Mainhardt bündelt Energie

Das Nahwärmenetz in der Gemeinde Mainhardt soll größer werden. Über den Anschluss der Privathaushalte an den Wärmeverbund wurde am Montagabend informiert.

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Michael Heißwolf (Stadtwerke Hall), Mainhardts Bürgermeister Damian Komor und Steffen Hofmann (Stadtwerke Hall) sprechen über das Nahwärme-Projekt in der Ortsmitte von Mainhardt.  Foto: 

Angefangen habe es mit einem Impuls aus der Bürgerschaft im Ortsteil Steinbühl. „Daraus entwickelte sich 2014 das erste Nahwärmenetz in der Gemeinde Mainhardt“, erläutert Bürgermeister Damian Komor am Montag bei einer Infoveranstaltung in der Waldhalle. Das Netz soll nun größer werden. In einer Kooperation mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall plant die Energieversorgung Mainhardt Wüstenrot (EMW) den Ausbau im Ortskern. Deren Aufsichtsratvorsitzender ist Komor. Die Heizzentrale für die Nahwärme liegt unter der Mainhardter Schule.

„Da sind Sie fein raus“, wirbt Projektentwickler Steffen Hofmann (Stadtwerke Hall) für den Anschluss an das bereits bestehende Wärmenetz. Er bezieht sich dabei auf das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG), welches beim Austausch der Heizungsanlage seit 1. Juli 2015 greift. Seither müssen mindestens 15 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden oder beispielsweise Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden. Eine andere Lösung: „Statt eine eigene Heizanlage zu betreiben, erfüllt auch der Bezug der Wärme aus einem Wärmenetzwerk die Pflicht“, heißt es im Gesetzestext.

Fast 800 Meter lang

Die neue Trasse für die Nahwärme könnte in zwei Bauaubschnitten von der Schule zur Waldhalle, Richtung Bauplätze Baadgasse, Quartier Schönblick und evangelische Kirchengemeinde über das Rathaus zur Schulstraße laufen. Damit wäre sie etwa 780 Meter lang. „Wie weit wir gehen, müssen wir abfragen“, fordert Damian Komor Anwohner benachbarter Straßenzüge auf, mögliches Interesse rechtzeitig gegenüber den Projektentwicklern zu bekunden.

Obwohl die Baumaßnahmen teils innerhalb der Fläche des früheren römischen Kohortenkastells liegen, habe man keine große Bedenken. „Wir wissen nicht, wie es in 80 bis 90 Zentimeter Tiefe aussieht“, meint dazu Hofmann. Vielleicht werde man zunächst „Probeschürfen“. Das Gebiet sei Schutzzone, nickt Komor. Man sei aber bereits wegen der parallelen Kindergartenerweitung im Gespräch mit dem Landesdenkmalamt.

„Nahwärme ist im Vergleich zu Heizöl im Preis konstanter“, erläutert Michael Heißwolf vom technischen Vertrieb der Stadtwerke Schwäbisch Hall. Man brauche zudem weder Schornstein, noch habe man das Risiko eines kaputten Heizkessels oder Wartungskosten, ergänzt Hofmann.

Entlang der zukünftigen Trasse habe man Fragebögen an die Privathaushalte verteilt. Dabei stellte sich heraus, dass dort viele Ölheizungen, die zudem mehr als 20 Jahre alt seien, betrieben würden. „Die müssten eh erneuert werden“, so Heißwolf. Dazu kommen die Anschlüsse für das Quartier Schönblick, den Wohnpark Stern sowie für einzelne Neubauplätze. „Alle Gebäude entlang der Hauptleitung könnten angeschlossen werden“, so Heißwolf. „Wenn es wie im Steinbühl mit 75 Prozent Anschlussquote läuft, dann ist das super. Ich brauche dafür Ihre Mithilfe“, wirbt er. Noch im Oktober werde er Termine für die Angebote machen.

Im Frühling 2018 könnte die Erschließung beginnen – sollten sich bis Jahresende genügend Interessenten gemeldet haben. Die Heizzentrale sei von Anfang an größer dimensioniert worden, so dass einer Aufstockung nichts im Wege stehe.

„Nur die Wärme, die tatsächlich gebraucht wird, wird gemessen“, erläutert Heißwolf den Weg der Nahwärme von der Heizzentrale in die Trasse, von dort zu den einzelnen Hausanschlüssen und in die Übergabestationen. Mit 950 Kilowattstunden Wärme pro Meter Wärmeleitung habe man eine gute Wärmedichte, hebt er hervor. „Die Preise und Anschlusskosten entsprechen den allgemeinen Tarifen der Stadtwerke“, unterstreicht Hofmann. Pauschal sollen bei einer Leistung bis 50 Kilowatt die Anschlüsse 9000 Euro und bis 100 Kilowatt 14 000 Euro kosten. Enthalten seien darin die Hauseinführung, Erdarbeiten, 15 Meter Leitungslegung sowie die primärseitige Übergabestation. „Das ist ein Mittelwert“, betont Hofmann. Zudem gebe es staatliche Förderungen.

„Bei jedem offenen Graben werden wir mitgehen“, verspricht Komor. Für das Gemeindegebiet werde man so sukzessive die Mikrorohrplanung beispielsweise für Glasfaser umsetzen.

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