Neuerungen sorgen für Schub

Renovierung bei Kriwan Industrie-Elektronik nach Hochwasser beinahe abgeschlossen. Neue Produkte sorgen für mehr Sicherheit und bessere Kommunikation.

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Auf der vollautomatischen Linie werden in der Produktion in Forchtenberg unter anderem sogenannte „PTC“-Sensoren hergestellt. Sie messen später die Temperatur von Elektromotoren.  Foto: 

Zwanzig Zentimeter hoch stand das Wasser beim Unternehmen Kriwan Industrie-Elektronik, als im Mai vergangenen Jahres das Hochwasser das gesamte Gebiet im Allmand in Forchtenberg überschwemmte. Das ganze Erdgeschoss war betroffen. Landwirte haben dem Unternehmen geholfen, die Räume leer zu pumpen. „Trotz des Wassers konnten wir bereits eine Woche später wieder die Produktion aufnehmen“, zeigt sich Geschäftsführer Dr. Christian Ellwein dankbar für die schnelle Unterstützung.

Nach dem Hochwasser wurde aber eines dringend nötig: das 40 Jahre alte Gebäude musste renoviert werden. Zügig ging es an die Planung mit dem Bauunternehmen Wolff & Müller. Im Herbst letzten Jahres ging es dann los. Innenwände wurden erneuert, neuer Estrich wurde verlegt und das Mobiliar ist nun ebenfalls modern gewählt.

Wachstum um zehn Prozent

Das Unternehmen hat nun Vorkehrungen zum Hochwassersschutz getroffen. „Wir haben die wichtigen Maschinen nun teilweise auf Sockel gestellt oder eingemauert und mit Pumpen versehen“, erklärt Ellwein. Außerdem wurde größtenteils auf ein papierloses Büro umgestellt.

Um nun auch den Mitarbeitern einen optimierten Arbeitsplatz zu bieten, sind die Innenwände mit großen Glasflächen versehen. Milchglasstreifen sorgen für die richtige Mischung aus Offenheit und Privatsphäre. Zudem soll dadurch die Kommunikation verbessert werden, denn Ellwein sagt: „Es bringt im Alltag viel, wenn man leicht miteinander kommunizieren kann.“ Zusammen mit neuem Mobiliar, frischen Farben und einer großzügigen Raumaufteilung möchte sich Kriwan laut dem Geschäftsführer vor allem bei den Mitarbeitern und der Ausrüstung entwickeln. Bis Ende des Jahres wird noch renoviert, aber schon jetzt ziehen die Mitarbeiter wieder in die neu gestalteten Räumlichkeiten ein. „Die Renovierung gab einen richtigen Schub für unser Unternehmen“, sagt der Geschäftsführer. Derzeit arbeiten am Kochertaler Standort von Kriwan rund 200 Mitarbeiter, weltweit sind es ungefähr 250.

Trotz der Einschränkung durch den Hochwasserschaden erwartet der Betrieb in diesem Jahr ein Wachstum von etwa zehn Prozent. „Das alles war eine große Herausforderung, wir sind sehr stolz auf uns“, sagt Ellwein.  Doch nicht nur das Gebäude bekommt Neuerungen, auch bei seinen Produkten macht das Unternehmen Fortschritte. Die Themen Cyber-Security und Industrie 4.0 sind in Forchtenberg aktueller denn je. „Wenn wir schon Sensoren bauen, können wir die daraus gewonnenen Daten auch für mehr nutzen“, erklärt der Geschäftsführer den Gedanken hinter den Neuentwicklungen. So werden nun ganz im Sinne der Industrie 4.0 unter anderem die Sensoren und Elektronik des Betriebes erweitert.

Kommunizierendes System

Mittels eines elektronischen Pumpenschutzes von Kriwan soll zum Beispiel nicht nur der thermische und mechanische Schutz gewährleistet sein, sondern das Schutzsystem soll zudem kommunizieren. Ellwein sagt: „Die Pumpe soll selber aktiv kommunizieren können, indem sie in kritischen Zuständen SMS oder E-Mails als Warnung oder Fehlermeldung verschickt.“ Probleme können dadurch frühzeitig erkannt werden, indem der Sensor bereits bei geringen Änderungen signalisiert, dass eine Wartung nötig wird. Dies soll die Pumpe vor Schäden schützen und ein ungeplantes Abschalten verhindern. Neben dem frühzeitigen Schutz vor mechanischen Schäden oder Überhitzung steht bei Kriwan die Cyber-Security im Fokus.

„Maschinen wie Pumpen, Verdichter und Ventilatoren spielen eine zentrale Rolle in der kritischen Infrastruktur unserer Gesellschaft“, betont Ellwein. So ist zum Beispiel die Wasserver- und -entsorgung fast überall auf Pumpen angewiesen. Da diese immer häufiger mit dem Internet vernetzt sind, wird ein Cyberangriff wahrscheinlicher. Dieser könnte dann grundlegende Probleme wie eine fehlende Wasserversorgung nach sich ziehen.

Schutz vor Internetangriffen

Deshalb hat Ellwein eine Arbeitsgruppe im Rahmen des Branchenverbandes ASERCOM (Association of European Refrigeration Component Manufacturers) ins Leben gerufen. Gemeinsam mit wichtigen europäischen Unternehmen der Branche, darunter EBM-Papst aus Mulfingen und Bitzer aus Ingelfingen, werden Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos erarbeitet sowie Risikoanalysen vorgenommen. Zudem forschen die Forchtenberger gemeinsam mit der Hochschule Aalen an neuen Lösungen gegen Angriffe aus dem Internet.

„Das Thema wird von uns sehr ernst genommen“, sagt der Geschäftsführer. Daher hat Kriwan hierfür bereits mehrere Patente angemeldet. Ellwein: „In der Vergangenheit haben wir vor Überhitzung geschützt, jetzt schützen wir auch noch zusätzlich vor Cyberangriffen.“

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