.

Neben den beiden Hubschraubern in Niederstetten hält die Bundeswehr für das gesamte Bundesgebiet noch fünf weitere SAR-Helikopterstationen vor: In Nörvenich bei Köln, in Holzdorf, Landkreis Wittenberg, sowie für Nord- und Ostsee beziehungsweise die Bundesländer Schleswig-­Holstein und Hamburg die SAR-­Stationen Warnemünde und ­Helgoland. Die medizinische Ausrüstung eines SAR-Hubschraubers ist gleichzusetzen mit der ­eines zivilen Rettungshubschraubers. Zusätzlich verfügt der SAR-Hubschrauber noch über eine Winde und hat auch die Möglichkeit, Außenlasten zu transportieren. Die Besatzung besteht aus zwei Piloten sowie einem Luftrettungsmeister, also einem Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter. Bei Einsätzen im Rahmen der dringenden Nothilfe kann zusätzlich noch ein Notarzt aufgenommen werden.

Die SAR-Helikopter sind durchgehend 24 Stunden, sieben Tage die Woche und das ganze Jahr über einsatzbereit. Das bedeutet, auch Einsätze in der Nacht sind möglich, was in der zivilen Luftrettung eher die Ausnahme ist. Für die Menschen in der Region bedeutet die neue Stationierung in Niederstetten eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität im Notfall. Zum einen, weil durch ein zusätzliches Luftrettungsmittel die Hilfsfristen bei der Rettung von Schwerverletzten verbessert werden können. Zum anderen, weil sich Engpässe von nächtlichen Notfall-Verlegungen verringern lassen.

Schnell bei Schlaganfall

Gerade beim Verdacht auf Schlaganfall ist schnelles Handeln gefragt. Nach Diagnosestellung eines schweren Schlaganfalls ist eine Behandlung in einer Klinik der Maximalversorgung wichtig. Solch ein Zentrum befindet sich beispielsweise in Stuttgart. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der zu erwartenden Steigerung der Hauptrisikofaktoren für das Auftreten eines Schlaganfalls – Adipositas und damit Typ-II-Diabetes – wird mittelfristig mit einer deutlichen Zunahme von Schlaganfallpatienten zu rechnen sein. Seit der ­Stationierung der SAR-Hubschrauber in Niederstetten haben ­Notfallmediziner der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des Diakonie-Klinikums schon regelmäßig Notfall-Patienten auf dem Flug betreut.

Info Autorin Madeleine Schütz macht die Öffentlichkeitsarbeit für das Diak.

Info Text

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

EBM-Papst hält an Ausstieg fest

Der Mulfinger Ventilatoren- und Elektromotorenspezialist betont, dass er das geplante Institut am Künzelsauer Hochschul-Standort nicht mitträgt. weiter lesen