Markt mit dem größten Wettbewerb

Die Ishida GmbH hat ihren Sitz seit 2004 im Haller Solpark. Geschäftsführer Herbert Hahnenkamp spricht von einer „Herausforderung der Sonderklasse“.

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Herbert Hahnenkamp führt die Haller Ishida GmbH seit Oktober 2014. Neben ihm eine Mehrkopfwage, die Ishida 1974 erfunden hat.  Foto: 

Dass die Vertriebs- und Servicegesellschaft für Deutschland und Österreich ihren Sitz in Schwäbisch Hall hat, ist kein Zufall. Optima-Eigner und Geschäftsführer Hans Bühler sind die Mehrkopfwaagen von Ishida einst bei einer Geschäftsreise in Japan aufgefallen. Er erkannte einen Markt für Europa und vertrieb die Ishida-Produkte zunächst aus seiner Unternehmensgruppe Optima heraus. 2004 wurde ein eigener Betrieb ausgegliedert. Geführt wird die Ishida GmbH seit rund drei Jahren von Herbert Hahnenkamp.

Genauigkeit von 0,01 Gramm

Kern der Ishida-Produkte sind die so genannten Mehrkopfwaagen. Erfunden wurden sie 1974. Mehrkopfwagen erlauben es, Teilmengen unterschiedlicher Stoffe genau zu dosieren  – beispielsweise beim Abfüllen von unterschiedlichen Müslisorten. Die Kunden von Ishida würden eine Wiegegenauigkeit von 0,01 Gramm erwarten, erklärt Herbert Hahnenkamp. Bei der Abfüllung von zwei Millionen Packungen sei die Abweichung von einem halben Gramm schon zu viel. Eine Waage, die den Gewichtsvorgaben vollkommen entspricht, rentiere sich gegenüber einer, die zu großzügig misst, innerhalb sehr kurzer Zeit, macht der Ishida-Geschäftsführer deutlich.

Knapp 50 Mitarbeiter

Die Haller Ishida GmbH ist eine reine Verkaufs- und Serviceniederlassung für Deutschland und Österreich. Sie beschäftigt knapp 50 Mitarbeiter. In den zurückliegenden Jahren baute der Betrieb sowohl sein Service- als auch sein Verkaufsteam aus.

Die deutsche Gesellschaft gehört zur Ishida Europe Ltd. Diese hat ihren Sitz in Birmingham, England. Muttergesellschaft ist die Ishida Co. Ltd im japanischen Kyoto. 90 Prozent der Produkte werden in England hergestellt, 10 in Japan. Bei der Entwicklung ist das Verhältnis umgekehrt: Der Spezialist für Waagen unterschiedlicher Art entwickelt rund 90 Prozent seiner Neuheiten am Standort der japanischen Muttergesellschaft, lediglich zehn Prozent in England. In der  Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Kyoto arbeiten rund 120 Mitarbeiter.

In Deutschland und Österreich verkauft Ishida zu rund 80 Prozent sein Basisprogramm, das aus 14 Produktgruppen besteht und zu etwa 20 Prozent als individuelle Projekte komplette Abfüll- und Wiegelinien.

Schnelles Lernen

„Deutschland ist ein herausfordernder Markt, weil hier der größte Wettbewerb herrscht. Alle globalen Mitbewerber produzieren in Deutschland. Das ist eine Herausforderung der Sonderklasse“, macht Herbert Hahnenkamp deutlich. Nirgendwo sonst könne man in dieser Branche schneller lernen als in Deutschland. Das ist auch der Grund, warum die Entwicklungsabteilungen des Konzerns regelmäßig zu Besuch in Schwäbisch Hall sind.

Der Stein im Müsli

Um die Spitzenstellung auf dem Markt behaupten zu können, sei es neben der Steigerung der Effizienz wichtig, auch an Flexibilität zu gewinnen. Eine schnelle Umrüstzeit  hinsichtlich Produkten und Verpackungen sei von großer Bedeutung. Herbert Hahnenkamp geht davon aus, dass ­Ishida in der Basistechnologie, den Mehrkopf- und Kontrollwaagen, einen Vorsprung hat.

Neben der Messgenauigkeit, der Effizienz und einem guten Service sieht Herbert Hahnenkamp im Einsatz von Technik, die Fremdkörper ausfindig macht, eine große Bedeutung. „Wenn man früher im Müsli einen Stein gefunden hat, dann hat man ihn einfach ausgespuckt. Im Zeitalter von sozialen Medien muss man aber mit einer großen Empörungswelle rechnen. Das wollen unsere Kunden nicht“, macht der Geschäftsführer die Herausforderung hinsichtlich von Röntgenprüfsystemen deutlich.

„Viel Spaß bei der Arbeit“

Ins Schwärmen kommt Herbert Hahnenkamp, wenn er auf seine Mitarbeiter zu sprechen kommt. „Wir sind ein homogenes Team, das viel Spaß bei der Arbeit hat. Wir haben eine hohe Dynamik.“ Als Geschäftsführer sitze er mitten im Team und sei jederzeit ansprechbar. Nur wenn man Transparenz erzeugt, könne jeder jeden Tag sein Bestes geben. „Jeder macht Fehler. Aber ich hoffe, dass nicht jeder so viele Fehler macht wie ich“, sagt der Wiener mit einem Augenzwinkern.

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