Nacht der Musicals begeistert Haller Publikum

„Das Phantom der Oper“, Abba“ oder „Tanz der Vampire“ waren nur drei der 15 Musicals, aus denen die Künstler im Neubau-Saal berühmte Songs wiedergegeben haben.

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Der Boxer betritt nicht den Ring, aber die Bühne: Bei der „Nacht der Musicals“ im Haller Neubau darf eine Hommage an „Rocky“ nicht fehlen. Die Sänger und Tänzer überzeugen mit ihrer 180-minütigen Show.  Foto: 

Bis fast auf den letzten Platz ist der Neubau-Saal ausverkauft. Musicals sind in. Die Zuschauer dürfen sich auf 30 Evergreens aus 15 Musicals freuen. Nebel wabert über die Bühne. Die Tänzer der „Broadway Musical and Dance Company“ erheben sich, in graue Trainingsanzüge gekleidet, vom Bühnenboden. Die Show beginnt mit der Andeutung eines Boxkampfes. „Eye of the Tiger“ ist einer der großen Hits aus dem Musical „Rocky“, der Geschichte um den Boxer Rocky Balboa.

Ein Ohrwurm ist auch das ausdrucksstarke Duett „Think of me“ aus dem „Phantom der Oper“.  Aber nach „Jesus Christ Superstar“ haben es die Akteure mit dem Haller Publikum im überwiegend mittleren Alter nicht ganz leicht. Das klatscht eher verhalten. Erst beim „Tanz der Vampire“ werden Emotionen spürbar, als der Applaus nach den letzten verklungenen Tönen zuerst zaghaft, dann doch kräftig gegeben wird, um die Stimmung auszukosten.

„Vienna Calling“, das einst umstrittene Lied „Jeanny“ und der Nummer-eins-Hit „Rock me Amadeus“ aus „Falco meets Amadeus“ bringen das Eis zum Schmelzen. Ab jetzt wippen die Füße, viele Musikfreunde singen mehr oder weniger leise mit oder klatschen begeistert zu Liedern aus „Hinterm Horizont“, „Elisabeth“ und „Ich war noch niemals in New York“. Die Abba-Songs aus „Mamma Mia“ kennt sowieso jeder. Es scheint in Mode zu sein, Künstlern, lebenden wie verstorbenen, ein Musical als Denkmal zu setzen.

„Gesanglich war das super. Mich hat beeindruckt, wie vielfältig die Künstler sind.“
- Moritz Riedacker, Besucher der „Nacht des Musicals“

Die vier Sänger des Abends interpretieren die Lieder live. Alle haben jahrelange Musicalerfahrung. Als Transvestit Frank N. Furter aus der „Rocky Horror Show“ begeistert Kurt Strohmeier in einem gewagten Outfit aus rotem Lack und Leder. Der vielseitige Österreicher hat sich in letzter Zeit einen Namen als Musiker und Sänger der angesagten Schlagerband „Nockalm Quintett“ gemacht.

Wunderbar ergänzen sich die glasklare Stimme der Koloratursopranistin Nadja Plattner, die sich zu höchsten Tönen hinaufschwingt, und die ausdrucksstarke Stimme von Adrienn Szegö beim Duett „Let it go“ aus „Frozen“, der Geschichte der Eisprinzessin. Plattner gefällt auch mit der zauberhaften „Cats“-Ballade „Memory“. Spontanen Beifall erhält Szegö für ihr Solo „Somebody to love“ aus „Queen“.

Der ungarische Sänger István Csiszar spielte bei großen Musicalproduktionen in Europa und den USA. Mit Schauspieltalent und großer Stimme überzeugt er als mutiger Simba aus „König der Löwen“ ebenso wie auch als geheimnisvoller Graf Krolock aus „Tanz der Vampire“.

Abwechslungsreich und fantasievoll sind die bunten Kostüme der je vier Tänzer und Tänzerinnen des Tanzensembles „Broadway Musical and Dance Company“. Mit klassischem Ballett, Akrobatik, aber auch Street Dance lassen sie die Szenen lebendig werden. Eine ausgefeilte Lichttechnik sorgt für passende Stimmungen.

Lautstark werden Zugaben eingefordert und „ganz zufällig“ haben die Künstler etwas vorbereitet. Beim gemeinsamen Tanz „Let’s do the time wrap again“ heißt es Arme hoch und Hüften kreisen. Beim abschließenden „The show must go on“ entsteht im Schein hunderter Handy-Taschenlampen fast ein wenig Wehmut. Zu schnell vergehen diese 180 Minuten.

Der 20-jährige Stuttgarter Moritz Riedacker ist großer Musicalfan. Fast alle Stücke in seiner Heimatstadt hat er gesehen. Von der Musical-Gala ist er begeistert: „Gesanglich war das super. Mich hat beeindruckt, wie vielfältig die Künstler sind. Die schlüpfen in mehrere Rollen und singen sich  durch verschiedene Genres. Das ist eine große Herausforderung. Ich kann den Besuch nur empfehlen und würde am liebsten gleich nochmal hingehen.“

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