Neubau ist schwierig zu finanzieren

Wenn Braunsbach eine neue Mehrzweckhalle baut, müsste ein Teil der Burgenlandhalle abgerissen werden. Vereine und Bevölkerung werden um Ideen zur Finanzierung gebeten.

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Architekt Wolfgang Kuhn inspiziert den leer geräumten Keller der Burgenlandhalle. Das Kellergeschoss lief komplett mit Wasser und Schlamm voll.  Foto: 

Für das Problem der beschädigten Burgenlandhalle gibt es zwei Lösungsmodelle. Der Gemeinderat hat darüber jetzt laut Bürgermeister Frank Harsch erneut bei einer Klausursitzung diskutiert. „Variante eins wäre die Sanierung oder Modernisierung der bestehenden Burgenlandhalle. Variante zwei ist ein Neubau einer Mehrzweckhalle beim Sportplatz und der Teilabriss der Burgenlandhalle“, erklärt Harsch.

Erdgeschoss zerstört

Die Halle ist durch die Sturzflut vom 29. Mai 2016 sehr stark beschädigt worden. „Das Kellergeschoss, in dem sich Haustechnik, Kegelbahn und Umkleiden befanden, lief komplett mit Wasser und Schlamm voll“, erklärt der Bürgermeister. Im Erdgeschoss sei der Hallenbereich mit den Turngeräten sowie die Tische und Stühle, die Küche und die Toi­letten zerstört worden. Lediglich der Rosensteinsaal und der Ratssaal seien weitestgehend verschont geblieben.

In den vergangenen Wochen und Monaten habe sich der Gemeinderat mit der Situation beschäftigt, fährt Harsch fort. „Viele Ideen und Vorschläge aus der Gemeinde sind auch diskutiert worden.“ Beide schon genannten Varianten hätten allerdings Vor- und Nachteile. „Nach einer Kostenschätzung durch das Architekturbüro Kuhn aus Hall belaufen sich die Kosten der Sanierung oder Modernisierung der Burgenlandhalle auf rund 2,5 Millionen Euro“, so Harsch. Die Kosten würden grundsätzlich von der Versicherung übernommen. Die Gemeinde hätte dabei einen vertraglichen Eigenanteil von 10 000 Euro zu tragen. „Falls sich die Gemeinde entscheiden sollte, einen Neubau einer Mehrzweckhalle anzugehen, müsste nach heutigem Stand ein Teil der bestehenden Burgenlandhalle abgerissen werden“, ergänzt Harsch. Der Rosensteinsaal, der Ratssaal, die Toiletten sowie die komplette Unterkellerung würden erhalten bleiben und saniert werden. Nach Abzug der Versicherungsleistungen und gegebenenfalls bewilligter staatlicher Fördergelder würde sich nach der jetzigen Kostenschätzung ein gemeindlicher ­Eigenanteil in Höhe von voraussichtlich rund 2,5 Millionen Euro ergeben.

Auf Jahre handlungsunfähig

„Es bleibt die Frage, wie wir den Eigenanteil für einen eventuellen Neubau finanzieren können“, gibt Harsch zu bedenken. „Die speziellen Förderungen wegen des Hochwassers gibt es in diesem Fall nicht.“ Die Finanzierung der 2,5 Millionen Euro könne beim aktuellen Schuldenstand von rund 3,3 Millionen Euro nicht von der Gemeinde Braunsbach übernommen werden. „Dies würde die Gemeinde auf Jahre hinweg handlungsunfähig machen“, so Harsch. „Es darf jetzt aber nichts unversucht bleiben. Deshalb haben wir uns im Gemeinderat darauf verständigt, besonders die Bevölkerung der Gemeinde und die örtlichen Vereine bei der Finanzierung miteinzubeziehen.“

Burgenlandhalle fehlt sehr

Um zügig eine Entscheidung zu treffen, soll nun innerhalb von rund vier Wochen ermittelt werden, welche Summen durch verbindliche Zusagen Privater und Sponsoren für einen Neubau zu erzielen seien, um den gemeindlichen Eigenanteil auf ein Minimum reduzieren zu können. „Wie wir in den letzten Monaten gesehen haben, fehlt uns die Burgenlandhalle für Veranstaltungen und Sportbetrieb sehr“, sagt Harsch abschließend.

Info Wer Ideen für Finanzierungsmodelle hat, setzt sich mit dem Rathaus in Verbindung: Telefon 0 79 06 / 94 09 40, E-Mail: info@braunsbach.de.

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