Nur kleine Überraschungen

Eine neue Vollversammlung ist gewählt: Sabine Piasecki aus Langenburg ist Stimmenkönigin. Die Wahlbeteiligung ist leicht gestiegen, drei Vizepräsidenten scheiden aus.

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Auch Harald Unkelbach schaffte den Sprung ins Wirtschaftsparlament. Der Kammerpräsident signalisierte bereits, dass er für eine weitere Amtszeit zur Verfügung steht. Die Wahl des Präsidenten wird eine der ersten Handlungen der neu zusammengesetzten Vollversammlung sein.  Foto: 

Die regionale Wirtschaft hat gewählt: 64 470 Mitgliedsfirmen waren seit dem 11. September dazu aufgerufen, die nächste Vollversammlung der Legislaturperiode 2018/2022 der IHK Heilbronn-Franken zu bestimmen. Am vergangenen Donnerstag, 19. Oktober, hatten dann die Mitglieder des Wahlausschusses alle Hände voll tun. Nach der Überprüfung der Briefwahlunterlagen und der Auszählung der Stimmzettel gab der Vorsitzende des Wahlausschusses, Ehrhard Steffen, in den Abendstunden das offizielle Wahlergebnis bekannt.

Über alle sieben Wahlgruppen hinweg lag die Wahlbeteiligung bei exakt 11,96 Prozent und damit immerhin um 1,73 Prozent höher als beim letzten Urnengang vor fünf Jahren. Etwas überraschend, da rund 12 000 Stimmberechtigte dazugekommen waren. Im bundesweiten Vergleich lag die Beteiligung sogar deutlich über dem Schnitt.

Insgesamt hatten sich 93 Unternehmerinnen und Unternehmer um die insgesamt 46 direkt zu vergebenden Sitze im regionalen Selbstverwaltungsgremium beworben. Die Vollversammlung kann nun bis zu sieben weitere Mitglieder wählen, um die gesetzlich vorgeschriebene „Spiegelbildlichkeit der regionalen Wirtschaft in der Vollversammlung“ zu gewährleisten. Ein Engagement, das IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring noch einmal würdigte: „Es ist alles andere als selbstverständlich, sich neben dem beruflichen Alltag zusätzlich noch für dieses Ehrenamt zur Verfügung zu stellen.“

Bei der Vertretung des Landkreises Schwäbisch Hall haben sich die Gewichte räumlich etwas verschoben. Die meisten der insgesamt neun direkt gewählten Vertreter kommen aus Schwäbisch Hall, Michelfeld oder Vellberg. Dabei ist die Liste der Vollversammlungsmitglieder aus dem Landkreis etwas kürzer geworden, da es gerade die Bewerber aus dem Raum Crailsheim  trotz zum Teil sehr guter Stimmergebnisse nicht schafften, einen der Vollversammlungsplätze zu ergattern. So scheiterten Steffen Knödler (Schloss Erkenbrechtshausen) und Jochen Rummel  (Temperso, Crailsheim) nur an der Aufteilung nach Wirtschaftszweigen.  Patrick Stiller fehlten in der Wahlgruppe VII gerade einmal elf Stimmen.

Dass eine ländliche Verortung allerdings kein Nachteil sein muss, bewies Sabine Piasecki. Die Geschäftsführerin von TWS in Langenburg bekam 1550 Stimmen – mehr als jedes andere Vollversammlungsmitglied. Nicht einmal bekannte Namen wie Kammerpräsident Harald Unkelbach (556), Kim Roether, Vorstand von Intersport Deutschland  (423), oder der Leiter der Zentralen Dienste der Schwarz-Gruppe, Gerd Chrzanowski (420), kamen auf ähnlich gute Werte. Lediglich Gerald Fink (Fink Photovoltaik) aus Weinsberg (1469)  oder Paul Gehring von den Stadtwerken Tauberfranken in Bad Mergentheim (1204) stießen in ähnliche Dimensionen vor. Dass Unternehmensgröße keine Garantie für einen Sitz im IHK-Parlament ist, erfuhren unter anderem Helmut Stettner (Audi) oder Bernd Rath (Bera, Schwäbisch Hall), die mit deutlichem Abstand nicht gewählt wurden. Dennis Ziehl bewies für Ziehl-Abegg genau das Gegenteil.

Auch Erfahrung hilft nicht immer. So müssen gleich drei der amtierenden Vizepräsidenten ihren Stuhl räumen: Eine Stimme fehlte Thomas Hinderberger (Volksbank Heilbronn) gegenüber Ralf Hirschfeld (Hoerner-Bank, Heilbronn). Hinterberger leitete bisher den Finanzausschuss.

Der Spediteur und bisherige Vorsitzende des IHK-Verkehrs­ausschusses, Roland Rüdinger, unterlag seinem Vellberger Branchenkollegen Günter Schmitt. Deutlicher war die Sache bei der Radio-Ton-Chefin und Vizepräsidentin Christine Rupp (Rot am See). Ihr fehlten bei den Beteiligungsgesellschaften 35 Stimmen zum Mandat. Nicht mehr vertreten sind auch die regionalen Sparkassen, für die Thomas Lützelberger (Schwäbisch Hall-Crailsheim) kandidierte.

Prinzipiell wird die Vollversammlung jünger und weiblicher. Von 15 Kandidatinnen schafften zwölf den Sprung ins regionale Wirtschaftsparlament. Neben bekannten Namen wie den Vizepräsidentinnen Kirsten Hirschmann und Katrin Löbbecke (Kur Bad Mergentheim) oder Stefanie Leenen (Bass) sind neue Vertreterinnen dabei wie etwa Alexandra Knörzer vom gleichnamigen Medienhaus in Bretzfeld.

Insgesamt neun Vertreter aus hiesigen Unternehmen wurden in das höchste IHK-Selbstverwaltungsorgan gewählt. Nur in Wahlgruppe VI schaffte es niemand aus diesem Raum.

Wahlgruppe  I  (Industrie) Jürgen Kuske (127 Stimmen), Unternehmen: Optima (Ort: Schwäbisch Hall); Erwin Mahl (120), Druckerei Mahl (Schwäbisch Hall).

Wahlgruppe II (Handel) Dieter Häsele (437), Häsele Baustoffhandel (Schwäbisch Hall).

Wahlgruppe III (Kreditgewerbe) Jürgen  Gießler (94), Bausparkasse Schwäbisch Hall AG (Schwäbisch Hall).

Wahlgruppe IV (Logistik, Touristik) Günter Schmitt (171), Schmitt Logistik (Vellberg).

Wahlgruppe V (Dienstleister) Jochen Berner (386),  Berner Immobilien (Schwäbisch Hall); Klaus Böltz (334), Böltz Consulting (Michelfeld); Wolfgang Bührle (314), Respaldo Services (Schwäbisch Hall).

Wahlgruppe VII (Energie, Bau- und Bergbau) Sabine Piasecki (1550), TWS GmbH (Langenburg).

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