Meterstäbe für Freibadsanierung

Die Sanierung des Freibads wird die Gemeinde Mainhardt geschätzt 2,5 Millionen Euro kosten. Einen Teil  möchte die Gemeinde durch Spenden decken.

|
Der Mainhardter Bürgermeister Damian Komor (rechts) informiert Schwimmmeister Karl Baudenbacher über die Spendenaktion zur Freibadsanierung.  Foto: 

Das 1964 in Betrieb genommene Mineralfreibad in Mainhardt ist in die Jahre gekommen. Das Badebecken entspricht nicht mehr dem Stand der heutigen Technik. Das Gesundheitsamt hat die Durchströmung des Beckens, das 2000 Kubikmeter Mineralwasser aus der Römerquelle fasst und durch eine Solaranlage beheizt wird, beanstandet.

Bereits im Jahr 2011 hat der Mainhardter Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Bades gefasst. Das Planungsbüro für Bäderbau, „Richter und Rausenberger“ aus Gerlingen, wurde beauftragt, alternative Konzepte zur Freibadsanierung zu erarbeiten. „Unser Problem war, dass es für die Freibadsanierung bisher keine staatlichen Fördermittel gab, weil der Betrieb des Freibads eine freiwillige Leistung der Gemeinde für ihre Bürger ist“, erläutert Bürgermeister Damian Komor kürzlich, als er  die Modernisierungsmaßnahme im Rathaus vorstellt. Erst seit 2015 habe das Land die Richtlinien des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) geändert und dadurch die Förderung der Freibadsanierung ermöglicht. „Wir haben bereits die Zusage über eine Fördersumme von 500.000 Euro“, freut sich der Mainhardter Schultes.

Nach der Kostenschätzung des Planungsbüros wird die Sanierung die Kommune rund 2,5 Millionen Euro kosten. Nachdem bereits vor über zehn Jahren die sanitären Anlagen und die Umkleidekabinen modernisiert wurden, ist nun das Becken dran. Der Beckenkopf im Sprungturmbereich erhält eine Edelstahlwanne, das Schwimmbecken wird mit einer Folie ausgekleidet. Saniert werden außerdem das Planschbecken für Kinder, das Technikgebäude, das Chlorgasgebäude, Wasser- und Abwasseranlagen, Filter und Dosierungstechnik, Startblöcke, Sprungbrett, die Bänke am Beckenrand und die Außenduschen.

Neu eingerichtet werden drei 50-Meter-Bahnen, Wasserspeicher und Massagedüsen, eine Schaukelbucht mit Bodenluftblubber, eine Breitwellenrutsche und eine Fließgewässerlandschaft für Kinder.   

„Wir wollen mit der Sanierung des Mineralfreibads den weiteren Betrieb sichern, die Attraktivität erhöhen  und diese bedeutende Freizeiteinrichtung auch für künftige Generationen erhalten“, erklärt Komor. Baustart soll nach der Badesaison 2016 sein, die Wiedereröffnung ist für Sommer 2017 geplant. „Damit wir die  Finanzierung auch stemmen können, haben wir eine Spendenaktion ins Leben gerufen“, berichtet der Bürgermeister. In jedem Amtszimmer steht auf den Schreibtischen ein Plexiglas-Rahmen mit dem Spendenaufruf des Bürgermeisters. „Wir sind auf die Hilfe der Bürger angewiesen“, so Komor. „Unser Spendenziel sind 50 000 Euro, einen Grundstock von 20 000 Euro an Spenden von Bürgern, Firmen und Vereinen haben wir bereits zusammen.“

„Sanierung Mineralfreibad, zwei Meter Unterstützung“, steht auf den 3000 Meterstäben, die der Mainhardter Meterstab-Produzent Adga der Gemeinde gespendet hat. „Wer 9,95 Euro spendet, erhält einen Meterstab aus dieser limitierten Auflage“, verspricht der Bürgermeister. Die Meterstäbe können potentielle Spender im Rathaus, im Freibad und in ausgewählten Geschäften  erwerben, um die Gemeinde bei der Sanierung finanziell zu entlasten. „Wir stellen auf Wunsch auch Spendenbescheinigungen aus“, erklärt Komor.

Zahlen und Fakten zum Mineralfreibad

Öffnungszeiten Das Mineralfreibad ist an Werktagen von 10.30 bis 20.30 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 20.30 Uhr geöffnet. Die Schlechtwetterbadezeiten sind von 10.30 bis 12.30 Uhr und von 17 bis 19 Uhr. Die Schlechtwetterregelung kann unter der Rufnummer 07903/2301 abgefragt werden. Kassenschluss ist jeweils 30 Minuten vor Freibadschluss.

Historie Schon die Römer sollen die im jetzigen Ortsteil Baad entspringende Mineralquelle entdeckt und genutzt haben. Im Mittelalter war Mainhardt ein weit über die Grenzen des Gebiets hinaus bekannter Badeort. Das Bad wurde von der Mineralquelle, auch Römer- oder Schwefelquelle genannt, gespeist. Die Anlagewurde im 15. und 16. Jahrhundert für Heilzwecke genutzt und ist vermutlich während des Dreißigjährigen Krieges zerstört worden. Erst im Jahr 1964 erbaute die Gemeinde Mainhardt eine für damalige Verhältnisse modern eingerichtete Badeanlage. Diese wird nun saniert.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Verleihung des Comburg-Literaturstipendiums

Zum zehnten Mal haben die Landesakademie Comburg und die Stadt Schwäbisch Hall das Comburg-Literaturstipendium vergeben. Autor Tilman Rammstedt nimmt die Ehrung im Ratssaal entgegen. weiter lesen