Land achtet auf ökologischen Ausgleich beim Wegbau

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Der Bau des Radwegs von Bühlerzell nach Heilberg hat schon begonnen.  Foto: 

Zehn Jahre ist es schon her, dass Bühlerzell beim Regierungspräsidium Stuttgart den Radweg beantragt hat. Vor Ort ist die Bauleitung Schwäbisch Hall zuständig. Sie hat vor acht Jahren mit der Grundlagenplanung begonnen. Zunächst hat sie verschiedene Streckenvarianten untersuchen lassen.

Strecken entlang der Bühler hat das Landratsamt abgelehnt, um die Natur im Bühlertal zu schonen. Eine weitere Variante abseits der Landesstraße habe die Gemeinde als nicht sicher genug für die Schüler angesehen, teilt das Regierungspräsidium mit. Jetzt soll der Radweg bühleraufwärts links neben der Landesstraße entlangführen. „Als das endlich feststand, war zunächst kein Geld für die Detailplanung vorhanden“, berichtet Bühlerzells Bürgermeister Franz Rechtenbacher. Erst 2015 sind die Mittel vom Land freigegeben worden. Die Gemeinde hat inzwischen die benötigten Flächen im Auftrag des Landes gekauft. Die Kosten dafür liegen bei rund 35 000 Euro.

Extensiv bewirtschaftet

Um den Eingriff in die Natur auszugleichen, sind viele Maßnahmen nötig. Die neuen Bankette, Mulden  und Böschungen  – rund 2000 Quadratmeter – werden mit Saatgut artenreicher Blumenwiesen angesät. Zusätzlich wird eine artenarme Wiese am Gunzenbach mit gebietsheimischem Saatgut ökologisch aufgewertet. Sie darf nur noch extensiv bewirtschaftet, also ein- bis zweimal im Jahr gemäht und nicht gedüngt werden. „Die Fläche liegt nur etwa 500 Meter Luftlinie entfernt am Gunzenbach“, erklärt Bühlerzells Bürgermeister Franz Rechtenbacher.

Schon im Vorfeld der Bauarbeiten sind etwa 60 Pflanzen des Großen Wiesenknopfs ausgegraben und auf eine Wiese am Gunzenbach verpflanzt worden. „Mit dem Erdmaterial wurden auch Ameisenbauten und die dort lebenden Larven des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings, einer stark gefährdeten Schmetterlingsart, umgesiedelt“, schreibt Matthias Kreuzinger aus der Pressestelle des Regierungspräsidiums. Zusätzlich ist Saatgut des Großen Wiesenknopfs verteilt worden, um dem geschützten Falter Lebensraum zu bieten.

Die steile Böschung kurz hinter Bühlerzell, die derzeit abgetragen wird, wird mit Gabionen (Drahtschotterkästen) befestigt und soll so Insekten einen Lebensraum bieten. Als Ersatz für die Bäume, die wegen des Radwegs gefällt wurden, werden neun Laub- und Obstbäume angepflanzt.

Ende Januar haben die Bauarbeiten bei Bühlerzell begonnen. Unter den Radweg verlegt die EnBW Leerrohre für Glasfaserkabel von Bühlerzell nach Heilberg. Gleichzeitig verstärkt die EnBW ihr 20-Kilovolt-Netz durch eine neue Verbindung zwischen den Ortsnetzen Heilberg und Bühlerzell. Erst danach wird der eigentliche Radweg gebaut. Bis Anfang Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten des Landes liegen bei rund 850 000 Euro.

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