Mit Hand, Fuß und Herz

Freilichtspiele: Ab Montag tummeln sich 120 junge Theatermacher aus der ganzen Welt in Hall. Bis Samstag steigt das 7. Internationale Jugendtheaterfestival.

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Szene aus „Alles, was dein Herz begehrt“.  Foto: 

Verständigt euch. Es geht schon irgendwie.“ Das ist eine der Erfahrungen, die Georg Kistner als Künstlerischer Leiter des Jugendtheaterfestivals den Teilnehmern vermitteln möchte. „Man kann Theater machen, ohne die gleiche Sprache zu sprechen“, ergänzt Florian Götz, Dramaturg der Freilichtspiele Hall.

120 bühnenbegeisterte Jugendliche ab 15 Jahren treffen sich von Ostermontag, 17. April, bis Samstag, 22. April, in Hall. Etwa die Hälfte stammt aus dem Ausland, und zwar aus der Türkei, aus Russland, Ungarn, Griechenland und aus Kenia. Die andere Hälfte kommt aus Hall, Gaildorf und Bad Gandersheim. Während des Festivals proben die Jugendlichen unter professioneller Leitung in Workshops und präsentieren das Gelernte abends der Öffentlichkeit. Mindestens genauso wichtig ist laut Kistner jedoch der zwischenmenschliche Austausch.

Das meint auch die Schirmherrin des Festivals, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Evelyne Gebhardt: „In Zeiten des Internets und der Digitalisierung wächst die Welt scheinbar von selbst immer enger zusammen. Die vielen Krisen und Kriege zeigen uns, dass es anders ist. Sich persönlich zu begegnen, unterschiedliche Sichtweisen auszutauschen und voneinander zu lernen, ist noch immer der beste Weg zu einem guten Miteinander über tatsächliche und vermeintliche Grenzen hinweg.“

Spannend werde auch, so Kistner, was nächste Woche in der Türkei passiert, nachdem das Ergebnis des Referendums feststeht – schließlich reist auch eine Theatergruppe aus Balikesir nach Schwäbisch Hall.

Was die Theaterformen angeht, dürfen sich die Zuschauer laut Kistner auf eine „wilde Mischung“ einstellen – so das Motto des alle zwei Jahre stattfindenden Festivals: vom „krachigen Volkstheater“ der türkischen Gruppe über die „hochintellektuelle Choreographie“ der Ungarn bis hin zum Tanztheater der Russen.

Zum ersten Mal beteiligt sich auch eine Theatergruppe des Sonnenhofs am Festival. „Mein Traum ist, dass Sonnenhof-Bewohner auch an Workshops teilnehmen“, sagt Georg Kistner. „Das hat aus logistischen Gründen diesmal nicht geklappt.“ Vielleicht ja dann in zwei Jahren.

Montag, 17. April,
19 Uhr, Haalhalle:

Eröffnung; anschließend: Jugendensemble der Freilichtspiele Hall: „Alles, was dein Herz begehrt“

Dienstag, 18. April,
17 Uhr, Haalhalle:

Erasmus-Widmann-Gymnasium: „Die Entwicklung des Theaters“, Choreographie; anschließend: Veres Péter Gimnazium Budapest (Ungarn): „Quadrat“ von Samuel Beckett, Experiment ohne Worte
19.30 Uhr, Aula im Schulzentrum West:
Tanztheater-AG und die Theater-AG der Mittelstufe des Erasmus-Widmann-Gymnasiums: „In achtzig Tagen um die Welt“ nach Jules Verne; anschließend: Hope Theatre Nairobi: „Auf der Flucht“

Mittwoch, 19. April,
17 Uhr, Haalhalle:
Ensemble „LeichtSPIELfrei“ Schwäbisch Hall: „Big Boss“
19.30 Uhr, Aula im Schulzentrum West:
Theatergruppe Syal aus Balikesir (Türkei): „Reis Bey“

Donnerstag, 20. April,
17 Uhr, Haalhalle:
Theater für junge Zuschauer, Tschaikowski (Russland): „Die Metamorphose“, ohne Worte; anschließend: Ensemble Sinora Thessaloniki (Griechenland): „The Itziar’s Daughter“
19.30 Uhr, Aula im Schulzentrum West:
Theatergruppe des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums Gaildorf: „All you need is Love“

Freitag, 21. April,
19.30 Uhr, Raiffeisen-Schultze-Delitzsch-Saal, Bausparkasse Hall:
Theatergruppe des Sonnenhofs: Überraschungspräsentation der Workshops

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