Nabu Untermünkheim-Braunsbach informiert über die Biber-Besiedlung am Kocher

Mittlerweile sind es sieben Biberreviere, die der Nabu Untermünkheim-Braunsbach gezählt hat. Am Donnerstag, 20. März, gibt es ab 19 Uhr in der Untermünkheimer Kochertalhalle einen Vortrag dazu.

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Deutliche Spuren von Bibern zeigen diese Bäume, die in Kochernähe stehen. Der Nager, der im 19. Jahrhundert als ausgerottet galt, hat sich wieder an Kocher und Jagst angesiedelt.  Foto: 

Seine Spuren, die er am Ufer des Kochers zwischen Braunsbach und Untermünkheim hinterlassen hat, sind nicht mehr zu übersehen. Dicke Bäume hat der Biber dort gefällt. Bereits vor drei Jahren hat die Gruppe Untermünkheim-Braunsbach des Naturschutzbunds (Nabu) erste Beobachtungen gemacht. Er hat sich seitdem vermehrt. Sieben Reviere sind es, die Uwe Knorr und Biberberater Frank Lübke vom Nabu gezählt haben. Ein weiteres wurde bei Gelbingen entdeckt.

Die Freude bei den Naturschützern ist groß. 1846 galt der Biber als ausgerottet - von Menschenhand. Sein Fell war wertvoll, ebenso wurde das Sekret seiner Bibergeildrüse teuer gehandelt. Es enthält einen Aspirinwirkstoff. Von der Kirche zum Fisch erklärt, durfte er auch in der Fastenzeit verzehrt werden.

Landmaschinen können in Ufernähe einbrechen

Doch 130 Jahre später ist er wieder aufgetaucht. Bayern startete ein Auswilderungsprogramm. "Sie haben sich so gut vermehrt, dass sie nach Baden-Württemberg in den oberen Lauf der Jagst zogen", weiß Biberberater Frank Lübke. Von dort ging es in den Neckar und an der Kochermündung hoch in die hiesigen Gefilde. "Gelbingen ist nun die oberste Stelle am Kocher, wo er aufgetaucht ist", sagt Lübke. Nicht nur seine Bauwerke, auch der Biber selbst wurde von den Naturschützern bereits gesichtet - nach langer Lauer. "Drei Tage dauerte es, bis wir das Nagetier zu Gesicht bekommen haben", erzählt Uwe Knorr schmunzelnd.

Noch gibt es keine Probleme mit Land- und Forstwirten. Das könnte sich jedoch ändern. "Solange er im Kocher bleibt, wird wahrscheinlich nichts passieren", meint Knorr. Wenn er sich jedoch weiter vermehrt und es keine neuen Reviere mehr gibt, wird er in der Regel an kleine Bäche ausweichen und auch Fischteiche nicht verschmähen. Da Bäche nicht genügend Tiefe besitzen, staut der Baumeister an. So kommt es zu Überflutungen. Ganze Fischteiche sind durch seine Aktivitäten schon leergelaufen. Bis zu acht Metern gräbt er sich vom Fluss oder Teich aus ins Erdreich. Die Biberkessel können bis zu einem Meter Durchmesser haben und eine Höhe von 40 Zentimetern besitzen. Das Problem: Halten Landwirte keine zehn Meter Abstand zum Uferrand, können sie mit ihren schweren Maschinen einbrechen. Auch Weidetiere sind dadurch in Gefahr.

Ein gutes Miteinander von Mensch und Biber ist möglich. "Er würde über längere Zeit einen hohen Anteil des Hochwasserschutzes durch seine Bautätigkeit übernehmen", ist sich Lübke sicher. Nun gilt es, ein gutes Miteinander zu bewirken. "Wir wollen nicht abwarten, bis es Konflikte gibt, sondern aktiv informieren", sagt Knorr.

Info Beim Vortrag "Die Rückkehr der Biber" am Donnerstagabend (Kochertalhalle Untermünkheim, 19 Uhr) wird zur Sprache kommen, warum der Biber überhaupt Wasser anstaut oder wer von seinen Aktivitäten betroffen sein kann. Referent ist Dr. Rainer Allgöwer, Biberbeauftragter des Regierungspräsidiums Stuttgart. Zwei Exkursionen zu den Biberrevieren in Haagen und Braunsbach mit Frank Lübke sind am Sonntag, 23. März, um 14 Uhr in Haagen und um 16 Uhr in Braunsbach vorgesehen. Treffpunkt ist jeweils am Sportplatz.

Der Biber
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