Unternehmensgründung: Mit Mut und Selbstvertrauen

Berner feiert 60-jährige Bestehen. Von Künzelsau aus eroberte das Unternehmen den Globus und ist heute einer der größten Spezialisten für Befestigungstechnik.

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Unternehmerfamilie (von links): Albert Berner mit Ehefrau Ursula und Schwiegertochter Pia. Sein Sohn Christian Berner führt seit 2012 die Geschäfte der Firmengruppe.  Foto: 

Als Albert Berner am 1. April 1957 mit gerade einmal 21 Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, stand hinter dem Entschluss eine gehörige Portion Selbstbewusstsein. Er hatte bei seinem Schulkameraden Reinhold Würth gelernt und sagte sich: „Das kann ich auch.“ Die Schraubenhandlung Berner war geboren. „Das hat sich gar nicht spektakulär angefühlt. Das hat sich einfach ergeben“, erinnert sich der Gründer auf der 60-Jahr-Feier seines Unternehmens.

Gerechnet hat er mit der Entwicklung seines Unternehmens jedoch nicht: „Ich würde jetzt lügen, wenn ich sage: Das habe ich so gewollt.“ Der junge Albert Berner war zwar selbstbewusst, aber auch bescheiden. „Mein Traum war immer: Eine liebe Frau, ein Auto, ein kleines Haus und einen kleinen Schraubenhandel – mehr wollte ich gar nicht“, erinnert sich der 81-Jährige. Den Erfolg seines Unternehmens sieht Berner vor allem auch darin, dass er sehr gute Mitarbeiter hatte und hat, die das Unternehmen „nach vorne brachten“. Was wäre im Falle eines Scheiterns der Unternehmung Berner geschehen? „Dann wäre ich wieder zum Würth gegangen“, scherzt Berner beim Jubiläum.

Ehrgeiz und Fleiß

Zwar gab es schlaflose Nächte, aber Bedenken hatte Albert Berner nie. „Nach dem zweiten oder dritten Jahr wusste ich, ich schaffe das.“ Der Erfolg gab dem Unternehmer recht: 1961 macht er eine Million Mark Umsatz, 1969 gründet er in Belgien die erste Auslandsniederlassung – weitere sollten folgen. 1972 gründet Albert Berner das Tochterunternehmen BTI in Ingelfingen. Sieben Jahre später beschäftigt Albert Berner 1000 Mitarbeiter. 2006 übernehmen die Hohenloher die Caramba Chemie-Gruppe mit Sitz in Duisburg. Für die Zukunft hat der Aufsichtsratsvoritzende nur zwei Wünsche: „Dass es so weiter geht und wir alle miteinander gesund bleiben.“

In die Zukunft blickte hingegen Christian Berner, Sohn des Firmengründers und heute CEO der Firmengruppe. Um am Markt bestehen zu können, schob der 32-Jährige tiefgreifende Veränderungen an: Online-Vertrieb, digitale Transformation und nicht zuletzt die Verlegung der Holding von Künzelsau nach Köln. „Wir haben uns ganz bewusst für Veränderungen entschieden“, sagt Christian Berner, es sei immer wieder notwendig, sich neu zu erfinden. Dass er es an der Spitze des Unternehmens schwerer habe als sein Vater damals, weil die Zeiten viel schwieriger seien, glaubt er nicht: „Es gibt keine einfachen Zeiten“, ist Christian Berner überzeugt. Deshalb will er kontinuierlich an der Verbesserung des Unternehmens, an der Erschließung neuer Märkte und Möglichkeiten arbeiten. Tabus gibt es für Christian Berner dabei nicht: „Dinge anders und neu denken“ ist für ihn eine Selbstverständlichkeit, die er annimmt, auch wenn die resultierenden Entscheidungen kontrovers sind.

Zeitreise zum Jubiläum

Zum Firmenjubiläum würdigten auch die Gäste der Familie Berner das Lebenswerk: Laudator Professor Dr. Brun-Hagen Hennerkes, Gründer der Stiftung Familienunternehmen, lobte das kontinuierliche Engagement und mutige sowie umsichtige Verhalten der Familie Berner. Das Unternehmen habe sich eine Kultur aufgebaut, um die es von Kunden und Lieferanten beneidet wird: Die Vertriebsmitarbeiter sähen sich nicht als bloße Produktverkäufer, sondern als umfassende Dienstleister, sagt Hennerkes. Landrat Dr. Matthias Neth hob hervor, dass Berner „stets die Zeichen der Zeit erkannt“ hat und mit Kreativität und Flexibilität erfolgreich am Markt positioniert hat. Auch stilistisch stand das Gründungsjahr Pate: Für das Jubiläum dekorierte das Unternehmen sein außergewöhnliches Mitarbeiterrestaurant in Künzelsau zum American Diner um – zwischen Straßenkreuzern, Hamburgern und Waldmeister-Cocktails gab es nicht nur Glückwünsche der Gäste, sondern auch eine waschechte Rock’n’Roll-Band, die musikalisch zum „Geburtstag“ gratulierte.

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