Rosengarten treibt Wohnbau voran

Die Erweiterung des Westheimer Wohngebiets Schönbühl ist nur begrenzt möglich. Das Neubaugebiet in Rieden braucht einen neuen Namen.

|
In dieser schönen Westheimer Lage möchte die Gemeinde Rosengarten gerne bauen. Fünf Baugrundstücke könnten auf den Ackerflächen an der Straße „Am Schlehenhang“ ausgewiesen werden. Rechts im Bild: die Martinskirche.  Foto: 

Einen regelrechten Bauboom diagnostiziert Jürgen König in seiner Gemeinde. Von den 65 Bauplätzen in dem seit 2012 in zwei Abschnitten erschlossenen Wohnpark „Am Jakobsweg“ sind mittlerweile 56 verkauft. Der Bürgermeister ist froh darüber, dass der Gemeinderat rechtzeitig die Weichen für die Ausweisung weiterer Wohngebiete und Bauflächen gestellt hat.

Im Laufe des kommenden Jahres sollen Baulandumlegung und Planung für das Gebiet Langäcker in Rosengarten-Rieden zum Abschluss gebracht werden. Die Bebauungsplanung durch das Untergruppenbacher Ingenieurbüro Käser hat der Gemeinderat grundsätzlich akzeptiert. Neu ist nun eine vom Landratsamt beantragte Zufahrtssperre von der angrenzenden Durchfahrtsstraße Ziegelberg. Das Wohngebiet wird über jeweils eine Einmündung vom Langäckerweg und vom gegenüberliegenden Bereich erreichbar sein, der an die Sportplätze des SV Rieden angrenzt.

Verwechslung vermeiden

Durch die Verlegung eines im Südosten des Geländes geplanten Regenrückhaltebeckens kann die Zahl der Bauplätze von 30 auf 31 erhöht werden. Die Stelle habe sich für die Wassersammlung als ungeeignet erwiesen, wie Matthias Käser erläutert, der neue Vorschläge für die Platzierung vorlegen wird. Der zusätzliche Bauplatz könnte auch das Leben der von den Riedenern so heiß geliebten Apfelbaumallee am südlichen Rand des Baugebiets weiter verlängern. Stadträtin Dorothea Mang hatte im Frühjahr durch entsprechende Eingaben im Gemeinderat eine Gnadenfrist für den lauschigen Spazierweg oberhalb der Durchgangsstraße erwirkt: Die dort gelegenen Bauplätze sollen ganz zuletzt zum Verkauf kommen.

Um eine Verwechslung mit dem derzeit auf der Gemarkung Bibersfeld in Planung befindlichen Baugebiet Langäcker zu vermeiden, wird für das künftige Wohngebiet in den Riedener Langäckern nach einem neuen, „griffigen“ Namen gesucht. Vielleicht wäre ja „Im Apfelhimmel“ eine passende Idee.

Komplexe Herausforderung

Offiziell geschützte Natur bremst die Wohnbauambitionen der Gemeinde im Schönbühl. Das Wohngebiet am nördlichen Rand von Westheim soll erweitert werden und die ausgedehnten Flächen jenseits der Stichstraße „Am Schlehenhang“ scheinen sich dafür anzubieten. Eine FFH (Flora Fauna Habitat)-Mähwiese mit Obstbaumbestand in dem landschaftlich reizvollen Gebiet dürfe jedoch erst einmal überhaupt nicht bebaut werden, wie Matthias Käser erläutert. Ob das Verbot durch das Anlegen einer gleich großen Fläche mit den gleichen biologischen Merkmalen an anderer Stelle aufgehoben werden kann, müsse geprüft werden. Falls ja, werde die Umsetzung einer solchen Maßnahme naturgemäß lange dauern. Bei dem gesamten Plangebiet handele es sich um eine sehr komplexe Herausforderung, da neben dem Naturschutz auch die Verkehrsanbindung und die bereits eingeleitete Flurneuordnung Berücksichtigung finden müsse. Bürgermeister Jürgen König formuliert es so: „Da müssen wir uns herantasten.“

Wildtulpe auf Roter Liste

Nicht völlig problemlos zeigt sich infolgedessen auch der nun vom Gemeinderat beschossene Vorentwurf eines möglichen ersten Bauabschnitts mit fünf ausgewiesenen Baugrundstücken auf der gegenüber der bestehenden Wohnbebauung „Am Schlehenweg“ angrenzenden Ackerfläche: An mehreren Stellen in der Umgebung wurde das Vorkommen der Wildtulpe festgestellt. Die sternförmigen Blumen stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und blühen offenbar unter anderem im Bereich der Ernst-Weidner-Straße. Die Stichstraße hinter dem Gemeindehaus der Martinskirche käme für die verkehrstechnische Erschließung des ersten Bauabschnitts in Frage. Das Gelände ausschließlich über die schmale Straße Am Schlehenweg zugänglich zu machen, hält Käser für nicht praktikabel.

Im nächsten Schritt ist erst einmal Grundsätzliches zu klären: ob und wann die fünf Bauplätze ausgewiesen und erschlossen werden können, hängt von der Einigung mit dem Eigentümer der Ackerflächen ab.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Landrat: „Wir haben einiges vor der Brust“

Die Fraktionen wollen sparen, die Landkreisverwaltung muss sanieren und investieren. Im Kreistagsausschuss wird der Haushalt 2018 vorberaten. weiter lesen