Landesminister Peter Friedrich besucht Würth: Datenwolken bergen hohe Risiken

"Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht", sagte Peter Friedrich Anfang der Woche in Gaisbach. Der Minister tauschte sich mit Würth-Geschäftsführern über das Thema Digitalisierung und Datensicherheit aus.

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Ein Beispiel für die vernetzte Lagerhaltung: Harald Unkelbach (links) zeigt Peter Friedrich (Mitte, rechts Nikolaos Sakellariou) eine Lagerbox für Kleinteile, die Füllstand und Grifffrequenz erfasst und meldet, wann nachgefüllt werden muss.  Foto: 

Peter Friedrich ist Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten in Baden-Württemberg. Bei seinem Besuch wurde er vom Haller Landtagsabgeordneten Nikolaos Sakellariou begleitetet. In der Konzernzentrale saßen Friedrich und Sakellariou unter anderem dem Sprecher der Geschäftsleitung der Adolf Würth GmbH&Co.KG Norbert Heckmann gegenüber sowie Professor Dr. Harald Unkelbach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Würth und Präsident der IHK Heilbronn-Franken.

Peter Friedrich zeigte sich als meinungsstark beim Thema Sicherheit von Daten. An manchen Entwicklungen störe er sich. "In Deutschland endet jede Debatte über Datensicherheit beim Thema Datenschutz" kritisierte Friedrich. Dabei sei dies zu kurz gegriffen.

Schnelles Internet für jedes Industriegebiet

Den Erkenntnissen des Ministers zufolge sei es ein gigantisches Risiko, wenn Unternehmen ihre Daten in der Cloud speichern. "Man legt das Know-how und das Prozesswissen ab. Dabei besteht eine hohe Gefahr, dass ein ungewollter Wissenstransfer stattfindet", versuchte Friedrich dieses Thema in leichte Worte zu fassen. Er rief in Erinnerung, dass es auch außerhalb elektronischer Netze keine letztendliche Sicherheit für Daten gebe. Wer sich Zugang zu einem Safe erschleichen kann, gelangt ebenfalls an vertrauliche Informationen. " Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Die Frage ist, wie kriegt man die Schutzmechanismen hochgezogen", sagte der Landesminister.

Harald Unkelbach verglich die Geschichte der Datensicherheit mit dem Märchen "Der Wolf und die sieben Geißlein". Jemand will sich Zugang erschleichen, dazu ändert er Stimme und Aussehen. Das Märchen geht für die sieben Geißlein gut aus. Wirtschaftsspionage kann Unternehmen dagegen ihre Existenz kosten.

Soweit wie Harald Unkelbach, der für jede Wohnsiedlung ein schnelles Internet erwartet, will Peter Friedrich nicht gehen. Dem Minister würde es zunächst schon reichen, wenn jedes Industrie- oder Gewerbegebiet mit einem Breitbandanschluss versorgt wäre. In diesem Zusammenhang sieht er eine weitere Herausforderung. Er nannte das Beispiel, dass die Kapazität eines Hochgeschwindigkeitnetzes belegt ist durch Fußballfans, die Spiele im Livestream schauen. Einerseits müssten Unternehmen die Zugänge gewährleistet werden, andererseits gelte auch im Netz gleiches Recht für alle.

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