Mineralfreibad: Vellberg setzt sich für Fördermittel ein - 179.920 Euro fließen

Freibäder sind für Gemeinden ein Zuschussgeschäft, da tun teure Sanierungen doppelt weh. Vellbergs Bürgermeisterin Ute Zoll freut sich daher über Zuschüsse für die Sanierung des Mineralfreibads.

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Das Mineralfreibad Vellberg öffnet am Samstag, 23. Mai. Für die Sanierung des Bads gibt es jetzt Landeszuschüsse.  Foto: 

Als 2013 klar wurde, dass das unterhalb der Vellberger Festung liegende Mineralfreibad dringend modernisiert werden muss, erkundigte sich die Verwaltung über einen Zuschuss aus dem Tourismus-Infrastrukturprogramm - und erhielt eine Absage. Auch aus dem Ausgleichstock, einem Fördertopf für finanziell schwächere Gemeinden, und dem ELR-Programm (Entwicklungsprogramm ländlicher Raum) gab es kein Geld.

"Aber das Regierungspräsidium hat signalisiert, dass sich beim ELR etwas tun könnte", erinnert sich Rathauschefin Ute Zoll. Die ELR-Richtlinie werde jedes Jahr ein wenig angepasst. "Sie hat jetzt mehr grüne Aspekte", weiß sie. Bis zum nächsten Antrag war dann ein Dreivierteljahr Zeit. Zoll hat sie genutzt, um alle Abgeordnete des Landkreises anzuschreiben, ebenso wie den Minister für den Ländlichen Raum, Alexander Bonde. Leider seien auch hier nur ablehnende und ausweichende Antworten gekommen.

Dann habe sie die Idee gehabt, dass auch andere Gemeinden mit Freibädern vor demselben Problem stehen. "Ich habe die Bürgermeister von Mainhardt, Gaildorf, Ilshofen und Frankenhardt angerufen und in einer konzertierten Aktion haben wir dann gemeinsam mit dem Landrat einen Brief an den Minister geschrieben, den alle Bürgermeister und Landrat Gerhard Bauer unterzeichnet haben", berichtet Ute Zoll. Das war Anfang Juni 2014. Eigentlich sollte in Stuttgart auch noch ein Gespräch mit den Bürgermeistern, dem Landrat, den Haller Landtagsabgeordneten und dem Landwirtschaftsminister stattfinden. Da gab es aber dann Terminprobleme", erinnert sich Zoll. "Jedenfalls hat das große Kreise gezogen." Und hat etwas bewirkt. Ganz unauffällig hat sich die Richtlinie geändert: "Während sonst immer der Satz ,Freibäder werden nicht gefördert' drin stand, fehlt der jetzt", so Zoll.

Karl Burgmaier, Leiter des Referats Strukturentwicklung ländlicher Raum, erklärt, warum Freibäder jetzt gefördert werden: "Bisher haben wir Freibäder als Sporteinrichtungen gesehen, die nicht mit dem ELR-Programm gefördert werden. Aber in ländlichen Gemeinden sind das eher Gemeinschaftseinrichtungen, wo das gesellschaftliche Leben im Vordergrund steht und sich die Jugend trifft", erklärt er.

Bisher liegen aus dem Landkreis Hall keine weiteren Anträge für Freibadsanierungen vor. Doch in Mainhardt war das Thema kürzlich auf der Tagesordnung des Gemeinderats und auch in Ilshofen wird das Thema demnächst aktuell. "Deshalb habe ich die gemeinsame Aktion auch unterstützt", so Ilshofens Bürgermeister Roland Wurmthaler. Die Sanierung des Ilshofener Freibads werde deutlich umfangreicher ausfallen als in Vellberg, meint er. Er sieht die Förderung von Freibädern, auch wenn Ilshofen dringend dafür Zuschüsse braucht, zweischneidig: "Dann bleiben weniger Mittel für andere Maßnahmen."

Was wird alles gemacht im Mineralfreibad Vellberg?

Sanierung Die voraussichtlichen Gesamtkosten der Sanierung liegen bei 453.000 Euro. Es gibt einen Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) in Höhe von 179.920 Euro. Die Kosten beinhalten den Bau einer barrierefreien Umkleide, die Erneuerung der Solarthermieanlage, des Dachs auf dem Sanitärtrakt, der Beckenfolie sowie der Mess- und Regeltechnik für die Wasseraufbereitung.

ELR Das Programm der Landesregierung fördert die Strukturentwicklung im ländlichen Raum. 2014 erhielten 342 Gemeinden im Land Baden-Württemberg insgesamt 60,4 Millionen Euro an Fördermitteln.

SIBA

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