Römische Statue auf eigenem Grundstück gefunden

Das Mainhardter Römermuseum beherbergt seit kurzem ein Fragment, dass einen Gott in einer Toga zeigt. Gefunden wurde es von einer Mainhardter Familie.

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Dieses Fragment steht nun im Mainhardter Römermuseum.  Foto: 

Seit einigen Tagen ist das Römermuseum Mainhardt um ein interessantes Exponat reicher. Es handelt sich um ein Fragment einer Statue. Deutlich sind die Falten einer Toga zu erkennen – ein Kleidungsstück, das ausschließlich von Römern getragen wurde. Daher kann das Fundstück eindeutig der römischen Epoche der Mainhardter Geschichte zugeordnet werden, berichtet Museumschef Torsten Pasler von den Limes-Cicerones.

Die Toga war eine mehrere Meter lange Stoffbahn. Um sich damit anzukleiden, hat es der Hilfe weiterer Personen, die in der Römerzeit oftmals Sklaven waren, bedurft. Nicht jeder Römer konnte sich Sklaven leisten, daher wies sich der Träger einer Toga unmittelbar als wohlhabend aus.

Nun gibt es im Mainhardter Römermuseum bereits zwei Statuen mit Togaträgern. Sie stellen allerdings keine reichen Römer dar, sondern Genien. Genien waren bei den Römern Götter mit einem örtlichen Bezug. Die Römer haben in jedem Wald und jedem Fluss oder Bach jeweils eigene Götter gesehen. Anders als „der liebe Gott“ waren die römischen Götter launisch und allzu menschlich. Deshalb waren die Menschen bemüht, diese Götter nicht zu reizen, sondern sie wohlgesonnen zu stimmen.

Rotfärbung auf der Rückseite

Die Statuen stellen somit die Schutzgötter der ersten Mainhardter dar. Geborgen wurden die Genien-Statuen 1837 vom bekannten Heimatforscher, Arzt, Komponist und Weinkenner Justinus Kerner. Seither sind die Originale in einem Lager des Württembergischen Landesmuseums in Stuttgart. Mit einer Geldsammel-Aktion unter Beteiligung Mainhardter Bürger, Firmen und dem Verband der Limes-Cicerones konnten vor acht Jahren originalgetreue Kopien der „Kerner-Genien“ angeschafft werden.

Die wahrscheinlichste Interpretation des neuen Exponats besagt, dass es sich um ein Bruchstück einer weiteren Genien-Statue handelt. Die nahezu quadratische Form von circa 30 mal 30 Zentimetern deutet darauf hin, dass vor langer Zeit jemand versucht hat, den Stein als Baumaterial zu verwenden. Die Rötlichfärbung der Rückseite ist ein sicherer Beleg dafür, dass der Stein einmal großer Hitze ausgesetzt war. Was genau geschehen ist, wird man wohl niemals erfahren. Es darf also spekuliert werden.

Gefunden wurde das Fragment von Doris und Albrecht Kotzel auf ihrem Grundstück in der Römerstraße 19 in Mainhardt. Das Römermuseum dankt den Findern dafür, dass sie das Fundstück der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt haben. 

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