Newcomer-Team „Hall“ fährt mit seiner Seifenkiste geradewegs zum Sieg

Schlechtes Wetter gilt nicht: Trotz Regen und Nässe legen sechs Seifenkisten-Helden bei „Cool Runnings“ der Landjugend Hall ein tolles Rennen hin.

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    Rasant unterwegs: Das Seifenkistenteam „Hall“ gibt auf der Rennstrecke alles. Foto: 
  • Die Rennfahrer werden am Streckenrand bejubelt: Der Fanclub „Golden Eagle“ wedelt mit goldenen Glitzerpuscheln. 2/2
    Die Rennfahrer werden am Streckenrand bejubelt: Der Fanclub „Golden Eagle“ wedelt mit goldenen Glitzerpuscheln. Foto: 
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Der Himmel hat ein Herz für Helden. Als die Wettbewerber um den „coolsten Run“ in Gailenkirchen gerade beschlossen haben, dem Regen wenigstens mit einer Testfahrt zu trotzen, stellt der Wettergott das Wasser plötzlich ab. Es ist dennoch nicht ganz ungefährlich, die abenteuerlichen Kisten auf dem nassen Asphalt ins Tal zu jagen, aber die Rennfahrer sind sich einig: Das Rennen startet.

Zu lange hat man sich auf diesen Tag  gefreut. Vor allem jemand wie Wolfgang Stucki, der zum ersten Mal dabei ist und dafür mit Sohn Philipp ein Wunderwerk von gelb-rot-grünem Viersitzer zusammengebastelt hat. Bei der Präsentation strahlt der 61-jährige Haller. „Die Vorderachse ist Fiat Panda, die Hinterachse Fiat Punto, das Lenkrad, Lenksäule und Tragegelenke sind Opel Corsa B, den Hauptbremszylinder haben wir aus einem Golf 3, die Motorhaube aus einem Golf 5 ausgeschnitten“, zählt Stucki auf.

Die gepolsterte Sitzbank wurde präzise an die Maße der Allerwertesten der drei Mitfahrer angepasst, das Fußboden-Riffelblech stammt aus einem vorsintflutlichen Feuerwehrauto. Und der Fahrersitz: „Eine echte Seltenheit, aus einem Simca Rallye 2.“ 265 Stunden und 25 Flex-Trennschreiben lang hat der Bau der Superseifenkiste vom „Team Hall“ gedauert.

Sind all die Spaßfahrzeuge Handarbeit? „Irgendjemand hat die Kiste schon selbstgebaut“, relativiert Jan Klever. Ihre kleine, quietschrote „Hungry Heidi“ haben er und Teamkollege Fabian Deininger aber immerhin selbst im Internet ersteigert.

Mit einem puristisch eleganten Zweisitzer tritt das „Goldener Adler Racingteam“ an. Auch hier ist der Fahrersitz das i-Tüpfelchen: ein älteres Modell von Recaro. „Da hab ich schon in Anzeigen gelesen:  ‚Zahle jeden Preis‘“, sagt Fahrer Thomas Mares stolz. Die kleine Skulptur eines goldenen Adlers mit ausgebreiteten Flügeln thront als Gallionsfigur auf der Fahrzeugfront. Fliegen kann der große Plüsch-Elch nicht, den die „Zipfelglatscher 1“ an dieser prominenten Stelle montiert haben. Sein Gesichtsausdruck verrät eher eine gewisse Besorgnis über die Führungsposition. Das Team teilt sich in zwei bunt geschmückte Seifenkisten auf: einen Vierer (plus Elch) und einen Dreier, alle Fahrer mit orangefarbenen Bommeln auf dem Helm. Nur der arme Elch muss sich mit einer Wollmütze begnügen.

Das Anschieben und dann rechtzeitig Reinspringen gehört zu den Kunststücken des geübten Seifenkisten-Profis. Mit knapp 50 Stundenkilometern geht die Sause den Weg hinunter, an dem sich die Fans zum Jubeln aufgestellt haben. Eine sehr beeindruckende Jubelleistung zeigen die mit Glitzerpuscheln bewaffneten Cheerleader der „Goldenen Adler“. Fairerweise bedenken sie jedes Team mit gleichermaßen herzlichem Gejohle.

Beim ersten Lauf, die erste Panne: Ein Stofffetzen hat sich um eine Radachse der im letzten Jahr siegreichen „Rennpalette“ gewickelt. Beim zweiten Lauf zerknackst der geplagten Kiste eine Achse. Das Paletten-Team repariert auch diesen Schaden ungerührt und rast bei Runde drei wieder mit. Achsenbruch ebenso beim „Zipfelglatscher 2“, das Team muss nach der zweiten Runde aufgeben. Passiert ist keinem der tollkühnen Helden etwas.

Oben auf dem Siegertreppchen steht schließlich das Newcomer-Team um Wolfgang Stucki, das die 500 Meter in 38,40 Sekunden zurückgelegt hat. Der Goldene Adler fliegt mit 39,16 Sekunden auf Platz zwei und die tapfere „Rennpalette“ kämpft sich trotz aller Widrigkeiten mit 40,21 Sekunden auf den dritten Rang. Als Seifenkiste der Herzen darf „Hungry Heidi“ von Platz vier aus mit einem Sonderpreis nach Hause fahren. Die Rache des Elchs: Er bremst den bunten Viererbob der „Zipfelgklatscher 1“ auf 51,70 Sekunden und damit auf den letzten Platz.

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