Paradies mit vielen Gesichtern

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    Katja Sehl steht vor ihrer wandfüllenden, im Blaudruckverfahren hergestellten Paradies-Karte im Langenburger Hofratshaus. Foto: 
  • Franz Raßl (links) erläutert seine Arbeit „Tage kommen Nächte“. 2/3
    Franz Raßl (links) erläutert seine Arbeit „Tage kommen Nächte“. Foto: 
  • Susanne Neuner fragt mit Schriftblättern nach Spuren. 3/3
    Susanne Neuner fragt mit Schriftblättern nach Spuren. Foto: 
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Ein Ort der Geborgenheit, ein Gefühl von Freiheit, ein Moment des Staunens – die Vorstellungen vom Paradies können ganz unterschiedlich sein. Damit spielen auch die drei Künstler, deren Arbeiten seit Sonntag unter dem Titel „AllesParadies“ beim Hohenloher Kunstverein im Langenburger Hofratshaus zu sehen sind: Susanne Neuner, Franz Raßl und Katja Sehl bieten mit Zeichnung, Malerei, Skulptur und Objekt eine spannende Entdeckungsreise an Sehnsuchtsorte.

Eng geht es zu bei der Vernissage. So viele Kunstinteressierte sind gekommen, dass man sich im größten der fünf Ausstellungsräume scherzhaft um die Statik sorgt. Vereinsvorsitzende Renate Ziegler freut sich über den kunstbeflissenen Andrang und lädt zum assoziationsreichen Entdecken ein. Neuner, Raßl und Sehl sind in Hohenlohe bekannt, unter anderem als Dozenten an der Haller Akademie der Künste. Die drei sind seit vielen Jahren freundschaftlich und kollegial miteinander verbunden. In „AllesParadies“ spürt nun jeder auf seine Weise jener Idealvorstellung nach. „Der Reiz liegt im Zusammenspiel der drei“, erklärt Claudia Scheller-Schach in ihrer Einführung.

Da sind beispielsweise die gewichtigen Granitblöcke, in denen Raßl verborgene Figuren und Strukturen freilegt. Die klug gesetzte Beleuchtung lässt in der kompakt wirkenden Arbeit „Paradiesgarten“ eine kreisrunde Feldspat-Fläche aufleuchten. So schwer der Stein auch ist, scheint er durchlässig und leicht. Es sei ihm eine Lust, „in den Brocken hineinzugehen, ihm eine Form zu entringen“, zitiert Scheller-Schach den Künstler.

Susanne Neuner präsentiert ihre Arbeiten teils wie einen Mix aus Atelier- und Ausstellungssituation. Fast alle gezeigten Arbeiten entstanden 2016 und sind „Fragen an die Natur“. Zu erkennen sind Umrisse von Ahorn- und Eschen-Blättern, die sie im Schwarz-Weiß-Kontrast von Tusche und Papier neu arrangiert und teilweise auch kommentiert. Immer wieder taucht eine Art stilisierte Filmkamera als Motiv auf, die auch nach unserer Wahrnehmung von Natur zu fragen scheint.

Katja Sehl setzt sich ganz direkt mit Paradies-Vorstellungen auseinander. Seit Mai entsteht ihr auf mehrere Jahre angelegtes Projekt, das „ParadiesArchiv“. „Was ist für Sie das Paradies?“, fragt sie Freunde, Bekannte, Familie, Fremde – und die Ausstellungsbesucher in Langenburg. Die Antworten werden gesammelt. Für die Schau im Hofratshaus entstand aus bislang gegebenen Antworten eine mit Blaudruck gefertigte wandfüllende Paradies-Karte, in der sich trefflich durch einen Garten Eden der Träume reisen lässt. Und der reicht von „Freiheit“ und „Liebe“ bis zu „Trollinger + ­Roschdbraten“.

Die Ausstellung „Alles­Paradies“ wird bis einschließlich Sonntag, 29. Oktober, im Hofratshaus in Langenburg gezeigt. Öffnungszeiten: mittwochs von 14 bis 17.30 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 17.30 Uhr. Zudem führt Franz Raßl am Samstag und Sonntag, 30. September und 1. Oktober, jeweils ab 16 Uhr durch die Ausstellung. Überdies möchte der Hohenloher Kunstverein auch Schülergruppen ermöglichen, die Schau zu besuchen, sagt Kunstvereinsvorsitzende Renate Ziegler. Interessenten wenden sich am besten direkt an den Verein. Internet: www.hohenloherkunstverein.de blo

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