Neuer Studiengang in Hall: "Ich bin gespannt"

Die Landesregierung ist am Zug. Sie muss nun entscheiden, ob es eine zweite Hochschulaußenstelle in Hall geben wird. Die Hochschule Ludwigsburg hat die Konzeption für einen Studiengang eingereicht.

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Raum ist vorhanden, jetzt fehlt nur noch die Außenstelle der Hochschule Ludwigsburg. Die könnte in das gelb-braune Haus einziehen, das In den Herrenäckern neben dem zweiten Gebäude des Campus Schwäbisch Hall (links) steht. Foto: Tobias Würth

"Im Dezember ging das Konzept raus", erläutert Professor Dr. Norbert Collmar. Der Rektor der Hochschule hat rund ein Dutzend Seiten der Ausarbeitung an das Wissenschaftsministerium schicken lassen.

Im Idealfall könnten jährlich 70 bis 100 Studenten in Hall den Bachelor-Studiengang aufnehmen, der sieben Semester umfasst. So könnten sich Mitarbeiter von Sozialstationen oder Erzieherinnen weiter- bilden, um Leitungspositionen zu besetzen oder besser auszuführen. Ist die Hochschul-Filiale ausgelastet, zählt sie bis zu 350 Studierende. Das Land muss die Studienplätze und dabei vor allem das Personal auf lange Frist finanzieren. Collmar: "Ich bin gespannt."

Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim, der das Projekt vorantreibt, ist "guter Dinge". "Ich habe in meinen Weihnachtsgrüßen an die Wissenschaftsministerin darauf hingewiesen. Von unserer Seite aus sind die Weichen gestellt." Alle Fraktionen des Gemeinderats unterstützen das Vorhaben. 2,2 Millionen Euro stünden zur Verfügung, um in den Herrenäckern Räume zu renovieren. Dort logiert auch in seinem Zweitgebäude der bestehende Campus Schwäbisch Hall.

Pelgrim sieht für mehrere Seiten Vorteile einer Außenstelle in Hall. Zum einen würde die Ludwigsburger Hochschule entlastet. Viele Bewerber mussten dort zuletzt abgewiesen werden. "Die haben uns geschrieben, dass sie achtfach überzeichnet waren."

Werner Baur ist als Oberkirchenrat Vorsitzender des Hochschul-Kuratoriums: "Das Gremium unterstützt die Gespräche mit dem Ziel, eine Außenstelle in Schwäbisch Hall zu eröffnen, nachhaltig." Er begründet das: "Die Akademisierung der sozialen Berufe wird unterstützt. Sie wertet diese endlich auf - die Erziehung von Kindern, die Förderung von Menschen mit sozialen Problemen oder die Pflege ist nicht weniger anspruchsvoll als die Entwicklung eines Motors."

"Alle sind dafür. Es gibt keine rote Lampe, kein Ausschlusskriterium", meint Pelgrim. Aber er kennt die größte Hürde: "Will sich das Land langfristig finanziell binden?"

Sowohl Rektor Collmar als auch Oberbürgermeister Pelgrim betonen, dass man einen Hochschulstandort nicht als kurzfristiges Projekt gründen kann. Pelgrim rechnet mit rund sechs Professoren und weiteren Lehrkräften in Hall. Collmar betont: "Dem Personal, das man rekrutiert, muss man eine Perspektive geben."

Sagt das Land Ja? In der Antwort auf eine Anfrage von FDP-Abgeordneten Friedrich Bullinger aus dem Wahlkreis Hall, legte sich die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst nicht fest. Damals, am 28. November, lag Theresia Bauer auch noch kein Konzept vor. Auf Nachfrage teilt Pressesprecher Arndt Oschmann aktuell mit: "Das Konzept der Hochschule Ludwigsburg ist kurz vor Weihnachten in unserem Haus eingetroffen. Derzeit wäre eine (teilweise) Finanzierung nur möglich über Restmittel des Programms für zusätzliche Studienplätze in Sozialstudiengängen an nichtstaatlichen Hochschulen."

Über die Finanzierung könne erst mehr gesagt werden, wenn auf Bundesebene Entscheidungen zum Hochschulpakt 2020 feststehen. Dieser solle im Laufe des Jahres ausgehandelt werden.

Ergänzung zu vier Fachschulen in Schwäbisch Hall
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