Nachts wird das Kocherquartier von einem Sicherheitsdienst bewacht

Leere Bierflaschen, Papiermüll, Zigarettenrauch: Wer abends durch den gläsernen Kubus ins Kocherquartier-Parkhaus läuft, trifft ab und an auf Party-Grüppchen. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG will nun handeln.

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„Ich habe schnell geschaut, dass ich mit meinem Auto aus der Tiefgarage rauskomme“, sagt der Vorsitzende der Freien Wählervereinigung Hartmut Baumann. An einem Abend im März traf er in der „neuen Mitte“, dem verglasten Treppenabgang im Kocherquartier, auf eine Meute Jugendlicher.

„Da fuhren die mit Einkaufswagen herum. Einer saß drin, der andere schob, einige liefen nebenher.“ Oftmals würde Müll zurückgelassen, Stadtstreicher hielten sich dort auf. „Das ist ein sensibles Thema“, sagt Baumann. „Die beiden Nachtwächter standen weit weg, am Froschgraben und haben von allem nichts mitbekommen.“ Daher hat er im jüngsten Gemeinderat auf das Thema aufmerksam gemacht.

Dem Betreiber des Kocherquartiers, der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (GWG), sind einige Beschwerden bekannt. „Das ist bei uns schon aufgeschlagen“, sagt stellvertretender GWG-Leiter, Klaus Wackenheim. „Vor Ostern bin ich mit Geschäftsführer Gieseke gleich hingelaufen, als eine Privatperson anrief.“

Vor Ort zeigte sich aber ein eher harmloses Bild. „Die Jugendlichen haben gesagt: Na gut, dann gehen wir eben.“ Wackenheim will nichts beschönigen: Natürlich gebe es Ruhestörer, die auch Schweinereien hinterlassen. „Wir beobachten das sehr wachsam.“ Ziel sei es, dass der Ort nicht verkommt und zu Vandalismus einlädt. „So weit ist es aber längst nicht gekommen.“

Nachts wird das Kocherquartier von einem Sicherheitsdienst bewacht. „Die können aber auch nicht überall sein.“ Probleme bereiten derzeit die Stunden, in denen die Geschäfte meist schon geschlossen haben, die Nachtwächter aber noch nicht vor Ort sind. Wackenheim: „Diese Zwischenzeiten werden genutzt.“ Die GWG will nun prüfen, wie sie darauf reagiert, wenn es so weitergeht. „Falls sich das verstärkt, greifen wir ein.“

Vielleicht spielt auch der Sommer der GWG in die Karten. Denn die „neue Mitte“ ist ein warmer, überdachter Ort. Wird es draußen angenehm, suchen sich Jugendliche andere Plätze, wie Parks.

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