Ökumenischer Umzug

Katholiken ziehen in einstmals von evangelischen Christen genutzte Räume Am Schuppach 3. Ein von einem Protestanten geleitetes Umzugsunternehmen hilft mit. In Schwäbisch Hall wird die Ökumene lebendig.

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Pfarramtssekretärin Ingeborg Löhr packt Kisten aus.  Foto: 

Der Reihe nach: Die "katholische Gesamtkirchengemeinde Schwäbisch Hall und Umgebung", wie sie offiziell heißt, will ihr altes Gebäude hinter der St. Josephkirche abreißen und ein neues errichten. Wann genau das passiert, werde derzeit noch ausgearbeitet. Bis dort in einigen Jahren neue Räume entstehen, benötigen die Katholiken eine Zwischenlösung für Pfarrbüro und -wohnung.

Pfarrsekretärin Ingeborg Löhr muss an einem der heißesten Tage im Jahr Kisten auspacken und freut sich an der kuriosen Geschichte. Ihr neues Reich ist in den Räumen Am Schuppach 3 - der Zugang erfolgt durch einen steinernen Torbogen von der Gymnasiumstraße aus. "Bis Mitte nächster Woche muss alles fertig sein", sagt sie. Dann eröffnet das Pfarrbüro in den Räumen, in denen jahrelang die evangelischen Pfarrer gewohnt haben und die als Anlaufstelle der Christen diente.

"Es war das frühere Pfarramt 2", erläutert Johann Georg Hüfner. Das Umzugsunternehmen des evangelischen Christen, das er gerade an Nachfolger abgibt, leitet den Umzug. Zuletzt wohnte der Pfarrer Christoph Weisman in dem Gebäude neben der Schuppachburg, der im vergangenen Jahr in Tübingen starb. Kurze Zeit war eine Vikarin dort untergebracht.

Nachdem die Protestanten sich die ehemals katholische St. Michaelskirche geschnappt haben, erobern sich die Katholiken das ehemalige evangelische Pfarrhaus zurück - so könnte man meinen.

Doch die Kooperation verläuft weit friedlicher. Das Büro- und Wohngebäude gehört dem Land. Die katholische Kirche hat es gemietet. Nach den Sommerferien wird dort auch Pfarrer Thomas Hertlein aus Crailsheim einziehen. Er ist kommissarischer Dekan, wird am 4. Oktober als Pfarrer der katholischen Gesamtkirchengemeinde eingesetzt. Die Christen in Hall kooperieren: So dürfen beispielsweise die Katholiken regelmäßig zu Fronleichnam die evangelische Kirche St. Michael benutzen.

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