R. Stahl AG: Prognosen nicht zu halten

Die R. Stahl AG, Spezialist für Explosionsschutztechnik, ist im ersten Halbjahr deutlich gewachsen. Doch die Aussichten sind nicht rosig. Der Verfall des Ölpreises trübt die Perspektiven der Waldenburger erheblich.

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Auf 10 Uhr war die gestrige Halbjahres-Telefonkonferenz angekündigt. Um 8.47 Uhr wurde die Meldung über die Halbjahreszahlen der R. Stahl AG sowie die Prognose veröffentlicht. Um 9 Uhr notierte der Kurs des Waldenburger Unternehmens zunächst nur knapp unter den Werten des Vortages. Dann aber verlor der Stahl-Anteilsschein beträchtlich an Wert. Um halb fünf stand ein Minus von mehr als 3 Prozent in der Kurstabelle. Schon die Entwicklung des Aktienkurses in den zurückliegenden Wochen ließ darauf schließen, dass sich die Hoffnungen und Bedenken der Anleger die Waage hielten.

Anfang März hatte das Stahl-Papier mit rund 46 Euro einen Höchststand erreicht. Seitdem bröckeln die Kurse. Zuletzt hatte sich der Anteilsschein bei Werten um 38 Euro eingependelt. Weil an der Börse aber nicht die Vergangenheit belohnt wird, sondern die Chancen, die die Zukunft bietet, überrascht die Zurückhaltung nicht.

Erstes Halbjahr 2015 läuft gut für die Aktiengesellschaft

Öffnung des iranischen Marktes für Ölexporte, schwache Konjunktur in China, Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise, wirtschaftlicher Einbruch in Brasilien - mit diesen Umständen erklären die Vorstände Martin Schomacker (Vorsitzender) und Bernd Marx (Finanzen) die zurückhaltende Erwartung für das weitere Geschäftsjahr. Auch für 2016 sei lediglich mit einem Wachstum im unteren einstelligen Bereich zu rechnen.

Für 2015 angepeilt hatte Stahl einen Konzernumsatz von bis zu 390 Millionen Euro bei einer Gewinnmarge von bis zu 12 Prozent. Diese Prognose lasse sich nicht halten, warnt der Vorstand vor dem Hintergrund der schwachen Öl-Nachfrage. Vorstandsvorsitzender Schomaker erklärt den Zusammenhang: "Die anhaltende Ölpreisschwäche zeigt ihre Auswirkungen auf das Investitionsverhalten unserer Kunden aus der Förderindustrie."

Das erste Halbjahr lief gut für Stahl. Wie der Vorstand mitteilt, habe das Unternehmen von dem Auftragseingang des Vorjahres profitiert. Dieser habe auf Rekordniveau gelegen. So legte der Umsatz von Januar bis Juni um 12 Prozent (von 146,5 auf 164,0 Millionen Euro) zu. Der Gewinn wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,8 Prozent erhöht (von 5,6 auf 6,8 Millionen Euro; Ergebnis vor Steuern und Zinsen).

Unter dem Dach von Stahl versammeln sich 34 Tochterfirmen

AG R. Stahl ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft, die ihren Hauptsitz in Waldenburg hat. Geführt wird sie von den Vorständen Martin Schomaker (Vorsitzender) und Bernd Marx (Finanzen). Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Heiko Stallbörger.

Konzern Die Unternehmensgruppe mit 34 Tochterunternehmen beschäftigt insgesamt rund 1900 Menschen.

Explosionsschutz Stahl, gegründet 1876, hat sich zu einem Spezialisten auf dem Feld der Explosionsschutztechnik für die Öl-, Gas-, Chemie- und Pharmaindustrie entwickelt. Das Unternehmen fertigt Lampen, Schalter, Steuerungen und andere elektronische Bauteile so, dass entstehende Funken abgeschirmt sind, damit keine Explosionen ausgelöst werden.

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