Radler im Harz vereint

Auf der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze haben sich zwei Radlergruppen getroffen. Eine aus Hall, die andere aus der Partnerstadt Neustrelitz.

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Die Gruppen aus Neustrelitz und Hall treffen sich in Sorge im Harz. Mit dabei ist der Bürgermeister der Partnerstadt Andreas Grund (Dritter von links). Auf dem Foto fehlt einer der neun Radler, da er auf den Auslöser drückt.  Foto: 

Erst ging es für die fünf Radler aus Hall am ersten Tag die Ochsensteige bei Mulfingen auf die Hohenloher Ebene hoch, dann startete am Montag die eigentliche Ochsentour. "Bis zu 35 Grad im Schatten", gibt Dieter Kraft die Temperaturen an. Doch der Schatten war auf der Ebene bis Schweinfurt rar. Die fünf Radfahrer des SV Tüngental meisterten die Strecke bei heißem Wetter dank des "leichten, kühlenden Gegenwinds und der guten Stimmung" ohne Probleme. Abends sorgte ein Gewitter am Etappenort Geldersheim bei Schweinfurt für Abkühlung. "Die ersten zwei Stunden am Morgen waren angenehm", berichtet Kraft. Doch dann knallte die Sonne wieder auf die Radler aus Hall. Der steile Rennsteig und weitere Anhöhen im Thüringer Wald galt es hochzustrampeln. Belohnt wurde die Mühe mit einer Abfahrt nach Eisenach. Die Unterkunft in Eisenach war in einer umgebauten, ehemaligen Schule. "Wir haben den Abend ausklingen lassen", berichtet Kraft. "Man kann sich bei so einer Tour aber nicht zurichten. Ein Weißbier und eine Mahlzeit geben Energie für den nächsten Tag." Der Mittwoch barg wieder Anstiege für die fünf Radler aus Hall, die abwechselnd ihr Begleitfahrzeug - einen Kleinbus - chauffierten und sich dabei etwas erholen konnten. Es ging hoch in den Harz zum Zielort namens Sorge. 380 Kilometer und 4400 Höhenmeter - nur die bergauf gerechneten - lagen hinter ihnen.

Kraft: "Es war der totale Zufall: Wir kamen fast zeitgleich mit den Neustrelitzern an. Die waren vielleicht eine Viertelstunde vor uns da." Am Mittwochabend saßen die fünf Radler aus Hall und die vier aus der Partnerstadt Neustrelitz, das an der Mecklenburger Seenplatte liegt, zusammen. "Das Tolle ist, dass man sich über die deutsch-deutsche Geschichte austauschen kann", erzählt Kraft. Gestern besuchte die Gruppe das Grenzlandmuseum im Ort, um am Starttag des Mauerbaus, 13. August 1961, sich die Geschichte bewusst zu machen. Ein Teilnehmer aus Neustrelitz berichtete: Er sei damals in Berlin an der Grenze entlanggeradelt, habe den Aufbau der Mauer verfolgt und Angst vor einem Krieg gehabt.

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