Paddeln verboten auf Kocher und Jagst

Zum Schutz von Tieren und Pflanzen dürfen Flüsse vom 1. Juni bis 15. September aus Naturschutzgründen nicht oder nur begrenzt befahren werden.

|
Kanutouren auf dem Kocher sind nur eingeschränkt möglich.  Foto: 

Auch in diesem Jahr bekommen die Jagst und der Kocher während der Sommermonate im Landkreis Schwäbisch Hall eine Schonzeit – zumindest in bestimmten Abschnitten: Von 1. Juni bis 15. September ist die Jagst für Bootfahrer zwischen Crailsheim-Heldenmühle und Langenburg-Unterregenbach gesperrt. Der Kocher ist ebenfalls für Bootfahrer gesperrt, wenn der Wasserstand am Pegel Kocherstetten unter 40 Zentimeter fällt. “Nicht um die Bootfahrer zu gängeln, sondern aus Gründen des Naturschutzes“, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

“Um die Tier- und Pflanzenwelt in diesen sensiblen Bereichen der Flüsse zu schützen, ist diese Maßnahme schlicht notwendig“, erklärt dazu Landrat Gerhard Bauer. Man wolle den Bootfahrern auf keinen Fall ihren Spaß nehmen, aber die Natur brauche im angesprochenen Bereich den Sommer über einfach den erforderlichen Schutz. “Die Freizeitkapitäne scheinen im Übrigen auch durchaus das notwendige Verständnis für die zeitweise Sperrung der Jagst und des Kochers zu haben“, lobt Franziska Weber vom Bau- und Umweltamt im Landratsamt Schwäbisch Hall. Das hat die Behörde in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt: “Die allermeisten halten sich an das Fahrverbot, Bootfahrer sind Naturfreunde, haben dementsprechend auch den notwendigen Respekt vor den Tieren und Pflanzen und bringen für diese Schutzmaßnahme Verständnis auf“, weiß Franziska Weber.

Während der heißen Sommermonate ist die Jagst und der Kocher mit Booten ohnehin nicht durchgängig zu befahren. Durch niedrige Wasserstände bedingt, müssen die Kanus und Kajaks immer wieder ans Ufer gebracht und der entsprechende Abschnitt zu Fuß und mit dem Boot als Gepäckstück in Angriff genommen werden. “Genau dabei aber gerät der Lebensraum vieler Pflanzen und Tierarten in Gefahr“, verdeutlicht Weber und führt weiter aus: “Durch die Sperrung soll das empfindliche Naturpotenzial der Jagst und des Kochers, die einen wichtigen Lebens- und Rückzugsraum für selten gewordene und gefährdete Arten darstellen, erhalten werden.“

Zu diesen selten gewordenen beziehungsweise gefährdeten Tierarten gehören beispielsweise Wasseramsel, Teichhuhn oder Eisvogel, aber auch bestimmte Libellenarten, gewisse Fischarten und Kleinlebewesen wie Krebse, Schnecken, Muscheln, Fliegen und Käfer. Zu den an und in der Jagst wachsenden und gefährdeten Ufer- und Wasserpflanzen zählen beispielsweise die Teichrose, die gelbe Schwertlilie sowie verschiedene Schilfgewächse.

Einige kurze Bereiche sind von der Sperrung ausgenommen.

Info Nähere Informationen unter www.lrasha.de unter der Rubrik Bürgerservice/Dienstleistungen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Sawade: raus aus dem Bundestag, aber nicht aus der Politik

Als Traumjob schwebt ihr eine Beratertätigkiet im Verkehrsministerium in Stuttgart vor. weiter lesen