Männergespräche anderer Art

Bezirksmännerpfarrer Kristian Kirschmann lädt am Sonntag nach Ilshofen ein. Gemeindegruppen sollen Forum auch für schwierige Fragen bieten.

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Kristian Kirschmann ist Ansprechpartner für Männerfragen im Kirchenbezirk.  Foto: 

Im Kirchenbezirk Schwäbisch Hall wird am kommenden Wochenende der Männersonntag mit einem Gottesdienst gefeiert. Dieser beginnt um 9.30 Uhr in der St.-Petronella-Kirche in Ilshofen. Der Gottesdienst wird von Männern der Kirchengemeinde sowie von Bezirksmännerpfarrer Kristian Kirschmann, Pfarrer in Sulzdorf, gestaltet. Frauen wie Männer sind willkommen.

Männersonntag – was ist das? Welche Bedeutung hat er?

Den Männersonntag gibt es seit der Gründung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Jahr 1948. Damals wurden einzelnen Sonntagen verschiedene Themen zugeordnet, darunter der dritte Sonntag im Oktober den Männern. An diesem Sonntag sollen besonders Themen zur Sprache kommen, die Männer betreffen. Gleichzeitig ist dieser Tag eine Einladung an Männer, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen.

Warum gibt es Gottesdienste nur für Männer?

Zielgruppenspezifische Angebote kennen wir ja auch aus anderen Bereichen der Gemeindearbeit. Viele Menschen sind leichter ansprechbar, wenn sie sich mit einem Aspekt ihrer Identität wiederfinden. Hier: dem Mannsein. Aber um dem Missverständnis vorzugreifen: Frauen sind genauso zum Gottesdienst eingeladen. Wichtiger als der Gottesdienst, der einmal im Jahr gemeindeübergreifend stattfindet, sind aber die Angebote vor Ort in den Gemeinden.

Frauenthemen kennt man. Was sind Männerthemen?

Viele Themen betreffen Männer und Frauen gemeinsam, manchmal aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Oft orientieren sie sich an der jeweiligen Lebenswelt. Klassische Männerthemen sind die Arbeit, Sport und Freizeit, Diskussionen über gesellschaftliche oder politische Themen, ab dem mittleren Lebensalter auch die Gesundheit. Dazu kommen geschlechtsspezifische Rollen- und Identitätsfragen: Was macht meine Rolle als Vater aus? Als Großvater? Als Ehemann oder Partner? Und eben auch Fragen des Glaubens.

Wie offen wird in den Gruppen über heikle Themen gesprochen? Oder werden diese ausgeklammert?

Da kann ich natürlich nicht für alle Gruppen sprechen. Die Männerangebote, die ich schon im Kirchenbezirk erlebt habe, hatten alle eine sehr ehrliche Gesprächs­atmosphäre, die offen war auch für kontroverse Ansichten. Aber das liegt auch an der Größe oder Vertrautheit einer Gruppe. Und daran, wieviel der Einzelne von sich preisgeben möchte oder auch nicht. Das ist auch legitim.

Wie viele Männergruppen gibt es im Kirchenbezirk, wie viele  Männer werden darüber erreicht?

Die eine typische Form der Männergruppe gibt es nicht. Im Kirchenbezirk gibt es in mehreren Gemeinden ein Männervesper. Einige veranstalten Vater-Kind-Camps. Andere treffen sich zum Wandern oder Pilgern. Manche Gruppen treffen sich monatlich, andere ein- bis zweimal im Jahr. Ich habe keine Zahlen darüber, wie viele Männer darüber insgesamt erreicht werden. Aber vergessen Sie nicht: Männer tauchen ja nicht nur in männerspezifischen Angeboten auf, sondern auch in allen anderen Bereichen der Kirchengemeinden.

Mit wie vielen Gottesdienstbesuchern rechnen Sie?

Das kann ich schlecht einschätzen. Aber natürlich rechne ich damit, dass die St. Petronella-Kirche in Ilshofen voll wird!

Welchen Impuls möchten Sie in der Predigt mitgeben?

Gegen alle Anstrengungen im Leben die Freiheit der Gnade – und darin Gott – zu entdecken.

Info Kristian Kirschmann (37) ist seit 3,5 Jahren Parrer in Sulzdorf. Er begleitet die Männerarbeit im Kirchenbezirk und ist Bindeglied zum Evangelischen Männernetzwerk der Landeskirche. Der Männergottesdienst am Sonntag, 15. Oktober, beginnt um 9.30 Uhr in der Kirche St. Petronella in Ilshofen.

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