Lebensmittelladen D'Schwarz in Braunsbach will im Dezember wieder öffnen

Wenig ist übriggeblieben vom einstigen Schmückstück Braunsbachs. D’Schwarz, der Lebensmittelladen, Bäckerei und Café in einem bot, braucht ein völlig neues Innenleben.

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Katja Schwarz in ihrem leergeräumten Café am Braunsbacher Marktplatz. Einziges Überbleibsel der Unwetterkatastrophe: die Bank, auf der sie sitzt.  Foto: 

Nackt bis auf die Wände, so steht er da, direkt an Braunsbachs Marktplatz. Ohne Türen und Fenster lässt sich nicht mehr erahnen, dass hier einst die Versorgung der Braunsbacher mit sichergestellt wurde. Doch daran will Katja Schwarz anknüpfen und spätestens 2017 wieder Lebensmittel und Kaffee in gemütlichem Ambiente verkaufen – „noch schöner als bisher“.

Bis Weihnachten, so der Wunsch der Braunsbacherin, möchte sie ihren Lebensmittelladen wieder  eröffnen. Noch glaubt sie selbst nicht daran, dass bis dahin alles instand gesetzt sein wird. Die Koordination der einzelnen Gewerke dauert länger als erhofft. In den vergangenen  beiden Wochen ging so gut wie nichts, erzählt die 44-Jährige. Sie versucht, es positiv zu sehen.

„In dem Zug kann alles ein bisschen anders werden, besser.“ Sie hatte den Laden  2005 von der Bäckerei Kretzschmar übernommen. Sukzessive kam das Café dazu, dann der Außensitzbereich. Übrig geblieben ist von der kompletten Einrichtung, vom modernen Inventar,  nichts. Alles ist durch Schlamm und Dreck unbrauchbar geworden. Nur die Terrasse ist noch unversehrt. Und eine Tischgarnitur, die ihr kurz nach dem Unglück Bekannte ins leergeräumte Café gestellt haben. „Wo die genau herkommt und wer die gefunden hat, weiß ich gar nicht“, zeigt sie sich noch immer entsetzt über die Folgen der Wetterkatastrophe und gleichzeitig dankbar für die viele Hilfsbereitschaft, die ihr widerfahren ist.

Immer wenn es regnet, muss sie daran denken. Immer wieder kommen dann die Bilder vom Unglückssonntag hoch. Vor allem ihr Mann Peter hat Schlimmes erlebt. Mit dem Auto wollte er seinen Sohn aus Crailsheim abholen, wurde aber von den Wassermassen in die Steige unterhalb Orlachs mitgerissen und kam wie ein Wunder mit dem Schrecken davon. Im Gegensatz zum Auto, das Tage später völlig zerstört geborgen wurde. Auch das ist einer der Schäden, die die Familie wegzustecken versucht. In den Privaträumen oberhalb des Lebensmittelladens immerhin ist alles heil geblieben. Den Garten hingegen, den die Familie auf der Kocherinsel pflegt, gibt es nicht mehr. „Der ist gerade unsere Baustelle“, erzählt die gebürtige Braunsbacherin. Denn 10-Stunden-Tage im Laden gibt es jetzt nicht mehr, im Haus können sie gerade auch nichts machen. Und so gilt es, die Zeit bis zur Wiedereröffnung möglichst sinnvoll zu nutzen.

Mit einer halben Million Euro Schaden am Haus sowie der gleichen Summe an Inventar rechnet Katja Schwarz. Sie sei gut versichert, erzählt sie. Dennoch ist nicht klar, was am Ende alles an der Familie hängenbleibt. Schon jetzt hat sich einiges summiert. In dem mehr als 200 Jahre alten Haus, dem Geburtshaus ihres Mannes, mussten aufgrund der aufsteigenden Feuchtigkeit aufwendig die Balken ausgetauscht werden. Das hat die Versicherung allerdings als „Vorschaden“ eingestuft, und bleibt somit als Privatausgabe Sache der Familie.

Die vier Teilzeit- und sechs 450-Euro-Kräfte bezahlt Katja Schwarz aus einem Vorschuss der Versicherung. Aber der ist bald aufgebraucht.  Eine neue Tranche gab es noch nicht. „Ich habe das jetzt dem Rechtsanwalt übergeben“, erklärt sie und hofft, dass damit wenigstens ein Teil der Last von ihren Schultern genommen wird.

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