Neuer Vorstandsvorsitzender der Wittenstein AG bekräftigt Strategie der Innovation

Der alte und der neue Vorstandsvorsitzende sind sich in vielem einig. Aber nicht in allem: Manfred Wittenstein fährt einen silberfarbenen Mercedes SLS; Dieter Spath einen schwarzen Siebener-BMW.

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"Dank unserer Innovationskraft werden wir weiter wachsen", sagt der neue Wittenstein-Vorstandsvorsitzende Dieter Spath. Firmenfoto

Professor Dr. Dieter Spath, 61, ist seit rund 100 Tagen Vorstandsvorsitzender der Wittenstein AG. Zuvor war er Jahre lang Leiter des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation.

Dieter Spath folgt Dr. Manfred Wittenstein, 71, als Vorstandsvorsitzender der Wittenstein AG. Wittenstein bezeichnet seinen Nachfolger als Wunschkandidaten. Besonders schätzt er Spaths Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis greifbar und nutzbar zu machen sowie die praxisrelevante Ausrichtung dessen akademischer Arbeit.

Wittenstein war 1979 in das Unternehmen seines Vaters eingetreten. 1983 präsentierte er ein erstes spielarmes Planetengetriebe. Bis heute hat das Unternehmen damit großen Erfolg. Fachleute zählen die Wittenstein AG zu den innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstands. Manfred Wittenstein gilt als Visionär im Maschinenbau, er wurde ausgezeichnet für herausragendes unternehmerisches Engagement. 2011 war er Deutschlands Unternehmer des Jahres.

Manfred Wittenstein und Dieter Spath bekräftigten am Dienstag am Firmensitz in Igersheim-Harthausen gemeinsam, dass das Unternehmen auch unter neuer Führung auf einem guten Weg sei: Die Produktpipeline sei hervorragend, die Innovationskraft hoch, der Markt vielversprechend, der Standort günstig.

In Harthausen wird im Frühjahr ein neues Gebäude bezogen. Wittenstein nennt es eine Innovationsfabrik. Nie hat das Unternehmen mehr Geld investiert als in dieses Projekt - 35 Millionen Euro. Diese Investition sei ein klares Bekenntnis zu diesem Standort. Dieter Spath: "Das Herzstück behalten wir hier."

Dass der Stabwechsel noch nicht komplett erfolgt ist, wurde gestern deutlich. "Lassen Sie mir noch ein paar Tage Zeit, ehe ich nach den Sternen greife", sagte Spath mit einem Augenzwinkern.

Wittenstein machte im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 241 Millionen Euro. Diese entspricht einem Plus von 4 Prozent. Für das neue Geschäftsjahr, das am 1. April beginnt, rechnen Wittenstein und Spath mit einem zweistelligen Umsatzwachstum. Zu diesem Datum scheidet Manfred Wittenstein aus der Geschäftsführung aus. Der Hauptaktionär wird dann Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Zwei Drittel seines Umsatzes mache das Unternehmen im Bereich Mechanik, ein Drittel im Bereich Mechatronik. Dies werde aber nicht so bleiben, weil die Mechatronik ein stark wachsendes Feld sei. Das Werkstück bleibt in Verbindung mit dem Hersteller - in diese Entwicklung, Industrie 4.0 genannt, setzt auch Wittenstein große Hoffnung.



Unternehmen "Eins sein mit der Zukunft", ist der Slogan der Wittenstein AG. Weltweit hat das Unternehmen 1700 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2012/13 betrug der Umsatz 241 Millionen Euro. Wittenstein stehe für Innovation, Präzision und Exzellenz im Bereich der mechatronischen Antriebstechnik. Die Unternehmensgruppe umfasst acht Geschäftsfelder, unter anderem: Servogetriebe, Servoantriebssysteme, Medizintechnik, Verzahnungstechnologie, Nanotechnologie, Elektronik- und Softwarekomponenten. Wittenstein sieht sich mit 60 Tochtergesellschaften in allen wichtigen Technologie- und Absatzmärkten vertreten.
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