Mit Trikot in der Kirche - Männerchor und Quattro A4 singen in Oberaspach

Eine aparte Mischung aus verschiedenen Epochen und Kunstrichtungen: Das Programm des Gesangvereins Oberaspach kommt am Freitagabend gut an.

|
Als „Wundertüte“ bezeichneter Vorstand Löw die Gruppe Quattro A4, weil sie in gelegentlich wechselnder Besetzung auftritt. Diesmal singen Friedrich Löw jun., Joshua Fuchshuber, Lukas Merz, Edurad Wacker und Christian Löhner.  Foto: 

Sakraler Raum in der Kilianskirche hin oder her. Die Männer vom Gesangverein Oberaspach bleiben locker. Dirigent Eduard Wacker hat kein Lampenfieber, weil er ja weiß, dass seine Sänger ihren Part bestens einstudiert haben. Die Burschen von Quattro A 4, „die auch nach zwei Stunden Chorprobe am Donnerstagabend noch nicht genug vom Singen haben“, präsentierten sich sogar im Fußballdress vor dem Altar. „Wir wollen unsere Mannschaft in Frankreich unterstützen“, erklärte Eduard Wacker das sportliche Outfit seiner Elite-Sänger.

Optisch mochten sie wohl etwas hemdsärmelig daherkommen. Stimmlich und musikalisch aber waren sie jedem feierlichen Kirchenraum gewachsen – Männerchor wie Boygroup. Vom ersten Lied: „You’ll never walk alone“, das in Fußballstadien gesungen wird, vor allem dann, wenn Schlimmes passiert ist, übersetzte Vorstand Manfred Löw: „Geh weiter durch den Wind, trotze dem Regen, auch wenn deine Träume zerrissen und fortgeweht werden. Geh weiter, mit Hoffnung in deinem Herzen – und du wirst nie alleine gehen!“ Er kündigte damit an, dass die Sänger für die Flutopfer in Braunsbach sammeln wollen, „wo sich nicht nur Träume, sondern ganze Existenzen in Luft aufgelöst haben“. Und Chorleiter Wacker ergänzte: „Wir geben unser Bestes, um viele Spenden zu bekommen.“

Das Repertoire war wieder eine aparte Mischung aus verschiedenen Epochen und Kunstrichtungen. Von der Romantik über Kirchenmusik bis zu Rockballaden und Filmmelodien unserer Zeit. Auf die Fußballhymne ließen Quattro A 4 die deutsche Nationalhymne folgen. Sie zelebrierten Leonard Cohens „Halleluja“ und erinnerten mit „When I’m Sixty-Four“ an die beste Zeit der Beatles.

Auf Wunsch einiger altgedienter Sänger hat der Chor die Johann-Strauß-Melodien „An der schönen blauen Donau“ hervorgeholt. „Das wurde schon in den 70er- und 80er-Jahren gesungen, mit Friedrich Schirrmeister als Dirigent“, erinnerte Manfred Löw. Chorleiter Wacker war wohl anfangs etwas skeptisch, schuf mit dem Chor aber ein anspruchsvolles Klangerlebnis im beschwingten Walzertakt.

So gelang ein klingendes Abschiedsgeschenk für den nun 80-jährigen Sängerfreund Wolfgang Neumann, der sich zurückziehen und nur noch gelegentlich im Chor mitwirken will. Begeisterter und langanhaltender Applaus entlockte beiden Formationen noch Zugaben.

Am 22. Juli gibt der gemischte Chor „Aspacher Chorwerk“ sein Sommerkonzert. Dann soll die Spendensammlung für die Unwetter-Geschädigten komplettiert werden.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Höchste Windräder der Welt gehen in Betrieb

Zu den bereits errichteten und genehmigten Windkraftanlagen im Kreis werden wahrscheinlich nicht mehr viele dazu kommen. weiter lesen