Röwisch-Wohnpark Mittelhöhe bezugsfertig: 200 Bewohner ziehen ein

80 Wohnungen in acht Häusern sind für 18 Millionen Euro verkauft worden. Röwisch bedankt sich beim Fest bei 30 beteiligten Handwerksbetrieben. <i>Mit Bildergalerie.</i>

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Blick von der Dachterrasse: Die Geschwister Johann und Pauline Bullinger nutzen die Möglichkeit beim Fest, eine Wohnung anzusehen.  Foto: 

Am wohl heißesten Abend des Sommers verteilt der deutsche Grillmeister Simon Kuch das mit 14 Stunden wohl am längsten im Smoker gegarte „Pulled Pork“ der Grillsaison an Handwerker. Die  Firmenleitung von Röwisch zeigt sich in einheitlichen grünen T-Shirts beim Fest am Freitag. Zu den Superlativen gehört aber auch, dass nun eines der im Gemeinderat am leidenschaftlichsten diskutierten Projekte vor dem Abschluss steht.

Im Vordergrund steht am Freitagabend das Feiern. „Schön, dass die Traumwohnungen verwirklicht werden“, freut sich Timo Rößler. Er begrüßt zusammen mit seinem Bruder Manuel Rößler die rund 250 Handwerker. Ein offizieller Termin mit Stadträten sei noch geplant. Doch kurz bevor der erste Bewohner am 1. Juli einzieht, wollte die Geschäftsleitung des Wohnungsbauunternehmens den Handwerkern danken. Ohne die sei der Bau nicht zu stemmen. „Diese Wohnungen bauen sich nicht von selbst“, stellt Manuel Rößler fest.

Es müsse nicht nur sehr gut gebaut werden, sondern auch juristisch korrekt. Um sich abzusichern, werde jedes Gewerk von einem Dekra-Prüfer vorsorglich abgenommen. Das schreckt die Handwerker offensichtlich nicht ab, sich für Röwisch-Aufträge zu bewerben.

Stefan Rink vom gleichnamigen Elektro-Betrieb hatte schon vorab auf Facebook ein Foto gepostet, um sich zu bedanken „Es ist der größte Wohnbauauftrag für uns“, sagt er. Und dazu noch einer der schwierigsten. Denn es entstünde kein Einheitsbrei. „Jeder Eigentümer hat seinen eigenen Wunsch.  Für uns war das eine Herausforderung.“ Sieben Techniker, in Spitzenzeiten sogar 15, waren vor Ort.

Eine Penthouse-Wohnung kann besichtigt werden. Vom riesigen Balkon aus öffnet sich ein Blick über die gesamte Mittelhöhe, der bis hoch zum Einkorn reicht. Fußbodenheizung, Video-Sprechanlage, Aufzüge bis runter ins Parkhaus, elektrische Rollläden: Es wird an nichts gespart.  Sind die Fenster im Badezimmer geschlossen, ist von der lauten Straße nichts zu hören. Vom Rand des Balkons aus nimmt man den Verkehr schon wahr.

Und das ist wohl der Grund, warum sich neben Röwisch nur noch die städtische Grundstücks- und Wohnbaugesellschaft für den Platz beworben hatte. „Hier war zehn Jahre eine Wiese, bis ein stadtbekannter Statiker auf die Idee kam, was anderes zu bauen als kleine Häuschen“, erinnert Timo Rößler. Der Statiker, Stadtrat Hartmut Baumann, sitzt unter den Gästen.

„Viele haben gesagt, an der Straße bekommt ihr nie die Wohnungen verkauft“, erläutert Marcus Dürr, kaufmännischer Leiter von Röwisch. „Aber die gingen schnell weg.“ Musste man früher Interessenten durch den Rohbau führen, kaufen Kunden heutzutage Objekte „von den Plänen weg“.

SPD-Stadtrat Nikolaos Sakellariou kritisiert im April 2014 die „Röwischisierung“ im Stadtgebiet mit sich immer wiederholenden Häusern in „kubischer Bauweise“. Andrea Herrmann, Grünen-Fraktionschefin, fürchtete eine „Monotonie in der Architektur“.

„Während der Bauphase wirkt ein Gebäude immer anders“, relativiert Manuel Rößler. Es gebe aber große Abstandsflächen zwischen den Häusern, nur 30 Prozent der Grundfläche seien bebaut. Gebäudeteile seien verbunden, sie wirken wie eine Schallschutzwand, von der auch die Siedlung profitiere. Timo Rößler: „Ich sehe keine Riesenblocks, ich sehe Wohnraum für 200 Menschen.“
 

Heimische Unternehmen beauftragt

Rekorde Die Wohnbaufirma Röwisch hat noch nie so viele Häuser gebaut, wie in den vergangenen eineinhalb Jahren. In Hall, Crailsheim, Vellberg, Obersontheim, Leonberg und Böblingen werden 206 Wohnungen errichtet mit einem Verkaufsvolumen von mehr als 50 Millionen Euro. Dafür wurden 600.000 Arbeitsstunden von Handwerkern aus der Region benötigt. So wurden 350.000 Ziegelsteine von Hand verbaut.

Nachfrage Bedarf an Wohnraum ist da. In nur wenigen Monaten waren alle Einheiten im neuen Wohnpark Mittelhöhe verkauft. Rund die Hälfte der Kunden nutzt den Wohnraum selbst.

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