Polarisierendes Thema

Industrie 4.0, Maschinen, die miteinander kommunizieren – eine Thematik, über die viel gesprochen wird. Aber wie zeigt sich das alles in der Praxis?

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Ralf Gehringer, Dr. Manfred Wittenstein, Moderator Wolfgang Köhler, Ralf Sturm (EMB-Papst) und Marcus Wirthwein (Wirthwein AG, von links) tauschten sich über Pro und Contra des Fortschritts aus.                                               Foto: 

Dass die zunehmende Digitalisierung Einzug in die heimischen Unternehmen hält, das ist offensichtlich. Auch bei der Eröffnung der Heimattage in Bad Mergentheim wurde dies vor kurzem ziemlich deutlich.

Seine Vision der digitalisierten Welt stellte Autor Tim Cole dem Publikum vor. In seinem Vortrag „Mittelstand 2020 – digitale Zukunft als größte Herausforderung für die deutsche Wirtschaft“ stellte erklärte er den fast 450 Besuchern seine Ansichten. „Die Digitalisierung hat das Tempo der Entwicklung massiv verändert. Und das betrifft uns alle“, sagte Cole. Das Problem: „Der Mensch ist analog.“ Und nach wie vor klaffen Löcher beim Anschluss an die Datenautobahn. „Bei Glasfaser sind wir in der Steinzeit.“ Die Digitalisierung betreffe Marketing, Produktion und Verkauf, und die „digitale Dysfunktion“ werde deutlich, wenn man wisse, dass „Uber“ keine Fahrzeuge, „Airbnb“ keine Wohnungen und „Facebook“ keine Inhalte haben – „denn die liefern die User“. Und weiter: „Die Generation Y, junge Leute bis etwa 30, sind mit PC, Internet und Facebook aufgewachsen. Sie haben andere Ansprüche und Wünsche als die älteren Generationen.“ Die sich an den Impulsvortrag anschließende Diskussionsrunde gestaltete sich dann höchst informativ. Auf dem Podium: Ralf Gehringer von der Würth-Gruppe, Dr. Manfred Wittenstein (Wittenstein AG), Marcus Wirthwein (Wirthwein AG) und Ralf Sturm (EBM-Papst). Ob Nachwuchsgewinnung oder Innovation, stets machten die Wirtschaftskapitäne deutlich, dass Heimat durchaus ein erfolgreiches Geschäftsmodell sei.

Die Verbundenheit zur Region habe Vorteile und überdies biete der ländliche Raum eine hohe Lebensqualität. Zweifellos täten sich Jüngere leichter mit der Digitalisierung, andererseits seien langjährige Mitarbeiter – sie sind ein Merkmal hiesiger Unternehmen – ein großes Wissens- und Erfahrungsreservoir. Beides werde gebraucht. Neugierig zu sein, Neues lernen zu wollen und Mut zur Zukunft forderten alle Beteiligten. „Die Innovationsfabrik ist ein Beispiel, die ,urbane Fabrik’ in den ländlichen Raum zu bringen“, erklärt Dr. Manfred Wittenstein. Menschen zusammenzuführen und stärker zu vernetzen, brauche ein schnelles Datennetz – und da hapere es nach wie vor. Dennoch: Deutschland und Europa bräuchten sich bei Service und Produktion nicht verstecken.

Info Mehr dazu in der nächsten Ausgabe von RegioBusiness.

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