Rat lehnt Drogeriemarkt ab

Ein Investor wollte an der Bühlertalstraße in Hessental einen neuen Drogeriemarkt bauen lassen. Die Stadt lehnte das Bauvorhaben ab. Für das geplante Baugebiet Sonnenrain sollen alle Optionen offen bleiben.

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Das Gelände liegt brach. Zwischen Tüv und Hem-Küchenstudio führt ein kaum genutzter Weg parallel der Bühlertalstraße zur Wirtsgasse. Unklar ist, ob die Tankstelle westlich davon bestehen bleibt. Das Areal, so der Plan eines Investors, eigne sich hervorragend für einen Drogeriemarkt samt Parkplätze. Diese hätte er gebaut und an das Unternehmen Rossmann vermietet. Wo genau der Investor in diesem Areal bauen wollte, darüber schweigt die Stadtverwaltung - "aus Datenschutzgründen", wie deren Sprecher Robert Gruner mitteilt.

Zum Bau kommt es ohnehin nicht. Die Haller Stadtverwaltung schlug eine Veränderungssperre für dieses "Quartier zwischen Haller Straße und Bühlertalstraße" vor. Mit eingeschlossen ist der Bereich der Tankstelle. Der Gemeinderat stimmte einstimmig für den Verwaltungsvorschlag.

"Was heißt das für den Bauantrag?", will Martin Lindner (CDU) wissen. "Der wird abgelehnt", so Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. Peter Klink, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, ergänzt, dass der Investor bereits über die Entscheidung informiert wurde.

Ein Grund, wieso sich die Stadtverwaltung gegen das Vorhaben sperrt, ist das geplante Baugebiet Sonnenrain. Dazu gab es bereits einen Architektenwettbewerb. Im Siegerentwurf ist im Areal eine neue Zufahrt ins Baugebiet geplant. Pelgrim kann sich zudem vorstellen, dass dort auch die alte Siedlung von Hessental an die Bühlertalstraße angeschlossen wird. Die derzeitige Zufahrt über die Haller Straße entfiele dann. Für Helmut Kaiser von der SPD ist die Entscheidung "die logische Konsequenz". Die neue Zufahrt sei ein wesentliches Merkmal des Modells gewesen, das letztlich zum Sieg geführt habe. "Bevor da etwas zugelassen wird, sollte das sauber überplant werden", sagt der Sozialdemokrat über die Fläche.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund für die Ablehnung des Markt-Neubaus, den Thorsten Hauck, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, erläutert: "Meistens werden solche Märkte größer gebaut, als wir zulassen wollen." Es gehe dabei um "zentralrelevanten Handel". Die Verwaltung wolle die Innenstadt stärken. Außerhalb sollen nur kleinere Märkte entstehen.

Josef Lange, Sprecher der Drogerie-Kette, erklärt dazu: "In der Regel eröffnen wir heute keine Verkaufsstelle mehr unter 600 Quadratmetern Verkaufsfläche. Dazu kommen noch Lager- und Personalräume." Geplant war, zwischen sechs und zwölf Arbeitsplätze zu schaffen Mitarbeiter des Konzerns seien "ständig auf der Suche nach geeigneten Standorten". Die Fläche in Hessental sei - wie auch alle anderen - "umfangreich analysiert und geprüft" worden. "Sonst würde Rossmann nicht investieren und einen Markt eröffnen." Allerdings wäre in diesem Fall der Filialist als Mieter aufgetreten. Gebaut hätte ein privater Investor.

Die Stadtverwaltung will das Vorhaben aber nicht ganz blockieren. Möglich sei, so Pelgrim, das Gebäude weiter im Westen, Richtung Kreisverkehr und Lidl, anzusiedeln. Denn das war auch Bestandteil des Siegermodells: die Konzentratration des Gewerbes rund um den Kreisel, sodass das Areals sowohl von Anwohnern des Sonnenrains als auch der Mittelhöhe leicht erreicht werden kann. Die Verwaltung, so heißt es aus dem Rathaus, prüfe für das Drogerie-Vorhaben aber auch andere Standorte. Die Veränderungsperre für das Areal hinter Tüv und Hem gilt nun für ein Jahr. Das Vorkaufsrecht für die Grundstücke dort hatte sich die Stadt allerdings bereits 2014 gesichert.

Das geplante Baugebiet Sonnenrain

Siegermodell Beim Architektenwettbewerb im Herbst 2014 wurden 20 Modelle eingereicht. Gewonnen hat der Entwurf von Thomas Schüler aus Düsseldorf. Seine Arbeit dient nach einem Ratsbeschluss als Grundlage für den Bebauungsplan in Hessental.

Dimension Geplant sind bis zu 350 Wohneinheiten, die für bis zu 800 Einwohner Platz bieten sollen. Entlang der Bühlertalstraße ist im Modell eine Lärmschutzwand vorgesehen. Die 15 Hektar große Fläche hat Schüler vorwiegend mit Einfamilienhäusern bestückt.

Zeitplan Der städtische Fachbereich Planen und Bauen will noch im Frühjahr einen Bebauungsplanentwurf vorstellen. Geplant ist, die Satzung bis Ende 2015 zu fassen. Dann könnte Anfang 2016 mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden.

SWP

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